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Wo kann man in Österreich Medizin studieren?

Viele kennen das Problem: Der Traum vom Medizinstudium und die gemeine „Schranke“ der Platzvergabe in Deutschland. Wer trotz TMS und anderer Bemühungen keine Chance auf einen Studienplatz hat, der sollte sein Augenmerk auf unser Nachbarland Österreich lenken.

Anbei findest Du eine Übersicht, an welchen österreichischen Universitäten Du Humanmedizin oder Zahnmedizin studieren kannst:

  • MedUni Innsbruck
  • MedUni Wien
  • MedUni Graz
  • MedUni Linz
  • Paracelsus Medizinische Privatuniversität
  • Sigmund Freud Universität Wien
  • Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften
  • Danube Privatuniversität

Grundsätzlich kann man hier die staatlichen von den privaten Universitäten abgrenzen.

An welchen staatlichen Universitäten kann man in Österreich Medizin studieren?

Aktuell kann man in Innsbruck, Wien, Graz und Linz an staatlichen Universitäten studieren. In Linz gibt es jedoch aktuell noch keine Möglichkeit, an der JKU Zahnmedizin zu studieren. Die staatlichen Universitäten beschränken die alljährliche Zulassung zum Studium durch den Aufnahmetest MedAT, der sich aus einem Wissentest und der Abfrage von kognitiven und emotionale Fähigkeiten zusammensetzt. Weitere Informationen zum Aufbau des MedAT und einen MedAT Erfahrungsbericht findest Du in gesonderten Artikeln.

Dieser Aufnahmetest findet einmal im Jahr, meist im Juli, statt. Du musst somit an einem einzigen Tag brillieren. Vielleicht schaffst Du es mit viel Know-How und ein wenig Glück einen Studienplatz zu erhalten.

Pro:

  • Die Abiturnote oder Maturanote ist nicht relevant!
  • Die Studienbeitragskosten sind gering!

Contra:

  • Aufwendige Vorbereitung!
  • Viele Teilnehmer und somit viel Konkurrenz!

Die Studenten der letzten Jahre berichten, dass der Wissenserwerb oder auch nur die Auffrischung des MedAT-relevanten Stoffes den Einstieg ins Studium erleichtert hat. Somit ist das Lernen auf diesen Test keine Zeitverschwendung. Dies mag bei manchen mathematischen Themen fraglich sein, aber da kann man mal ein Auge zudrücken.

© Gorodenkoff

In Österreich kannst Du an 4 staatlichen und 4 privaten Hochschulen Medizin studieren. © Gorodenkoff

An welchen privaten Universitäten kann man in Österreich Human- und Zahnmedizin studieren?

PMU Salzburg

Zuerst sei hier die PMU in Salzburg genannt. An dieser privaten Universität durchläufst Du als Bewerber mehrere Stufen und zu Beginn entscheidet Deine Online-Bewerbung inklusive Motivationsschreiben darüber, ob Du zum Test eingeladen wirst. Der Test prüft ähnliche Inhalte wie der zuvor genannte MedAT ab. Allerdings ist der Aufnahmetest weniger „trainierbar“ oder vorhersehbar, da nur vereinzelt Altfragenkataloge oder Erfahrungsberichte vorliegen.

Solltest Du beim Test überzeugend genug abgeschnitten haben und zu den besten 30 % gehören, wirst Du zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Du sitzt nun meist einem Trio aus Ärzten und Psychologen gegenüber, die dir verschiedene Fragen zu den Gebieten Motivation, Selbsteinschätzung, eigene Interessen und medizinischem Fokus stellen. Wenn Du bereits praktische Erfahrung gesammelt hast, solltest Du das unbedingt erwähnen! Vergiss also nicht das auch in Deinem Lebenslauf bei der Online-Bewerbung festhalten, da Du so zusätzliche Pluspunkte sammeln kannst.

Solltest Du dann schließlich zu den insgesamt 125 Glücklichen gehören, kannst Du Dich auf einen schönen Campus und ein sehr studentennahes und studentenorientiertes Studium freuen. Da jedoch die Inhalte von eigentlich 6 Studienjahren in nur 5 Jahre komprimiert werden, wirst Du summa summarum weniger Freizeit im Jahr haben wirst, als ein Medizinstudent an einer staatlichen Universität.

Pro:

  • Zwei Standorte (Nürnberg und Salzburg)!
  • Nur 5 Jahre Studium!

Contra:

  • Undurchsichtiges Aufnahmeverfahren!
  • Hohe Studiengebühren!

Sigmund-Freund-Universität Wien

Nun wäre noch die SFU Wien zu nennen, die private Sigmund-Freund-Universität. Auch hier gibt es natürlich ein Aufnahmeverfahren, welches wieder aus Online-Bewerbung sowie einer Einladung zum Test besteht. Dieser besteht aus einem Computertest am Vormittag, der kognitive und leistungsrelevante Bereiche überprüft, sowie einem nachmittäglichen Gruppenassessment, welches die Bewerber nicht nur im Einzelgespräch fordert, sondern auch der Überprüfung praktischer Fähigkeiten (Zahnmediziner) dient. Die Uni betont, dass diese Testteile unbedingt an einem Tag durchgeführt werden müssen und keine Ausnahmen gemacht werden können.

Solltest Du diese Schritte gut überstanden haben, erfährst Du nach knapp zwei Wochen, ob Du aufgenommen wurdest.

