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Deine Chancen auf einen Medizinstudienplatz in Österreich

Du kannst in vielen Städten in Österreich Medizin studieren. Aber wo stehen Deine Chancen für einen Studienplatz am höchsten?

In Österreich gibt es vier staatliche Hochschulen, an denen man Humanmedizin oder Zahnmedizin studieren kann. Einziges Aufnahmekriterium ist der MedAT – Medizinaufnahmetest Österreich. Jede Universität erstellt nach dem MedAT ihre eigene Statistik, nach der die Studienplätze dann vergeben werden. Deshalb stehen die Chancen auf ein Medizinstudienplatz in jeder Stadt etwas anders. Im ungünstigsten Fall kann es passieren, dass man als EU-Bürger zwar in Graz mit seinem MedAT Testergebnis einen Studienplatz angeboten bekommen hätte, in Innsbruck aber nicht. Das passiert, wenn es bspw. in Innsbruck viel mehr Bewerber*innen in der eigenen Quote gab, als in Graz.

Abgesehen von der MedUni Graz und in Innsbruck kannst Du auch an der MedUni in Wien und in Linz Medizin studieren.

Mädchen bereitet sich mit Lernunterlagen auf den MedAT vor.

Medizin kannst Du in Österreich in den Städten Wien, Linz, Graz oder Innsbruck studieren.

In welcher Stadt solltest Du Dich bewerben?

Zuerst einmal in der Stadt, in der man sich vorstellen kann mindestens 6 Jahre seines Lebens zu verbringen. Diesen Satz bitte zweimal lesen, da er so wichtig ist!

Falls man eine Aversion gegen stinkende U-Bahnen, unhöfliche Menschen und einen überteuerten Wohnungsmarkt hat, stellt sich die Stadt Wien nicht als beste Wahl heraus. Natürlich gibt es auch genügend Gründe, die für Wien sprechen. Lies mehr dazu unter „5 Gründe, warum man in Wien studieren sollte„.

Vorläufige Anmeldezahlen für 2022 – Deine Chancen auf ein Medizinstudienplatz standen noch nie besser!

Die genauen Chancen für die Studienplätze kann man sich ausrechnen, wenn die Verteilung aller Teilnehmer*innen in AT, EU und Non-EU bekannt ist. Leider wurde diese Information in den letzten Jahren nicht mehr veröffentlicht. Um Dir dennoch ein Bild über die Ausgangslage vor dem MedAT 2022 zu geben, haben wir eine Übersicht erstellt, die die Verteilung der diesjährigen Studienplätze bei der diesjährigen Zahl der Anmeldungen von 15.788 darstellt.

Tipp: Noch ist der Test nicht geschrieben und es ist sehr wahrscheinlich, dass sich durch das Nicht-Erscheinen einiger Teilnehmer*innen die Verteilung der Plätze noch einmal verändert!

Zuerst einmal solltest Du wissen, wie viele Studienplätze jede Stadt zur Verfügung stellt. Schaue Dir dazu die folgende Tabelle an. Seit 2022 gibt es insgesamt 110 Studienplätze mehr!

Tabelle zur Verteilung der Medizinstudienplätze 2022.

Die Verteilung der Studienplätze in Österreich richtet sich nach der Kontingentverteilung.

Jetzt können wir uns ausrechnen, wie hoch die Chancen auf einen Studienplatz in den verschiedenen Städten stehen, aber diese Zahlen beziehen sich auf das Human- und Zahnmedizinstudium zusammen und die Quotenregelung wurde hier noch nicht beachtet. Trotzdem helfen diese Zahlen sehr, um sich zu orientieren.

Tab. 1: Chancen auf einen Studienplatz nach Quote 2022 – Alle Kontingente 

Anmeldungen in %* Bewerber*Innen**
Wien 7.881 9,6 10
Innsbruck 3.350 12,2 8
Graz 2.650 14,0 7
Linz 1.907 16,2 6
Gesamt 15.788 11,7 9

Wenn Dich aber die Aufteilung für die beiden Studiengänge einzeln interessiert, dann schau Dir die Tendenzen für den MedAT 2022 und 2023 an.

Anmeldestatistik MedAT und Chancen auf ein Medizinstudienplatz

Da mittlerweile leider nicht mehr die genauen Zahlen der Anmeldungen in den einzelnen Kontingenten veröffentlich werden, kann man sich nur grob die Chancen ausrechnen. Also ohne, dass man die Quotenregelung bei der Berechnung berücksichtigt.

