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Der TMS ist jede Minute Vorbereitung wert – Ein Erfahrungsbericht

TMS Erfahrungsbericht Testvorbereitung

Bei der Vorbereitung auf den Test sind Hilfsmittel, wie eine Stoppuhr oder ein Plexiglaswürfel für „Schlauchfiguren“ sehr nützlich ® Laurin Gerdes

Am 11. Mai 2019 schrieb ich den deutschen Medizinertest und verwirklichte mir dadurch meinen Traum vom Medizinstudium. Trotz vieler Höhen und manchmal auch Tiefen, lohnte sich jede Minute meiner konsequenten Vorbereitung auf den TMS. Dass der Weg ins Medizinstudium nicht immer eine Unmöglichkeit darstellen muss, soll Dir mein persönlicher Erfahrungsbericht verdeutlichen.

Der TM… was?

Mein Name ist Laurin und ich bin 20 Jahre alt. Vor ungefähr zwei Jahren stand ich da, wo auch dieses Jahr wieder knapp 15.000 junge Menschen stehen: Am Anfang der Vorbereitung auf den Test für medizinische Studiengänge in Deutschland, kurz TMS. Ich hatte damals gut ein halbes Jahr mein Abitur in der Tasche und im Rahmen meines Bundesfreiwilligendienstes (BFD) beim Rettungsdienst eine dreimonatige Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert. In dieser Zeit arbeitete ich viel und gerne auf der Rettungswache während ich überlegte, was ich nach meinem Freiwilligendienst beruflich machen möchte. Einige Monate früher kam in mir der Wunsch auf, Medizin zu studieren. Ich hatte von Freunden und Bekannten nur immer von „schwierigen bis fast unmöglichen Zulassungsgrenzen“ und einem unbedingt notwendigen 1,0-Abiturschnitt gehört. Ich wollte mich aber trotzdem der Herausforderung stellen. Eine Kombination aus verschiedenen Recherchen und den einzigartigen Erfahrungen im Rettungsdienst verstärkten meinen Studienwunsch. Ich wollte um jeden Preis Humanmedizin studieren.

Laurin Gerdes arbeitet jetzt bei den MedGurus als TMS Tutor ® Laurin Gerdes

Nach kurzer Recherche stieß ich auf den deutschen Medizinertest, im Volksmund auch als TMS bezeichnet, und erkannte sein unglaubliches Potenzial. Im Anschluss an meine Recherche meldete ich mich zuerst für den TMS und kurze Zeit später für einen mehrtägigen Vorbereitungskurs an. In den Weihnachtsferien besuchte ich das Vorbereitungsseminar und begann verschiedene Strategien für meine TMS-Vorbereitung auszuarbeiten. Ich erkannte, dass es vor allem eine konsequente und ehrgeizige Vorbereitung mit vielen Übungseinheiten bedarf, um im TMS so richtig abliefern zu können.

Vorbereitung ist die halbe Miete

Gesagt, getan. Im Januar 2019 schrieb ich mir mehrere Lernpläne und strukturierte meine Vorbereitung inhaltlich und zeitlich, da ich parallel ganz normal im Schichtdienst weiterarbeitete. Daraus ergab sich dann ein akribisch ausgearbeiteter 4-Monats-Lernplan. Ich wusste genau, an welchem Tag ich welchen Untertest des TMS üben und, welche Zeit ich dafür brauchen würde. Nach einiger Zeit der Vorbereitung merkte ich jedoch, dass mein Übungsmaterial knapp werden würde. Ich benötigte mehr Input, was die Bearbeitungsstrategien der einzelnen Unterteste anging. So besorgte ich mir das Komplettpaket der MedGurus und übernahm sehr viele der empfohlenen Strategien in meine eigene Lernstrategie.