Pro:

  • Motivation, Souveränität und Engagement werden belohnt!
  • Ganzjähriges Aufnahmeverfahren!

Contra:

  • Hohe Gebühr für das Aufnahmeverfahren (650€)!
  • Hohe Studiengebühren!

Karl Landsteiner Privatuniversität Krems

Abschließend kannst Du dir noch die Karl Landsteiner Privatuniversität näher ansehen, auch hier hast Du es wieder mit einem sehr ähnlichen Aufnahmeverfahren wie bereits bei der PMU und SFU erläutert zu tun, jedoch mit dem bedeutenden Unterschied, dass Du bereits ein Studium im Bereich Health Sciences abgeschlossen haben musst. Das Masterstudium Humanmedizin baut auf dem Bachelorstudium Health Sciences auf und umfasst insgesamt 6 Semester. Für Bewerber, für die ein Quereinstieg in Deutschland als Zweitstudienbewerber aussichtslos ist, ist dies sicherlich eine sehr interessante Option.

Pro:

  • Studentenorientiertes Studium!
  • Quereinstieg möglich!

Contra:

  • Hohe Studiengebühren!
  • Vorstudium nötig (Health Sciences)!

Danube Privatuniversität

Zuletzt wäre die Danube Privatuniversität zu nennen, die nicht weit entfernt von der Karl Landsteiner Universität in Krems an der Donau lokalisiert ist. Hier hast Du die Auswahl zwischen einem Bachelor in Humanmedizin, einem darauf aufbauenden Masterstudiengang zum Dr. med. univ. und einem Diplomstudiengang zum Zahnmediziner. Auch hier musst Du mit einem sehr ähnlichen Aufnahmeverfahren rechnen, wobei die Bewerbung in Stufe 1 mit einer richtigen Bewerbungs-Mappe erfolgen muss. Das Gremium legt beim Wissenstest in Stufe 2 Wert auf fundierte Grundlagen in Biologie, Chemie und Physik, entsprechende Buchempfehlungen findet man ebenfalls auf der Homepage. Grundsätzlich sind der Uni folgende Faktoren wichtig: Motivation, ethisches Bewusstsein, medizinnahe Praktika oder praktische Erfahrungen sowie naturwissenschaftliche Vorkenntnisse und soziale Kompetenz. 

Pro:

  • Transparenteres Aufnahmeverfahren!
  • Viele medizinische Studiengänge! 

Contra:

  • Hohe Studiengebühren!
  • Unterteilung Humanmedizin in Bachelor und Master!

Wie Du siehst, gibt es viele Möglichkeiten im Nachbarland Österreich Medizin zu studieren. Aber Du wirst nicht drum herum kommen Dich ausführlichst und möglichst intensiv auf den jeweiligen Aufnahmetest oder das Aufnahmeprocedere vorzubereiten. In diesem Sinne wünschen wir dir viel Erfolg bei der Studienplatzsuche!

Wenn Du weitere Fragen zu Auswahlverfahren oder dem Medizinstudium in Österreich haben solltest, dann poste einfach unter den Artikel.

Quellen:

  1. MedUni Wien, Studienplätze/-platzvergabe (Zugriff am 12.12.19)
  2. MedUni Wien, Anmeldung Diplomstudien (Zugriff am 12.12.19)
  3. PMU, Studium Humanmedizin (Zugriff am 13.12.19)
  4. Der Online-Tutor, Studium.at, Alle Privatuniversitäten in Österreich  (Zugriff am 14.12.19)
  5. Karl Landsteiner Universität, Aufnahmeverfahren (Zugriff am 17.12.19)
  6. Medizinische Universität Innsbruck, Aufnahmeverfahren und Zulassung  (Zugriff am 17.12.19)

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2 Kommentare

Verpal 16. Januar 2020 um 8:40

Das Vorstudium Health Sciences, dass an der Karl Landsteiner Universität als Voraussetzung beschrieben wird, kann man sich genauso vorstellen wie an der DPU, wo das Masterstudium in Bachelor -und Master geteilt ist. Das ist zurückzuführen auf den Bologna-Prozess, der eine europaweite Vereinheitlichung von Studiengängen anstrebt. Man bewirbt sich also in Krems für den Bachelor und wechselt nach drei Jahren automatisch in den Master Humanmedizin. Der wesentliche Unterschied der KLPU ist, dass der Bachelor in Unterrichtssprache Englisch absolviert wird. Ein adäquates Englischniveau ist hier also von Vorteil bzw. in gewisser Hinsicht Voraussetzung, da der schriftliche Aufnahmetest und das Interview auf Englisch durchzuführen sind. Das ist ebenfalls ein Grund, warum der Bachelor einen englischen Namen hat und nicht Bachelor für Humanmedizin heißt. Man kann sich aber genauso mit abgeschlossener Matura für ein 6-jähriges Studium in Krems bewerben, dass eben wie bei der DPU und der Sigmund-Freud und der Uni Linz und 3 Jahre Bachelor und 3 Jahre Master unterteilt ist.

Antworten
Verena G

verena.geissler 4. Februar 2020 um 13:39

Hi – vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar!
Diese Ergänzungen sind vor allem sehr hilfreich für Interessenten, die ein gutes bis sehr gutes Englisch-Niveau vorweisen können, für einen deutschsprachigen Fokus kann man jederzeit einen Blick auf die o.g. anderen Einrichtungen werfen.

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