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Wann sollte ich mit der Vorbereitung auf den TMS anfangen?

Wie viel Zeit sollte man für die Vorbereitung auf den TMS einplanen? Kann man sich auch zuviel vorbereiten? Moritz erklärt Dir, welche Vorbereitungszeit optimal ist.

Wie lange Du Dich auf den TMS vorbereiten solltest, ist die große Gretchenfrage, die sich wohl jeder,  irgendwann stellt. Leider gibt es auf diese Frage keine universelle Antwort. Mit diesem Artikel möchten ich einige relevante Aspekte ansprechen, die bei der Vorbereitung unbedingt Beachtung finden sollten. Damit möchten ich Dir helfen, den richtigen Zeitpunkt für Deine individuelle Vorbereitung zu finden.

TMS Vorbereitung 2021

Wie bereite ich mich auf den TMS 2021 vor? © Florian Buchner

Was wird im TMS verlangt?

Zuallererst solltest Du einen Blick auf den TMS selber werfen. Beim TMS handelt es sich um einen kognitiven Test. Anders als Du es von Prüfungen in der Schule gewohnt bist, werden also primär Fähigkeiten bzw. Skills geprüft anstatt vorher auswendiggelerntes Wissen. Bei einem reinen Faktentest profitierst Du, wenn Du möglichst lange und viel lernst, damit sich das Wissen im Langzeitgedächtnis festigen kann. Bei einem kognitiven Test, wie dem TMS, weicht das zu einem gewissen Grad davon ab.

Wie sollte die Vorbereitung aussehen?

Der TMS prüft Fähigkeiten ab, kein Vorwissen. Alle nötigen Informationen, um eine Aufgabe zu lösen, werden gestellt. Es geht also einzig darum, mit sich vorher angeeigneten Skills einen optimalen und besonders effizienten Lösungsweg zu finden.

Wir beobachten immer wieder, dass sich Teilnehmer und Teilnehmerinnen extrem lange und intensiv auf den TMS vorbereiten und trotzdem eher durchschnittlich bzw. sogar unterdurchschnittlich abschneiden.

Oft wird die Vorbereitung danach ausgerichtet alle Übungsmaterialien „abzuarbeiten“. Man geht also davon aus, dass man ja automatisch ein gutes Ergebnis erreichen müsse, wenn man sich ja sehr lange vorbereitet und alles abgehakt hat. Dabei ist es manchmal zielführender, sich mit einzelnen Aufgaben auseinander zu setzen und sich zu überlegen: Warum habe ich so lange für die Aufgabe gebraucht? Wo bin ich bei meiner Lösung falsch abgebogen und wie könnte ich solche Aufgaben in Zukunft effizienter lösen?

Zudem ist es ratsam auch mal zu üben, wenn Du direkt von der Schule/Arbeit kommst. Es ist wichtig  ein Gefühl dafür zu bekommen, die Aufgaben in einem erschöpften Zustand zu bearbeiten.

TMS Vorbereitung Bücher 2021

Testvorbereitung auf den TMS mit unseren Büchern ® Florian Buchner

Die sich daraus ableitende Konsequenz ist, dass die Länge der Vorbereitungszeit nicht notwendigerweise proportional zur erreichten Punktzahl steht oder anders gesagt: Viel hilft nicht immer viel. Eine clevere Vorbereitung kann um einiges erfolgsträchtiger sein als eine lange Vorbereitung.

Sieh die Vorbereitung in ihrer Gesamtheit. Du wirst nicht schlechter im TMS abschneiden, nur weil Du mal einen Tag Pause gemacht oder eine bestimmte Aufgabe bzw. Simulation übersprungen hast.

Wie lange sollte man sich auf den TMS vorbereiten?

Wir empfehlen, sich nicht länger als 2-3 Monate vorzubereiten. Dieser Zeitrahmen beinhaltet einen moderaten Vorbereitungsaufwand von ca. 3-4 mal pro Woche 1-2 Stunden pro Tag. Selbstverständlich sollte der Lernplan auf Deine individuelle Situation angepasst sein.

