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Wie läuft der MedAT Testtag ab?

Der Entschluss war gefasst, mein Wille eisern: ich werde Ärztin.
Die Anmeldung via medizinstudieren.at war schnell getan und, dass ich nach Wien will stand auch fest.
Die Monate gingen viel zu schnell vorbei und die Tage und Lernpläne wurden immer länger.
Abseits von einer guten Vorbereitung gibt es noch andere Faktoren, die einen enormen Einfluss auf die Performance beim MedAT selbst haben. Aufregung, Schlaf, Konzentration, ’ne schwache Blase…
Spaß beiseite: Was erwartet dich beim MedAT?

Die Unterkunft

Der Einlass startet relativ früh und der Test auch (meist 8:30/9Uhr). Wenn ihr nicht in der direkten Umgebung eures Testortes wohnt, sei es euch abgeraten um 5 Uhr morgens ins Auto zu steigen und zur Testhalle zu fahren. Ihr habt wirklich andere Sorgen und das bisschen schlaf, was ihr mit all der Aufregung bekommen könnt ist kostbar.
Investiert lieber paar Euro mehr in ein Hotelzimmer. Seht es als Investition für eure Zukunft. Da gibt man dann gerne ein wenig mehr aus.
Apropos Unterkunft: ihr solltet recht früh dran sein mit der Zimmerreservierung. Die Preise steigen exponentiell mit Näherkommen des Testtages (kein Witz) und ebenso rapide steigt die Nachfrage. Stellt sicher, dass das Hotel ein Frühstück anbietet. Mit leerem Magen ist es schwieriger ’nen Studienplatz zu bekommen.

Die Gaderobe

Die Testhallen werden auf arktische Temperaturen von 18°C und niedriger gekühlt. Wir versuchen es mit einer besseren Hirnfunktion zu rechtfertigen aber einer der Testkoordinatoren in Wien hat in einer unbeobachteten Minute aus dem Nähkästchen geplaudert: das mit den Hirnen stimmt aber bisschen Psychoterror ist auch dabei. Wer friert kann sich nicht konzentrieren und fliegt somit aus dem Rennen. Sei schlauer als mein Tischnachbar am Testtag: der Arme war aufgrund der warmen Julitemperaturen in kurzer Hose und T-Shirt da. Ich habe ihn niemals in einer Vorlesung wieder finden können.
Long story short: zieht euch warm an. Lieber 3 Schichten zu viel als eine zu wenig. Zwiebelmethode ist das Stichwort! Aber nehmt euch in Acht, Zipphodies sind nicht mehr erlaubt!

Die Garderobe II

Jedes Jahr tauchen Menschen mit ihren Jacken, Rucksäcken und co am Testtag auf und stehen dann ewig an der Garderobe an. Ihr wisst, was auf euch zukommt. Packt euer hab und gut in eine durchsichtige Plastiktüte, lasst die Jacke im Hotelzimmer und bewegt euch entspannt und auf direktem Wege auf euren Sitzplatz. So bleibt auch noch ein wenig Zeit zum runterkommen und um sich an die Umgebung zu gewöhnen.

Der Testablauf

Je nach Standort öffnen eure Testhallen ein wenig früher oder später. Ihr müsst nicht die ersten vor Ort sein, es gibt genug Platz und ob ihr nun 30 Minuten länger entspannt frühstückt oder angespannt in der Testhalle sitzt- das sei euch überlassen. Ich war Team Erbrechen-vor-lauter-Aufregung. Jeder, wie er mag.
Nachdem ihr durch Securitychecks gegangen seid (die mal strenger und mal weniger streng sind) kommt ihr in die Testhalle. Dort werdet ihr erstmal erschlagen an der Masse von Menschen, Zweifel machen sich breit („wie soll ich unter den besten sein, bei so vielen Bewerbern?“).

Früher nach Nachnamen geordnet, heute rein zufällig sitzt ihr neben einer ebenso nervösen Person. Ich hatte das Glück einen sehr netten Sitznachbar zu haben, der die letzten Minuten vor dem MedAT damit verbracht hat mir Mut zu machen. Natürlich gibt es noch die Variante, dass man seinen Sitznachbarn komplett ignoriert oder die psychologische Kriegsführung (vorrausgesetzt man ist in der selben Quote), in der man dem anderen Panik macht. Ich empfehle einen sehr netten und fairen Umgang. Bei über 5000 Bewerbern in z.B. in Wien, wird diese eine Person euch nicht den Studienplatz wegnehmen. Und wenn ihr es beide reinschafft, habt ihr auch gleich ein freundliches Gesicht an der neuen Uni.

Der Test startet dann meist sehr pünktlich und folgt der altbekannten Abfolge. Erst BMS, dann Textverständnis, Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten und Sozial-Emotionale-Kompetenzen zum Schluss. Zwischen den einzelnen Testteilen gibt es – bis auf die große Mittagspause – keine Pausen. Trinkt also nicht zu viel, ansonsten verliert ihr wertvolle Bearbeitungszeit auf der Toilette. Die MedAT Tutoren schauen euch auf die Finger, dass ja keiner Schummelt. Nicht auf dumme Gedanken kommen!