Schritt für Schritt bearbeitete ich die einzelnen Untertests, die im TMS sehr vielfältig und gleichzeitig auch sehr breit gefächert bearbeitet werden müssen. Räumliches Denkvermögen, Logik, Textverständnis oder eine gute Konzentrationsfähigkeit sind einige Beispiele für die benötigten Fähigkeiten im TMS. Rückblickend betrachtet, blieb ich in meiner TMS-Vorbereitung im Großen und Ganzen recht treu. Nach einiger Zeit der Vorbereitung besorgte ich mir jedoch noch kleinere Hilfsmittel, die ich in meine Vorbereitung integriert und die ich als besonders nützlich empfand.

Tipp! Besorg Dir eine kleine Stoppuhr für das Zeitmanagement oder ein Plexiglaswürfel für den Untertest „Schlauchfiguren“!

Testvorbereitung auf den TMS MedGurus

Ein Plexiglaswürfel mit Schlauch hilft einem bei der Orientierung im Untertest „Schlauchfiguren“ ® Laurin Gerdes

Die Zeit im Frühjahr 2019 ging durch viele Vorbereitungsblöcke und Übungseinheiten recht zügig vorbei, sodass der große Tag im Mai immer näher rückte. Gegen Anfang April ging ich in eine reine Übungsphase über und führte auch einige Testsimulationen durch, um ein Gefühl für den eigentlichen Testtag zu bekommen.

Rückblickend empfinde ich vor allem diese letzte Phase kurz vor dem Test als besonders wichtig.

Tipp! In den MedGurus Übungen steigt das Schwierigkeitsniveau stetig an. Das motiviert einen konsequent für den TMS zu lernen!

Je näher der Testtag rückte, desto fokussierter wurde ich dadurch auch. Mir wurde klar, dass ich mich voll und ganz auf den TMS konzentrieren muss, schon allein aus dem Grund, dass man in Deutschland nur einmal im Leben am Test teilnehmen darf. Diese einmalige Chance wollte ich also unter keinen Umständen vermasseln.

Der Testtag

Am 11. Mai 2019 war es dann soweit und der Testtag stand an. Ich muss zugeben, dass ich entgegen meiner Erwartungen, relativ ausgeruht und ausgeschlafen zum Testort fahren konnte. Mein TMS fand damals im Congress Centrum Heidenheim statt und mit mir schrieben dort schätzungsweise 200 weitere Teilnehmer*innen. Trotz einer gewissen Grundanspannung war ich relativ gelassen und hatte nach der Anmeldung im modern ausgebauten Foyer des Congress Centrums noch ein bisschen Zeit bis es endlich losgehen sollte.

Nach einer kurzen Suche fand ich meinen Testplatz, an dem ich mich mit ein paar mitgebrachten Snacks, meiner Wasserflasche und meinem sorgfältig ausgewählten Schreibzeug platzierte.

Tipp! Trinke nicht zu viel während der Prüfung! Jeder Toilettengang kostet Dich wertvolle Zeit.

Zu Beginn gab der Testleiter einige Informationen zum Ablauf und zu den Regeln, die an diesem Testtag gelten sollten. Daraufhin wurden die Testhefte ausgeteilt und die Bearbeitungszeit begann. Ich muss zugeben, dass ich beim ersten Untertest „Muster zuordnen“ wirklich ein bisschen nervös war. Allerdings erinnerte ich mich, dass bei diesem Untertest die Anwendung der gelernten Bearbeitungsstrategie ganz besonders wichtig war. Ich atmete ein paar Mal tief durch und begann mit den Aufgaben.

Sechs Stunden fühlten sich an wie 10 Minuten

Ab diesem Moment verging die Zeit wie im Flug. Es folgte ein Wechsel zwischen Instruktionen, die der Testleiter durch ein Mikrophon an die Teilnehmer*innen durchsagte, und Bearbeitungsphasen. Ich bearbeitete die Unterteste „Muster zuordnen“, „Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis“, „Schlauchfiguren“, „Quantitative und formale Probleme“ und „Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten“. Ehe ich mich versah lies der Testleiter die Testhefte einsammeln und alle Teilnehmer mussten den Testraum verlassen. Die Mittagspause dauert genau eine Stunde. Es war ein schöner frühsommerlicher Tag und ich entschied mich dazu, mich mit meinen belegten Brötchen nach draußen in die Sonne zu setzen.

