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Die neue Quotenregelung für den MedAT 2019

Jedes Jahr stellen sich tausende MedAT Testanwärter die gleiche Frage: Wo gehöre Ich eigentlich hin?

Bei der Anmeldung zum MedAT muss man nämlich nicht nur entscheiden, in welcher Stadt (Innsbruck, Wien, Linz oder Graz) man studieren möchte, sondern auch angeben zu welcher Quote man gehört.

Warum nicht alle verfügbaren Studienplätze unter den Bewerbern einfach aufgeteilt werden? In Österreich herrscht Ärztemangel. Wenn nun zu viele Nicht-Österreicher, die in ihrem Heimatland keinen Medizinstudienplatz erhalten haben in Österreich studieren und nach ihrem Abschluss das Land wieder zu verlassen, ist das langfristig ein teures Problem. Eine Quote, die eine Verteilung der Studienplätze regelt, musste her.

Die Quotenregelung wurde 2006 eingeführt. Bis 2017 gingen hierbei 75% aller Studienplätze an Österreicher, 20% an EU-Bürger und 5% aller Plätze waren für Non-EU-Bürger reserviert. Wie es genau zu der Quotenregelung kam, findest Du in unserem Artikel „Medizinstudium Österreich – back to the future!

Die neue Quotenregelung!

Seit 2018 herrscht eine neue Quotenregelung. In Summe werden mindestens 95% der verfügbaren Plätze an Österreicher plus EU-Bürger vergeben und maximal 5% gehen an Non-EU-Bewerber.

  • Schritt 1: Zuerst erhalten 75 % aller Studienplätze die Österreicher mit den besten Testergebnissen.
  • Schritt 2: Jetzt konkurrieren die nicht zugelassenen Österreicher mit allen Bewerbern aus der EU um die nächsten 20 % der Studienplätze.
  • Schritt 3: Als letztes konkurrieren diejenigen Bewerber, die in den vorherigen 20 % keinen Studienplatz bekommen haben um die letzten 5 % der Studienplätze. Es konkurrieren in dieser Quote Österreicher mit EUlern und Non-EU-Bewerbern.

Man verspricht sich durch diese Neuerung, dass mehr Österreicher zum Medizinstudium zugelassen werden. Das ist allerdings recht unwahrscheinlich. Bisher war der Konkurrenzkampf um die 20% der Medizinstudienplätze in der EU-Quote so groß, dass die letzt zugelassenen EUler immer besser waren, als die letzt zugelassenen Österreicher. Offizielle Zahlen seitens der Medizinischen Universitäten für das Jahr 2018 wurden noch nicht veröffentlicht.  Die Verlierer der Umänderung sind aber wohl die Nicht-EU-Bewerber. 

Wie haben sich die Chancen auf einen Studienplatz nun verändert?

  • Non-EU-Quote: Deutliche Verschlechterung im Vgl. zu den Vorjahren.
  • AT-Quote: Quasi keine Veränderung.
  • EU-Quote: Verbesserung der Chancen, da weitere 5% der Studienplätze nun auch in diese Quote fallen.

Auch im Aufnahmetest für Zahnmedizin (MedAT-Z) gibt es dieses Jahr eine große Änderung: Die Quoten wurden nämlich komplett abgeschafft. Genaueres dazu findest Du im Artikel „Österreichische Zahnmedizin-Quote fällt

Quotenverteilung MedAT

Hilfe! Zu welcher Quote gehöre ich?

Im Folgenden findest Du eine Übersicht, wer zu welcher Quote gehört.

AT-QuoteEU-QuoteNon-EU-Quote
ÖsterreicherInnenEU-BürgerInnen deren Reifezeugnis, inner- oder außerhalb der EU, nicht jedoch in Österreich, ausgestellt wurde, z.B. Deutsche Staatsbürger mit Abitur, österreichische Staatsbürger mit deutschem Abitur, niederländische Staatsbürger mit niederländischem Abschluss, etc.Nicht-EU-BürgerInnen: BürgerInnen eines Staates, der kein Mitgliedstaat der EU ist z.B. Schweizer Staatsbürger mit Schweizer Abschluss, etc.
Süd-TirolerInnen
EU-BürgerInnen mit dem Reifezeugnis aus Luxemburg oder Liechtenstein
EU-BürgerInnen die ein Reifezeugnis besitzen, welches einem in Österreich ausgestellten Reifezeugnis gleichgestellt ist, z.B. österreichische Auslandschule oder Deutsche mit Matura Zeugnis.

Hast Du noch Fragen zu den Quoten, Deine Studienplatz-Chancen oder allgemein zum MedAT? Schreib es uns in die Kommentare und wir helfen Dir!

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15 Kommentare

Rebekka 26. Juli 2020 um 15:18

Gibt es konkrete Statistiken, wie die konkrete Anzahl der EU-Bewerber auf die einzelnen staatlichen österreichischen Unis ist? Ich habe nämlich dazu schon mal etwas gelesen, es ist allerdings etwas veraltet:
"Beispielswiese haben sich zum Wintersemester 2014 an der Uni Wien 1.448 Bewerber aus der EU auf 132 Plätze für EU-Bewerber in Humanmedizin beworben. Das entspricht etwa 10 Bewerber pro Platz. Gleichzeitig hatten sich in Innsbruck etwa 20 Bewerber pro EU-Platz beworben. In Graz war das Verhältnis 1 zu 10 und in Linz 1 zu 4. Dies bedeutet: Schon die Auswahl der Hochschule, anderen Auswahlverfahren man teilnimmt, entspricht einer Lotterie. Keiner kann vorhersagen, wie viele sich für welche Universität bewerben." (Quelle https://www.studieren-medizin.de/39,1,1647,oesterreich.html)

Antworten
Moritz

Moritz 27. Juli 2020 um 7:45

Hallo Rebekka,
Es ist unmöglich vor der Bewerbung konkrete Zahlen über die Anzahl der Bewerbungen zu erhalten logischerweise immer erst hinterher bekannt ist, wie viele Personen sich an einer bestimmten Uni beworben haben. Eine konkrete Vorhersage lässt sich also nicht machen. Eine kleine Einschätzung findest du in diesem Artikel von uns: https://medgurus.de/community/medat-teilnehmerzahlen/
Viele Grüße
Moritz

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