Früher wurden die Zahlen von den Medizinuniversitäten aber noch herausgegeben und Du konntest Dir für jede Quote genau ausrechnen, mit wie vielen Leuten Du um einen Platz konkurrieren musst. Wir haben Dir nachfolgend diese Berechnung auf Grundlage der Anmeldezahlen von 2018 aufgelistet. Obwohl die Teilnehmerzahlen natürlich jedes Jahr variieren, bleibt der Anteil der Leute in den verschiedenen Kontingenten ungefähr gleich. Das heißt, dass sich jedes Jahr circa der gleiche Anteil an AT-, EU-, und Non-EU-Bürgern für den MedAT anmelden. Deshalb solltest Du trotzdem ein Blick auf die Statistik von 2018 werfen. (Hinweis: 2018 gab es noch 110 Plätze weniger für ein Medizinstudium – wir haben die Chancen mit der damaligen Anzahl an Studienplätzen berechnet)

Insgesamt haben sich 2018 für alle Teststandorte 15.880 Bewerber*innen für den MedAT angemeldet, bei gerade mal 1.680 Studienplätzen. Das sind also fast 10 Bewerber*innen pro Studienplatz.

Aber bereits das Erscheinen zum Testtag stellt für die Ersten eine große Hürde dar. So erscheinen jedes Jahr tausende Bewerber*innen gar nicht erst zum Test. Letztes Jahr waren es ganze 3.328 Personen – und schon sind es „nur“ noch 7,5 Bewerber*innen pro Studienplatz.

Auch spielen Nachfrage und Angebot eine Rolle. Die meisten Teilnehmenden beim MedAT schreiben in Wien den Test, aber die MedUni Wien hat auch die meisten Studienplätze im Angebot. Während in Linz zum Beispiel letztes Jahr „lediglich“ 1269 Teilnehmer um 180 Plätze konkurriert haben. Man sollte also immer das Verhältnis von Bewerberzahlen und Studienplätzen bedenken, wenn man an die Chancen auf ein Medizinstudienplatz denkt.

Tab. 2: Teilnehmer*innen MedAT Human- und Zahnmedizin 2018

Humanmedizin AT EU Non-EU Zahnmedizin
Graz 2.287 1.563 834 44 154
Innsbruck 2.704 1.137 1.675 85 193
Wien 5.503 3.883 1.878 184 442
Linz 1.269 803 442 31
Gesamt 11.763 789

Tab. 3: Chancen auf einen Medizinstudienplatz nach Quote 2018

AT EU Non-EU
Graz 16,10 % 8,00 % 38,60 %
Innsbruck 23,70 % 4,30 % 21,20 %
Wien 12,70 % 7,00 % 17,90 %
Linz 16,80 % 8,10 % 39,10 %

Tab. 4: Bewerber*innen pro Studienplatz nach Quote 2018

AT EU Non-EU
Graz 6,2 12,5 2,6
Innsbruck 4,2 23,3 4,7
Wien 7,9 14,3 5,6
Linz 6 12,3 2,5
Mädchen sieht sich die Quoten für den MedAT an, um ihre Chancen auf einen Medizinstudienplatz zu bewerten.

Lass Dich von den Anmeldezahlen nicht verunsichern, denn am Ende kommt es auf mehr als nur auf die Zahlen an!

Geringe Chancen auf ein Medizinstudienplatz in Innsbruck?

Zu guter Letzt ist die Quote, der man angehört zu berücksichtigen. „Bewirb Dich als Deutscher auf keinen Fall in Innsbruck – da gehen alle hin“. Diesen Satz hat schon jeder MedAT-Interessent einmal gehört, aber stimmt das wirklich?

Wenn man auf die Zahlen der letzten Jahre blickt, dann könnte man wirklich darauf schließen, dass man es in der EU-Quote in Innsbruck am schwierigsten hat. Jedoch gab es Jahre, in denen man in Wien eine höhere Punktzahl für einen Studienplatz gebraucht hat, als in Innsbruck. In unserem Leitfaden haben wir die benötigten Mindestpunktzahlen in den jeweiligen Quoten der letzten Jahre aufgelistet.