Tipp! Nimm in der Pause reichlich Kohlenhydrate zu Dir! Das ist Energie in Reinform für Dein Gehirn.

Die Mittagspause verging im Prinzip genauso schnell, wie der eben abgeschlossene Vormittagsteil. Ich redete ein bisschen mit anderen Teilnehmer*innen. Alles in allem waren es aber gemischte Meinungen über den ersten Testteil.

Tipp! Lass Dich von den Einschätzungen anderer nicht verwirren oder runterziehen! Das sind alles subjektive Eindrücke.

Im Nachmittagsteil standen nun noch vier verschiedene Unterteste an, die es zu bearbeiten galt. Den Anfang machte der Gedächtnistest „Figuren und Fakten lernen“, an den sich ein sogenannter Zertrümmerungstest anschloss, indem man Textaufgaben bearbeiten sollte. Nach dieser einstündigen Textarbeit, sollte zu Beginn des Mittagsteils eingeprägtes Wissen, in einer Reproduktionsphase wiedergegeben werden. Gerade dieser Untertest bereitete mir schon in der Vorbereitung großen Spaß und ich konnte meine Bearbeitungsstrategien, den „Eckentrick“ und die „Loci-Methode“ recht gut anwenden. Vergleichbar zum Vormittagsteil, verging die Zeit im kürzeren Mittagsteil, ebenfalls recht zügig und ich war bei der letzten Testaufgabe „Diagramme und Tabellen“ angekommen. Viele andere Testteilnehmer*innen hatten bereits die Stifte weggelegt oder schliefen auf dem Tisch.

Tipp! Es lohnt im letzten Untertest nochmal alles zu geben. Die meisten Leute geben in Diagramme und Tabellen meist auf und ruhen sich aus.

Direkt danach, hatte ich primär ein gemischtes, vielleicht leicht positives Gefühl. Aufgrund des komplexen Bewertungsmechanismus des TMS konnte ich es nur schwer einschätzen, wie gut meine erbrachte Leistung wirklich war. Viel größer war das Gefühl der Erleichterung, das sich nach Abschluss des TMS breitmachte. Ich hatte mich über einen längeren Zeitraum konsequent und strukturiert auf einen wichtigen Tag vorbereitet und war in erster Linie einmal froh, dass ich den Test gemeistert hatte.

Der TMS war geschrieben, wie ging es dann weiter?

In meinem Testjahr dauerte die Auswertung des Testes bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse ungefähr 6 Wochen. Nach sechs Wochen des langen Wartens erhielt ich schließlich mein Ergebnis und war mit 97% wirklich sehr zufrieden. Das kam sogar etwas überraschend!

Nach Erhalt meines Ergebnisses rechnete ich mir meine Chancen auf einen Studienplatz aus. Natürlich war ich umso glücklicher, als ich erkannte, dass ich mir meinen Wunsch im Hinblick auf meinen Studiengang höchstwahrscheinlich erfüllen könnte.

Meine Quintessenz und Empfehlungen an Dich

Abschließend kann ich Dir erstmal dazu gratulieren, dass Du Dich für die Medizin interessierst. Ich kann Dir ehrlich sagen, dass sich die Vorbereitung auf den TMS wirklich in jeder Hinsicht lohnt. Einerseits bekommst Du schon früh ein wirklich gutes Gefühl dafür, wie sich später im Studium eine Klausurenphase anfühlen kann.

Du wirst Dir einen Lernplan erstellen und im Idealfall auch, wie beim TMS, auf Dein ganz persönliches Ziel hinarbeiten müssen. Andererseits aber, kannst Du Dir durch ein strukturiertes Vorgehen und eine intensive Beschäftigung mit der Thematik viele wirklich nützliche Lernmethoden aneignen.