Dieses Vorbereitungsvolumen basiert einerseits auf den persönlichen Erfahrungen, die die anderen Tutoren und ich über die Jahre gesammelt haben. Andererseits wurde dieser Aspekt bereits im Bezug auf den sehr ähnlichen EMS statistisch ausgewertet. Genauere Infos dazu findest du im Vorbereitungsreport.

Es ist auch durchaus angemessen den Lernplan entsprechend der eigenen Stärken und Schwächen zu adaptieren. Wenn Du bereits sehr gut in einem Untertest bist, könntest Du weniger Zeit für diesen und mehr Zeit für einen anderen Untertest einplanen.

Kann sich eine lange und intensive Vorbereitung auch negativ auf mein Testergebnis auswirken?

Leider ja! Eine zu lange und intensive Vorbereitung kann unter Umständen mit einigen Problemen einhergehen:

  • Zu wenig Übungsmaterial: auch wenn es zu Beginn viel erscheint, aber die Menge an Übungsaufgaben ist limitiert. Wenn Du zu früh mit der Vorbereitung beginnst und Du keinen Überblick über das vorhandene Übungsmaterial hast, kann es mitunter passieren, dass Du plötzlich mehrere Wochen vor dem TMS bereits alle Aufgaben bearbeitet hast. Diese Situation solltest Du auf jeden Fall vermeiden. Zwar kannst Du Aufgaben auch mehrfach bearbeiten. Allerdings ist der Lerneffekt beim zweiten Mal sehr viel geringer. Ein guter und angepasster Lernplan kann dieses Problem vorbeugen.
  • Die Kreativität geht verloren: Das dauerhafte Lösen von ähnlichen Aufgaben kann dazu führen, dass Du Aufgaben immer nach demselben Schema zu lösen beginnst. Das ist zwar auf den ersten Blick effizient. Allerdings kannst Du dann sehr schnell aus dem Konzept gebracht werden, sobald die Aufgaben im Test auch nur minimal von den geübten Aufgaben abweichen. Du verliertst also die Fähigkeit kreative und individuelle Lösungswege zu finden.
  • Psychischer Druck: Der TMS stellt für viele Leute einen immensen Stressor dar. Wenn Du Dich monatelang jeden Tag mehrere Stunden damit beschäftigst, steigerst Du Dich unweigerlich immer weiter rein und baust Dir automatisch mehr und mehr Druck auf. Beim Test selber fällt es dann extrem schwer einen kühlen Kopf zu bewahren.

Kann ich mich nicht doch irgendwie früher vorbereiten?

Das geht tatsächlich! Beispielsweise kannst Du Deine Matheskills soweit auffrischen, dass Du zu Beginn der Vorbereitungsphase alle Rechenregeln gut beherschst. Du kannst vorher schon anfangen, ab und zu mal wissenschaftliche Texte zu lesen. Der Vorteil dabei ist, dass Du dich schon mal daran gewöhnst, komplizierte und unbekannte Texte zu lesen und zu verstehen.

Aber Vorsicht: Das Vorbereiten und lernen von spezifischen medizinisch-wissenschaftlichen Zusammenhängen sollte vermieden werden, da es sehr aufwändig ist und in den seltensten Fällen einen relevanten Vorteil im TMS bringt.

Weitere Tipps, wie man sich unspezifisch auf den TMS vorbereiten kann, findest Du hier.

Was mache ich, wenn ich im selben Jahr meine Abiturprüfungen habe?

In dieser Situation befinden sich jedes Jahr viele Testteilnehmer und Teilnehmerinnen. Entgegen der allgemeinen Erwartungen, muss dies jedoch kein Nachteil sein. Denn eine gute Abiturvorbereitung trainiert genau die Skills und Fähigkeiten, die im TMS verlangt werden: Logisches Denken, Schlüsse ziehen, Texte schnell auf wichtige Inhalte prüfen und diese daraus zu extrahieren. Somit stellt eine gute Abiturvorbereitung bereits eine gute TMS-Vorbereitung dar! 

Die TMS-Vorbereitung muss daher nicht durchgehend spezifisch auf den TMS ausgerichtet sein.

