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„Soziales Entscheiden“ wurde 2015 eingeführt und 2017 um den Untertest „Emotionen erkennen“ erweitert. Zusammen gehen die beiden Untertests als sogenannte „Sozial-emotionale Kompetenzen“ mit  10% in die Wertung ein.

Was ist eigentlich dieser Untertest: „Sozial-emotionale Kompetenzen (SEK)“?

Über soziales Entscheiden:

„Diese Aufgabengruppe im Multiple-Choice-Format misst die Eigenschaft, Entscheidungen in sozialen Kontexten hinsichtlich ihrer Bedeutung zu reihen. Erfasst wird ein Bereich, der besonders in der Medizin eine hohe handlungsleitende Relevanz hat.“

Über Emotionen erkennen:

„Mit diesen Aufgaben wird die Fähigkeit erfasst, aus einer Beschreibung von Personen und Situationen herauszulesen, was eine bestimmte Person in dieser Situation wahrscheinlich fühlt.“

Institut für Psychologie der Universität Graz – Psychologische Diagnostik & Methodik

Die beiden Untertest werden jeweils 15 Minuten dauern und jeweils 10 Aufgaben umfassen. Der Zeitdruck sollte nicht sonderlich groß sein, da der Test wie gesagt die sozialen und nicht kognitiven Kompetenzen testen soll. In den Aufgaben werden nicht nur medizinisch relevante Szenarios geschildert, sondern auch Konflikte aus dem alltäglichen Leben.

Untertest Soziales Entscheiden

Deine Aufgabe besteht beim Sozialen Entscheiden darin, fünf Überlegungen eines Szenarios nach Wichtigkeit zu sortieren. 1 steht dabei für die wichtigste Überlegung, 5 für die unwichtigste Überlegung. Zwei oder mehr Überlegungen können nicht auf der gleichen Wichtigkeitsstufe stehen. Jede der fünf Überlegungen ist einer der fünf Hierarchiestufen zuzuordnen. Diese Reihenfolge der Überlegungen wird anschließend durch fünf Aussagen überprüft, aus denen Du eine auswählen musst. Wichtig: Bei deiner Entscheidung ist die Berücksichtigung der Meinung anderer maßgeblich. Außerdem solltest Du auch immer die Folgen der Entscheidungen berücksichtigen.

Untertest Emotionen erkennen

Die Aufgaben bestehen aus kurzen Situationsbeschreibungen,
in denen beschrieben wird, wie bestimmte Personen eine Situation sehen. Aus diesen Informationen sollst Du herausfinden, wie sich eine bestimmte Person in dieser
Situation wahrscheinlich fühlt. Unterhalb der Situationsbeschreibungen findest Du fünf Möglichkeiten, wie sich die Person in dieser Situation fühlen könnte. Du musst für jede der Möglichkeiten angeben, ob sie eher wahrscheinlich, oder eher unwahrscheinlich ist.

Und warum das Ganze?

Besser bekannt ist dieser Medizinertest unter dem Namen „Situational Judgement Test“ (SJT), bei dem die Probanden mit einem realistischen hypothetischen Szenario konfrontiert werden und zu bewerten haben, welche Verhaltensweise oder Reaktion aus ihrer Sicht am wichtigsten und besten geeignet wäre. Der MedAT bekommt also durch diesen Untertest eine neue Qualität verpasst, indem nun auch Softskills, soweit diese messbar sind, einfließen können. „Diese Soft Skills kann man – wie schon der Name sagt – nie so hart testen wie ‚Hard facts‘. Für den ärztlichen Beruf ist das aber genauso wichtig.“, sagt Rektor der Medizin-Uni Graz, Dr. Josef Smolle. Erstmals wurde der SJT im Aufnahmeverfahren der Medizinischen Universität Graz im Juli 2010 eingeführt, nachdem Männer im damaligen Aufnahmetest stets besser abgeschnitten hatten und man ein Instrument zur Gender-Gleichberechtigung etablieren wollte. Laut Habersack M. et al hätte der SJT dieses Ziel erfüllt, da in diesem Test Frauen durchschnittlich besser abschnitten als Männer.

Auf der offiziellen MedAT-Vorbereitungsseite der Uni Graz kann man sich ein paar Beispielaufgaben anschauen.

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