Tipp! Gerade die Merkstrategien aus dem Untertest „Figuren und Fakten lernen“ wende ich selbst heute noch für Fakten oder Daten aus dem Studium an. Die Lerntechniken für den TMS, helfen Dir im späteren Medizinstudium!

Der TMS ist kein Test, der Dir allzu große Angst bereiten sollte. Er ist wirklich kein großes Hexenwerk, wenn du Dich auch schon in der Recherchephase ausführlich damit befasst und auf den einen oder anderen Fallstrick aufmerksam wirst. Allerdings muss ich Dir auch ganz ehrlich sagen, dass sich der Test natürlich nicht von alleine schreibt und wirklich eine gewissen Vorbereitung nötig ist.

Tipp! Mit einer strukturierten Vorbereitung kannst Du Dein Endergebnis erheblich steigern! Ich kann dir nur raten, Dich mental frühzeitig auf ein solches Ziel einzustellen.

Dafür und auch für die Vorbereitung gibt es im Internet, aber auch in Buchform sehr viele gute Informationen und Übungen, die zumindest mir, die Vorbereitung auf den TMS erheblich erleichtert haben. Wie oben geschrieben, ist Vorbereitung das halbe Leben. Das stimmt wirklich!

Tipp! Ich kann Dir nur raten, die einmalige Testteilnahme wirklich ernst zu nehmen! Sei Dir bewusst, welchen immensen Einfluss, den  TMS auf die Studienplatzvergabe einnimmt.

Nochmals sei gesagt, dass der TMS zwar eine Herausforderung aber kein unüberwindbares Hindernis darstellt. Ich denke, dass es vielmehr auf eine strukturierte Vorbereitung, Durchhaltevermögen und eine gewisse Portion Motivation ankommt. Wie bereits oben erwähnt, empfand ich auch die abschließende Übungsphase meiner Vorbereitungszeit als sehr wertvoll. Ich empfehle Dir deshalb ebenfalls in Deiner Vorbereitung sehr viele Übungen zu bearbeiten!

Die drei Grundsätze für eine gute Vorbereitung auf den TMS

Man kann die wesentlichen Grundsätze vielleicht in drei Aussagen zusammenfassen:

  1. Konzentriere Dich auf das Wesentliche und verliere Dich nicht zu sehr im Detail.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr erleichternd ist, banale Dinge (zum Beispiel das Pausenbrot, Ersatzbatterien für die Stoppuhr oder die Schreibmaterialien) einige Zeit vor dem Test bereits zurechtzulegen.
  2. Beginne mit Deiner Vorbereitung nicht zu früh aber auch nicht zu spät!
    Beachte zum Beispiel auch deinen individuellen Lerntyp und höre bei der Zeitplanung ein bisschen auf Dein Bauchgefühl.
  3. Mache Dich nicht verrückt und vergiss nie, was Dein eigentliches Ziel ist!
    Mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein und einer ordentlichen Vorbereitung kannst auch Du schaffen, was schon viele vor Dir erfolgreich geschafft haben. Es geht vielmehr darum, sich geeignete Lösungsstrategien für die einzelnen Unterteste anzueignen.

Übrigens habe ich dann September 2019 an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg mit dem Medizinstudium begonnen. Neben dem Studium bin ich immer noch im Rettungsdienst tätig. Zudem arbeite ich in einem jungen und coolen Team bei den MedGurus und versuche dort meine Erfahrungen in Form von verschiedensten Übungsaufgaben, im Support oder in Kursen als Tutor an zukünftige Testteilnehmer*innen weiterzugeben.

Abschließend wünsche ich Dir für Deine Vorbereitung viel Erfolg und Durchhaltevermögen. Solltest Du eine Frage zu meinem Weg ins Studium oder zu meinem Erfahrungsbericht haben, freue ich mich sehr über Deine Rückmeldung unten in den Kommentaren.

Dein Laurin

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