Sind die Chancen auf ein Medizinstudienplatz in Innsbruck wirklich so gering? Die hohen EU-Bewerberzahlen in Innsbruck kann man zum Beispiel mit der geografischen Nähe zu Deutschland begründen. Viele Testanwärter*innen wollen den MedAT erstmal kennenlernen und schreiben den Aufnahmetest beim ersten Mal ohne entsprechende MedAT Vorbereitung mit. Es bietet sich als Deutscher an, hierfür nicht in das weit entfernte Graz oder Wien zu fahren, sondern in das einen Katzensprung von Deutschland entfernte Innsbruck.

Mit ein bisschen Motivation und einer positiven Einstellung schaffst auch Du es ganz bestimmt!

Mit ein bisschen Motivation und einer positiven Einstellung schaffst auch Du es ganz bestimmt!

Hab keine Angst vor dem Medizinertest!

Selbstverständlich kann man die Bewerberzahlen als grobe Orientierung bei der Entscheidungsfällung nutzen, aber der ausschlaggebende Faktor sollte es nicht sein! Das Medizinstudium in Deiner Lieblingsstadt an Deiner Wunsch-Uni sollte die Motivation für den MedAT sein! Und mit einer soliden Testvorbereitung kann man getrost die Punkteunterschiede in den jeweiligen Städten ignorieren, also nur Mut! Und by the way: Wir bieten Dir ein extrem umfangreiches Angebot für Deine Vorbereitung auf den Medizinaufnahmetest Österreich an!

Du willst auch von unserem Wissen profitieren? Dann schau bei unserem Kursangebot vorbei!

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10 Kommentare

Ahmad 7. November 2022 um 15:06

Eine Frage bezüglich den Chancen auf Medizinstudienplatz. Ich sehe in dem Artikel, dass die Chancen im nicht EU Quote höher als bei anderen Quoten sind.
Laut Med Uni Wien die Bewerber müssen unter der besten 680 sind, um einen Studienplatz zu erhalten.
D.h gehe ich davon aus, wenn man den Rang 681 hat, kriegt keinen Platz, obwohl er die Beste Note unter der nicht EU Quote erreicht hat.
Die Frage lautet: was meinen Sie mit der Chancen oben?
Ich glaube die Konkurrenz zwischen die Bewerber aufgrund der Zahl der Bewerber und die dafür stehende Plätze unter einer Quote ist nicht aussagekräftig für Vorhersage der Chancen auf Studienplatz.

Danke im Voraus und Viel Grüße

Ahmad

Antworten

Support Fiona Pölt 8. November 2022 um 11:04

Hallo Ahmad,

vielen Dank für deine Nachricht. Bei den Chancen handelt es sich natürlich immer nur um statistische Berechnungen. Was hier natürlich nicht mit einbezogen wird sind die Leistungen der Teilnehmer und wie gut man tatsächlich sein muss, sondern lediglich die reinen Bewerberzahlen auf die Plätze gerechnet. Allerdings ist es manchmal hilfreich diese Zahlen heranzuziehen, um einen Eindruck zu bekommen wie realistisch eine Zulassung bei guter Vorbereitung ist.

Ich hoffe ich konnte dir deine Frage damit ausreichend beantworten. Falls du weitere Fragen hast, melde Dich gerne unter: support@medgurus.de

Beste Grüße
Deine MedGuru Fiona

Antworten

Marion 20. März 2022 um 18:16

Hallo,
kann man den Test denn wiederholen? Ich lese das mal so raus. Somit könnte man den Test erst mal in Innsbruck machen und wenn es mit dem Studienplatz nicht geklappt hat dann z.B. in Linz? Wie oft darf man den Test machen?
Eine Vorbereitung auf den Test ist, so wie ich das verstehe, wichtig. Da aktuell aber die Abiturprüfungen anstehen, konzentriere ich mich jetzt darauf und habe dann nich mehr so viel Zeit zum Lernen bzw. die Vorbereitungen. Ist es dann eher zum Scheitern verurteilt? Oder können die Chancen durchaus recht gut sein?
Dann noch eine andere Frage. Gehen wir mal davon aus, es hat mit dem Studienplatz geklappt, aber ich möchte doch erst ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, z.B. beim Rettungsdienst. Hier kann ich sicher einige wichtige Erfahrungen sammeln und den Platz für ein FSJ habe ich schon, da man sich hierfür ja schon früh bewerben muss. Bei uns in Deutschland wird einem ein Studienplatz dann für die Dauer des FSJ reserviert. Wie ist das in Bezug auf einen Studienplatz in Österreich? Darf ich das FSJ (in D) machen und dann im Jahr darauf meinen Studienplatz in Medizin (in A) antreten?
Vielen Dank für eure Antworten und herzliche Grüße!