Ansonsten solltet ihr immer die Zeit im Auge haben und zügig arbeiten. Wer daheim bereits immer auf Zeit gelernt hat, hat hier einen großen Vorteil.

STOPP! STIFTE AUS DER HAND! UMBLÄTTERN!

Einen Herzinfarkt später ist auch schon der erste Untertest geschafft. Lasst euch nicht zu sehr von den lauten und monotonen Ansagen des Testleiters aus der Bahn werfen. Ich bin bei den ersten Unterteilen immer regelrecht aufgesprungen.

Nach der einstündigen Mittagspause geht es dann direkt weiter mit dem Nachmittagsteil. Hier verging die Zeit für mich wie im Fluge und ehe ich mich versehen hatte, war der MedAT geschafft.

Mit einem flauen Gefühl im Magen, bin ich dann zurück zum Hotel und während die ersten direkt vor der Testhalle mit Bier angestoßen haben, konnte ich es noch nicht so ganz fassen. 4 Monate intensive Vorbereitung und nun war es geschafft. Zufrieden mit meiner Leistungen war ich nicht und fest davon überzeugt durchgefallen zu sein. Nun hieß es abwarten.

Die Ergebnisse

Ziemlich genau 4 Wochen später wurden gegen 11 Uhr mittags die Ergebnisse verkündet. Zuerst wurden die Ranglisten mit allen Kandidatennummern veröffentlich, in der man zitternd nach seiner Nummer gesucht hat, vorrausgesetzt man ist so nervös, dass man die Such-Option vergisst und alle Plätze von unten nach oben einzeln checkt. Das war in einer Zeit vor der neuen Datenschutzgrundverordnung.

Circa 2 Stunden später kam dann auch die persönliche Mail von der Universität mit einem Studienplatzangebot. Man wird weitergeleitet auf eine Seite, auf der man „ich nehme den Studienplatz an“ und „Ich nehme den Studienplatz nicht an“ anklicken soll. Wie eine zitterige Analphabetin saß ich 5 Minuten gemeinsam mit meiner Mutter vor dem Computer und haben zum 100 mal geprüft, ob ich denn nun den richtigen Button anklicke. Ich habe es dann letzendlich geschafft (yay!) und mir wurden Terminoptionen zur Immatrikulation (österr. Inskription) angeboten. Dafür muss man dann zu seiner neuen Heimatuni persönlich fahren.

Abizeugnis, Personalausweis, die Studienplatzbestätigung und 19,20€ für den ÖH Beitrag sind die Unterlagen, die du für dein ewiges Glück brauchst. Danach bist du ganz offiziel Medizinstudent mit Studierendenausweis. Das Stethoskop und den weißen Mantel musst du dir dann selbst anschaffen. „Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt – fast“.

Wir wünschen Dir viel Erfolg beim MedAT und viele Glücksmomente im Studium!

Hast Du noch Fragen zum Testtag? Schreib es uns in die Kommentare!

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6 Kommentare

Jan B 12. Juni 2019 um 16:11

Wäre es zu viel des Guten sich ein ganzes Jahr auf den Test vorzubereiten? Ich würde gerne nächstes Jahr daran teilnehmen, aber nicht bis zur Anmeldungsfrist tatenlos abwarten.

Antworten

Berfin Sakar 24. Juni 2019 um 11:19

Hallo Jan,

früh übt sich. Vor allem im Kognitiven ist eine entsprechende Vorbereitung Gold wert. Verliere dich jedoch nicht zu sehr in Details und stürze dich noch nicht in eine intensive Lernphase, wenn du noch ein ganzes Jahr Zeit hast.
Liebe Grüße!

Antworten

Alessandra 5. Juni 2019 um 18:00

Hallo, bin die Alessandra aus Brasilien hier!
Was sollte bzw darf man zum essen mitbringen und wie?
Freundlichen Gruessen :)

Antworten
Florentina

Florentina 16. Juni 2019 um 13:00

Hallo Alessandra,
was du mitnehmen darfst und was nicht ist an jedem der Testorte unterschiedlich. Aber unter diesem Link: http://www.medizinstudieren.at/allgemeine-informationen/testteilnahme/
kannst du dir ganz genau anschauen, was an deinem Testort erlaubt ist.
Viele Grüße
Deine MedGurus

Antworten

Mia 5. Juni 2019 um 11:36

Ist es nicht mehr erlaubt eine Weste mitzunehmen in den Testsaal? :)

Antworten

Berfin Sakar 5. Juni 2019 um 13:39

Hey Mia,

das kommt ganz auf die Stadt an, was du mitnehmen darfst und was nicht. In Wien darf man zB nicht mehr mit Kapuzenpulli in den Test. Hier findest du alle Informationen http://www.medizinstudieren.at/allgemeine-informationen/testteilnahme/

Liebe Grüße!

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