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TMS Termin verschoben – Wie Du Dein Trainingslevel hältst?

„Wat nun, wat tun?“

Seit dem 21. April steht laut der TMS-Koordinationsstelle fest, dass der TMS 2020 nicht, wie geplant am 9. Mai, sondern ca. drei Monate später stattfinden wird.

Aktuelle Ausweichtermine sind: Samstag 25.07.20, Sonntag 26.07.20, Samstag 01.08.20 und Sonntag 02.08.20

Seitdem haben uns zahlreiche Bitten um Antworten zu folgende Fragen erreicht:

  • „Wie kann ich mein jetziges Niveau aufrecht erhalten?“
  • „Wo kriege ich denn jetzt noch mehr Lernmaterial her?“
  • „Wie schaffe ich es, mich mental weiter zu motivieren?“
  • „Aaargh, soll das ganze Lernen jetzt etwa für die Katz gewesen sein? Warum ich, warum jetzt?“

Wir können eure ganzen Fragen und Sorgen komplett nachvollziehen. Leider können wir an der momentanen Situation, genauso wie ihr, aber auch nichts ändern und in solchen Situationen hilft nur eines: den Kopf aus dem Sand ziehen, nach vorne schauen und das Beste draus machen.

Um euch trotzdem ein bisschen Unterstützung zu geben haben die MedGurus sich zusammengesetzt und überlegt, wie ihr aus den kommenden Wochen das Beste machen – und den TMS trotzdem, und vielleicht gerade jetzt erst recht, rocken könnt.

Neuer TMS Test Termin 2020

Der TMS wird nun also nicht an einem zentralen Prüfungstermin, sondern an zwei Wochenende, das heißt an vier Tagen, stattfinden. Die neuen Daten sind der 25. und 26. Juli, sowie der 1. und 2. August. Du solltet also definitiv überprüfen, an welchem Tag Dein neuer Prüfungstag stattfinden wird und, ob sich am Ort der Prüfung etwas geändert hat.

An jedem Termin wird eine andere Testversion zum Einsatz kommen. Die TMS-Homepage sagt dazu: „Zur Wahrung der Testfairness und der Vergleichbarkeit der Ergebnisse durchlaufen die eingesetzten Aufgaben strenge psychometrische Kontrollen, und die Auswertung für jede Testversion erfolgt getrennt.“ Weiter Infos werden in diesem Artikel aber nicht besprochen, am Besten checkst Du die Homepage in gewissen zeitlichen Abständen selbst, um nichts Wichtiges zu verpassen.

Allgemeine Tipps und genereller Fahrplan

Wie solltest Du jetzt also generell vorgehen? Die meisten von euch waren (und sind) ja bereits gut vorbereitet und hatten eigentlich geplant, das optimale Trainingsniveau bis Anfang Mai zu erreichen. Viele von euch haben die Übungsmaterialien so kalkuliert, dass sie bis zum Testdatum ausreichen. Jetzt stehen also mehrere Probleme im Raum: bis zum neuen Testtag ist es noch eine ganze Weile hin und vor allem (und dass erachten wir als mindestens genauso problematisch) gibt es leider kein unbegrenztes Übungsmaterial. Es gibt zwar mehrere Anbieter, die unterschiedliche Angebote haben, aber auch diese sind klar irgendwann ausgeschöpft. Im Folgenden werden wir auf die verschiedenen Punkte eingehen.

Zeit-Fahrplan und Trainingspensum

Vom jetzigen Standpunkt (Anfang Mai) sind es also noch 12-13 Wochen bis zum neuen Testtermin. Die meisten von euch haben schon einige Wochen an Training hinter sich. In unserem Leitfaden sagen wir zum Trainingspensum: „Das Testergebnis verbessert sich je länger die Vorbereitungszeit andauert. Ab 35 Stunden steigt das Testergebnis zwar weiter an, aber nicht mehr in dem Maße wie zuvor. Das heißt eine exzessive Vorbereitung von mehr als 50 Stunden erhöht die Zulassungswahrscheinlichkeit nur noch gering. Du solltest also nicht übertreiben, da Dir sonst die Motivation zum Lösen der Aufgaben im wirklichen Test fehlen könnte.“

Wenn Du jetzt aber 12 Wochen fünf Tage die Woche auch nur eine Stunde pro Tag investieren würdest, kämest Du bereits auf 60 Stunden. Jetzt aber zu sagen, dass Du gar nicht mehr für den TMS lernst, weil Du Dich ja bereits vorbereitet hast, wäre allerdings auch fatal, weil das aufgebaute Niveau in einigen Untertests rasch sinken würde. Was also tun?

Grafik 1: normale Lernkurve für den TMS

Wir denken, dass es eine Idee wäre, dem Kopf auch einmal eine komplette Abschalt-Pause zu geben. Wie lange die aussehen wird, ist sicherlich individuell, aber länger als einen Monat sollte sie nicht sein. In dieser Pause kannst Du Dich mal wieder mit anderen, schönen Dingen des Lebens befassen und einfach mal komplett abschalten. Danach hast Du dann auch eine neue Motivation wieder ins Lernen reinzukommen.