Antworten
Moritz

Support Moritz 24. März 2022 um 12:05

Hallo Marion,

Den MedAT kann man so oft wiederholen, wie man möchte. Ein offizielles Reservieren gibt es unseres Wissens nach nicht. Es gibt aber immer die Möglichkeit, sich nach Studienplatzzusage und Einschreibung ein Urlaubsjahr an der Uni zu nehmen, in dem dann das FSJ gemacht werden kann. Der Studienplatz muss aber nach Zusage fristgerecht angenommen werden, da der Platz sonst verfällt. Daraufhin stellt man einen Antrag auf Beurlaubung. Zu den erlaubten Gründen für die Beurlaubung gehört auch ein freiwilliges soziales Jahr. Den Beurlaubungsantrag und die Auflistung der erlaubten Beurlaubungsgründe findet man z. B. auf dieser Seite der MedUni Wien:

https://www.meduniwien.ac.at/web/studierende/service-center/beurlaubung/?fbclid=IwAR0IhMj97s3NWgOWyjDBLsW-QNmwsUewzfZDKSIRMRlCJV-48xVP1FVjwXc

Daraufhin wird man für die benötigten Semester beurlaubt und kann ein Jahr später mit dem Studium starten. Ob es von Relevanz ist, ob das FSJ in Deutschland oder Österreich abgeleistet wird, ist aus der Website nicht herauszulesen. Es sollte aber ein FSJ in Deutschland auch akzeptiert werden. Eine direkte Nachfrage bei der Wunschuni wäre aber zu empfehlen.

Die erfolgreiche Vorbereitung auf den MedAT nach den Abiturprüfungen ist prinzipiell möglich, wenn auch zeitlich relativ knapp. Mit etwas Vorwissen im BMS-Teil und gezieltem Lernen nach dem Abitur wäre der Wissenteil gut zu bewältigen. Für den kognitiven Teil wäre es hilfreich, sich parallel zum Abitur schon Bearbeitungsstrategien zu den einzelnen Testteilen im Voraus auszuarbeiten, um sie dann in den verbleibenden Wochen nur noch üben zu müssen. Zum Beispiel ist es sinnvoll, sich für den Untertest „Gedächtnis und Merkfähigkeit“ eine feste Bearbeitungsstrategie im Voraus zurechtzulegen.

Beste Grüße
Moritz

Antworten

Thu Mariette 12. Februar 2022 um 13:50

Hallo!
Unser Sohn hat in Bayer das Abi gemacht, ist aber gebürtiger Österreicher. Gehört er deswegen wirklich zu den EU Bürgern?

Antworten
Moritz

Support Moritz 13. Februar 2022 um 16:08

Hallo Thu Mariette,
Leider zählt bei der Quotenzugehörigkeit beim MedAT wirklich nur der Abschluss. Selbst mit österreichischer Staatsbürgerschaft zählt man also nur zur EU-Quote, wenn man seinen Abschluss nicht in Österreich gemacht hat.
Viele Grüße,
Moritz

Antworten

Frank 30. März 2020 um 23:59

Wie sieht es denn mit den Zahlen von 2019 aus? Sollte man sich wieder in Graz bewerben oder doch in Wien? (Kleinen Geldbeutel von mir bitte bedenken :) )

Antworten
Moritz

Support Moritz 31. März 2020 um 17:37

Hey Frank,
vielleicht hilft dir dieser Artikel weiter: https://medgurus.de/community/medat-teilnehmerzahlen/.
Beste Grüße
Moritz

Antworten

Jan 3. April 2019 um 10:35

Seid ihr euch sicher, dass die Teilnehmerzahlen in Wien von 2018 stimmen? Habe keine anderen Informationen im Internet gefunden. Dank im voraus!

Antworten
Moritz

Support Moritz 3. April 2019 um 16:41

Hallo Jan,
laut unserer Recherche sollten die angegebenen Zahlen korrekt sein.
Viele Grüße
Moritz

Antworten

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