Wir möchten an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass die Abiturvorbereitung unserer Meinung nach nicht zugunsten der TMS-Vorbereitung leiden sollte.

So habe ich mich damals auf den TMS vorbereitet

Um Dir einmal zu zeigen, wie die TMS-Vorbereitung in die Abiturvorbereitung integriert werden kann, möchte ich Dir kurz erzählen, wie ich damals meine Vorbereitung gestaltet habe.

Der TMS war ca. zweieinhalb Wochen nach meinen Abiturprüfungen. Für mich war die Abiturvorbereitung ein ganz zentraler Teil meiner TMS-Vorbereitung. Diese Erkenntnis kam jedoch erst nach dem TMS. Mit der Abiturvorbereitung hatte ich bereits recht früh begonnen. Anfangs eher locker, damit ich mich langsam an das Arbeitspensum annähern konnte. Später dann immer intensiver. Dadurch konnte ich mir auch erlauben, mich den ein oder anderen Tag primär auf den TMS zu fokussieren.

Ich habe dann damals die TMS-Aufgaben bzw. ganze Simulationen immer mal wieder in meine Abiturvorbereitung eingebaut. Manchmal sogar als aktive Pause. Das war insofern ganz gut, da ich sehr froh darüber war, mal etwas anderes als den Abiturstoff zu sehen und die Aufgaben dadurch auch gerne gemacht habe. Außerdem habe ich mich dadurch nicht zu sehr auf den TMS verkrampft, da ich ja noch das Abi vor mir hatte.

Da das Niveau der TMS-Aufgaben nicht ganz dem der Abituraufgaben entspricht, hatte mein Gehirn während der Bearbeitung der TMS-Aufgaben die Möglichkeit, den gelernten Abiturstoff zu verarbeiten und unterbewusst zu konsolidieren. Der Lernprozess findet nämlich immer erst nach dem eigentlichen Lernen statt, wenn man schläft oder sich entspannt. Beides sollte daher bei Deiner Vorbereitung mit eingeplant sein. Als ich dann meine Abiturklausuren hinter mir hatte, habe ich mir 1-2 Tage Party und Pause gegönnt und mich im Anschluss voll und ganz auf den TMS konzentriert. Da ich bereits durch das Abitur im Lernmodus war (also quasi darauf getrimmt, wenn es darauf ankommt, Leistung zu erbringen), war ich beim TMS gar nicht mehr so aufgeregt, da ich ja bereits zwei Wochen zuvor in einer ähnlichen Prüfungssituation war.

Diese Strategie hat mir zwar sehr viel Disziplin abverlangt. Allerdings war ich damit auch recht erfolgreich und habe letztlich einen Prozentrang von 93% erreicht.

TMS Vorbereitung

Es keat oanfach mehr vorbereitet! Am Besten gemeinsam mit den MedGurus! © Florian Buchner

Zusammenfassung:

  • Der TMS ist kein konventioneller Wissenstest, worauf bei der Vorbereitung Rücksicht genommen werden sollte.
  • Bereite Dich klug vor! Die reine Intensität oder Dauer der Vorbereitung steht nicht unbedingt im Verhältnis mit der erreichten Punktzahl.
  • Pass Deinen Lernplan Deinen Stärken, Schwächen und vor allem Deiner zeitlichen Gesamtsituation an.
  • Besonders, wenn Du sehr früh mit der Vorbereitung beginnst, ist ein strukturierter auf Dich abgestimmter Lernplan essentiell.
  • Übe auch mal in einem erschöpften Zustand.
  • Plan Dir genügend Pausen bzw. Pausentage ein.
  • Schau Dir die Vorbereitung in ihrer Gesamtheit.
  • Versuch Dich nicht zu sehr in die Thematik reinzusteigern.
  • Die Vorbereitung muss nicht immer spezifische TMS-Aufgaben beinhalten.
  • Eine gute Abiturvorbereitung stellt gleichzeitig eine gute TMS-Vorbereitung dar.

Hast Du Fragen zur Vorbereitung? Dann kannst Du uns gerne jederzeit kontaktieren oder poste einfach in die Kommentare.

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