Grafik 2: neue Lernkurve (so wie wir denken, dass es klappen könnte)

Anschließend solltest Du Dir Strategien überlegen, wie Du die einzelnen Untertests üben und verbessern kannst, ohne dabei Übungsmaterial zu verbrauchen. Vor allem die Untertests die ein längeres Trainingspensum erfordern, kannst Du jetzt ausbauen. Auf beispielhafte Ideen werden wir später eingehen, aber am Besten wirst Du selbst kreativ oder tauschst Dich mit anderen aus. Im Vordergrund sollte dabei aber stehen, dass Du die Fertigkeiten die Du für die jeweiligen Untertests brauchst auf möglichst spielerische und interessante Weise verbesserst.

Wenn Du zum Beispiel ab jetzt (Anfang Mai) einen Monat Pause machst, Dich danach einen Monat spielerisch und kreativ fortbildest hast Du danach immer noch fünf Wochen Zeit um Dich wieder mit den richtigen TMS-Aufgaben zu befassen und in die Aufgabenstellung reinzukommen. Außerdem hast Du Dich bis jetzt wahrscheinlich ja auch schon mit den Aufgabenstellungen befasst und Du startest nicht von null auf. In dieser Lernphase am Ende der Vorbereitung ist es bestimmt auch von Vorteil sich mit anderen TeilnehmerInnen kurzzuschließen. Ihr könntet zum Beispiel selbst Übungsmaterial herstellen und dieses dann untereinander austauschen, in einigen Untertests ist das easy gemacht.

Grafik 3: Übungsmaterial selbst herstellen (dieser Test wurde in 25 Minuten mit einem Ipad gefertigt – ist also super schnell machbar)

Ideen für die jeweiligen Untertests

Wir hatten ja bereits geschrieben, dass es für einen gewissen Zeitrahmen eine gute Idee wäre, die Untertests zu verbessern ohne wirklich Übungsmaterial zu verbrauchen, damit Du für die letzten Wochen noch welches übrig hast, dass Du noch nicht kennst. Wir sind generell große Fans davon sich Wissen und Fertigkeiten spielerisch anzueignen, sodass man nicht mal das Gefühl hat, wirklich zu lernen, sondern eher Spaß hat. Hier also für jeden Untertest mal so einige Ideen, die uns eingefallen sind:

Figuren und Fakten

  • die altbewährte LOCI-Methode immer mal wieder üben und Freunden und Familienmitgliedern erklären
  • „Fakten-PING-PONG“: mit einer anderen Person zusammensetzen, Fakten zur Hand nehmen und schauen, wer sich schneller Assoziationen zu den jeweiligen Begriffen ausdenkt à das schult Deine Kreativität
  • Neue Gedächtnisstrategien z.B. auf Youtube erlernen
  • Figuren selber zeichnen und mit anderen TeilnehmerInnen austauschen

Schlauchfiguren

  • Schlauchfigurenwürfel selbst basteln
  • Spazieren gehen, Dir Objekte suchen und Dir vorm inneren Auge vorstellen, wie das Objekt von rechts, links, oben, unten, hinten aussehen müsste
  • Das Spiel „Ubongo“ mit der Familie oder Freunden zocken
  • Insgesamt also räumliches Vorstellungsvermögen verbessern

Muster zuordnen

  • Ein Histologie-Buch schnappen, um mit den Bildmotiven vertraut zu werden.

Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten

  • Selbst ein Word-Dokument erstellen, Buchstaben- oder Zahlenkombi und Markierungsregel überlegen, dann 40 Zeilen runterhämmern und später mit anderen austauschen

Dies waren jetzt eher die Untertests die generell schneller erlernbar sind, aber sich trotzdem auf jeden Fall ausbauen lassen. Fürs Training für die folgenden Untertests sind unsere Ideen nicht unbedingt spielerisch aber einfach mal eine Alternative zu den „normalen“ Übungen.

Quantitative & formale Probleme

Dieser Untertest lässt sich vor allem durch Verstehen der Basics und „üben, üben, üben“ trainieren. In unseren Kursen merken mir, dass es bei den meisten aber schon beim ersten Punkt, also bei den Matheskills hapert und diese solltest Du eigentlich im Schlaf beherrschen. Genau das kannst Du jetzt mit der unerwarteten Zeit aber intensiv erlernen und später dann auf die Übungen eingehen.

  • Mittelstufenmathebuch durcharbeiten
  • „Mathe-Ass“ im Umfeld suchen und regelmäßig schwierige Aufgaben zusammen lösen und Strategien erarbeiten
  • Sudoko oder andere Knobeleien zocken um logisches Denken zu verbessern

Textverständnis & MedNat

  • Naturwissenschaftliche Texte lesen (gute Texte sind zB in Zeitschriften wie „Spektrum der Wissenschaft“ zu finden)
  • Physiologisches Wissen aneignen (zum Beispiel Medizinstudierende nach alten Physiologie-Kurzlehrbüchern fragen und immer mal wieder Themen lesen)
  • Anhand von Texten Skizzen zeichnen üben

Diagramme & Tabellen

  • Übungsbuch aufschlagen und einfach mal nur die Diagramme analysieren ohne die Fragen zu beantworten
  • Dir mit Freunden oder Familie gegenseitig Diagramme erklären
  • Auch mal an komplexere Diagramme wagen wie zum Beispiel Dreiecksdiagramme
  • Verhältniswörter verstehen

Lernstand abprüfen

Wir sind außerdem davon überzeugt, dass es ab und zu eine große Hilfe ist zu sehen auf welchen Lernstand Du Dich befindest und in welche Untertests Du noch mehr Zeit stecken solltest. Dafür sind Probetests optimal in denen Du versuchst einen kompletten Test unter möglichst realen Bedingungen zu schreiben. Entweder Eltern oder Freunde fragen den oder die TestaufseherIn zu spielen, selber die Zeit stoppen oder einen Kurs im Internet buchen. Auch wir von den MedGurus bieten diese Möglichkeit mit zusätzlicher Auswertung und Vergleich zu Anderen an.

Unsere Einschätzung

Diese Ideen, sowie unsere Einschätzungen bezüglich des Lernpensums sind natürlich nur unsere Vorstellungen, die auf unseren bisherigen Erfahrungen mit Feedbacks von KursteilnehmerInnen und unseren eigenen Erfahrungen im Studium und sonstigem Leben beruhen und keine wissenschaftlich geprüften Aussagen. Dementsprechend kannst Du Dich zwar daran orientieren, solltest aber trotzdem individuell überlegen was für Dich am besten Sinn ergibt und auch praktisch umsetzen lässt. Es ist immer eine gute Idee, sich mit anderen Menschen auszutauschen, die momentan in der selben Situation stecken und sich gegenseitig Tipps zu geben und Erfahrungen auszutauschen.

Fazit

Abschließend lässt sich also sagen, dass es keinen ultimativen Fahrplan gibt, wie Du mit der neuen Situation am Besten umgehst. Jeder und jede hat unterschiedliche Vorraussetzungen und Wirklichkeiten in denen sich verschiedene Strategien unterschiedlich gut umsetzen lassen. Was aber jeder und jede gemein hat ist das Problem die Zeit bis zum Testtag schlau zu nutzen und für die letzten Wochen noch genügend „echtes Übungsmaterial“ zu haben. Auf unsere Ideen bezüglich dieser Problemlösung sind wir in diesem Artikel eingegangen. Jetzt heißt es also: Mach Dir Deinen eigenen Kopf darüber, wie Du die Zeit möglichst sinnvoll nutzen willst, nicht immer ist mehr auch besser. Erstelle Dir einen Plan und tausche Dich mit anderen TeilnehmerInnen aus.

Wenn Du gute Ideen für spielerische Lernideen hast, kannst Du diese auch gerne in die Kommentare unter den Artikel schreiben. Wenn das viele machen, profitieren auch viele davon #nurLiebe. Im Endeffekt wird der Test auch mit dem Kopf entschieden, akzeptiere die neue Bedingungen und mache für Dich das Beste aus der neuen Situation.

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2 Kommentare

Anika 1. Juni 2020 um 10:06

Hallo liebe MedGurus!
Erstmal lieben Dank für die hilfreichen Tipps zur Beweltigung der aktuellen Lage. Eine Frage hätte ich an Euch noch:
Wie schätzt Ihr die Situation mit den Abiturient*innen ein? In den letzten Jahren war es ja so, dass man in der Vorbereitung mit einem gewissen Prozentsatz an (weniger vorbereiteten bis unvorbereiteten) Abiturient*innen gerechnet hat, die uns einen gewissen Vorteil brachten. Nun durch die aktuelle CoronaSituation ist es wahrscheinlich so, dass mehr Leute sich intensiver auf den Test vorbereiten werden. Und auch wenn es 4 verschiedene Termine mit dementsprechend 4 verschiedenen Gruppen geben wird, kann es sein, dass man ausgerechnet in die Gruppe kommt, in der die bestvorbereiteten Teilnehmer*innen sitzen.
Ich möchte damit den (schon bereits provozierten) Konkurrenzkampf nicht anfeuern, aber ich frage mich, ob Ihr eventuell Tipps zum Umgang mit dieser Situation hättet.
Ganz liebe Grüße und vielen Dank für Euer super Engagement!
Anika

Antworten
Moritz

Moritz 1. Juni 2020 um 19:43

Hey Anika,
da die Verteilung auf die Termine zufällig geschieht, halte ich es für höchst unwahrscheinlich, dass die „am besten vorbereiteten Teilnehmer“ alle den selben Testtermin erhalten. Zudem bin ich mir nicht sicher, ob sich die Berechnung des Prozentrangs nicht trotzdem auf alle Teilnehmer aus diesem Jahr bezieht und somit unabhängig vom Testtermin ist. Das kannst du aber am besten bei den Testherstellern erfragen.
Beste Grüße
Moritz

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