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Und jährlich grüßt der Medizinaufnahmetest: ein MedAT Erfahrungsbericht

Ein Erfahrungsbericht rund um das Thema Medizinaufnahmetest in Österreich. Wir nehmen den MedAT genauer unter die Lupe und erzählen von unseren Erfahrungen.

Noch heute gehe ich mit einem breiten Grinsen an den Messehallen in Wien vorbei. Warum? Weil ich da nie wieder rein muss! Zumindest nicht für den MedAT. Im Jahr 2018 hat es bei mir geklappt, ich habe den Medizinaufnahmetest geschrieben und einen Medizinstudienplatz in Wien erhalten! Wie die meisten MedAT-Veteranen verbinde ich mit dem Testtag einen Strudel von Emotionen. Nervosität und Angst ganz weit vorne mit dabei.

Studentin bei der Vorbereitung auf den MedAT

Verena bereitet sich mit dem MedAT Kompendium auf den MedAT vor | MedGurus

Hi – mein Name ist Verena und ich studiere Humanmedizin in Wien im 6.Semester! Wenn Du diesen Erfahrungsbericht liest, befindest Du Dich bereits auf Deinem Weg zu einem Medizinstudienplatz. Egal, was Deine Motivation ist, wir – die MedGurus – versuchen Dich dabei zu unterstützen! Dieser Erfahrungsbericht soll Dir nun einen sehr persönlichen Einblick geben, wie ich mich vorbereitet und wie ich den Testtag erlebt habe. Natürlich verrate ich auch ein paar Tricks und Strategien.

Wie hat sich meine Teilnahme am MedAT gestaltet?

Vorweg muss ich erwähnen, dass ich insgesamt dreimal am MedAT teilgenommen habe: Das erste Mal war ich in Innsbruck, dort habe ich leider ganz knapp einen Studienplatz verpasst. Das zweite Mal habe ich in Wien teilgenommen. Hier habe ich allerdings nur halbherzig gelernt, da ich im Lernmodus bleiben wollte, aber letztendlich auf einen Studienplatz in Deutschland gehofft hatte. Und das dritte und letzte Mal habe ich dann natürlich nochmals in Wien teilgenommen. Im Vorjahr habe ich mich ja bereits mit den Örtlichkeiten und der Situation sowie der Stadt angefreundet. Meine MedAT Erfahrungen sind also ziemlich umfangreich.

Wien ist einfach eine unfassbar tolle Stadt! Das dritte Mal Lernen habe ich wirklich Vollgas durchgezogen. Ich habe mir nur wenig Freiraum für alltäglichen Unsinn gegönnt (wobei doch genügend Zeit für Schabernack und Hirnfreizeit eingeplant werden sollte). Insgesamt muss ich sagen, dass es sich für mich sehr gelohnt hat, ein Jahr vorher ohne Druck in Wien am Medizinertest teilzunehmen. Man kann sich besser mit der Situation vertraut machen und nimmt die Umgebung anders wahr. Ich persönlich bewege mich in unerforschten Gewässern immer einen Deut unsicherer als an bereits bekannten Orten. Wenn es Dir ähnlich geht, empfehle ich Dir, Dich sowohl für einen Probetest anzumelden als auch ein Jahr vorher an dem Test in Deiner auserwählten Stadt teilzunehmen. Natürlich nur, wenn das Dein zeitlicher Plan zulässt! Die Anmeldung und Bezahlung der Teilnahmegebühr muss bereits im März verbucht werden. Deshalb empfehle ich Dir Dich schon bald zu informieren und vorauszuplanen. So kannst Du unangenehme MedAT-Erfahrungen vermeiden und bist gut vorbereitet für den großen Tag.

Meine MedAT Erfahrungen: Lernplan und Strategie zum Erfolg

Wenn Du die Anmeldung sowie Überweisung der 110 € durchgezogen hast, empfehle ich Dir, Dich direkt auf einen individualisierten Lernplan zu stürzen. Du musst selbst einschätzen können, wie viel Zeit Du investieren kannst und investieren willst. Viele Testteilnehmer müssen arbeiten oder haben andere Verpflichtungen, die dringend bei der Erstellung des Lernplans berücksichtigt werden müssen. Ich selbst habe während dieser Zeit als Rettungssanitäterin beim BRK in Teilzeit gearbeitet. Somit fielen meist ein bis zwei Tage in der Woche für Rettungsdienst raus. Umso mehr musste ich Leistung an den übrigen Tagen forcieren, aber ein wenig Druck beim Lernen hat bei mir noch nie geschadet. Außerdem habe ich mir ein kleines Belohnungssystem überlegt, das mich nach jeweiligen Lerneinheiten mit Freizeit (in meinem Fall Sport und Serien) oder Süßigkeiten belohnte. Einer unserer MedGurus hat inzwischen einen tollen Lernplan erstellt, der Dir so einiges abnimmt und Dir hilft Deinen Lernfortschritt zu überwachen, sowie genug Freizeit einzuplanen.

Nun ein paar Zeilen zur konkreten Vorbereitung: was Du immer wieder und wieder hören wirst, ist, dass es keine richtige allgemeine Empfehlung dafür gibt, wann man anfangen soll. Es gibt so viele individuelle Faktoren, die die zeitliche Investition verlängern oder verkürzen. Ich persönlich habe beim letzten Mal Ende März nach meiner Anmeldung für den MedAT begonnen zu lernen und zu üben. Am besten besorgst Du Dir einen Leitfaden, der Dich zielgerichtet lenken kann. Glaub mir, das erspart Dir viel Mühe und stundenlange Recherche. Ich habe bei der ersten Teilnahme alles alleine organisiert und teilweise simpelste Zusammenhänge erst recht spät erkannt. Erspar Dir das und überlege genau, ob Du diese paar Euro sinnvoll (ergo Leitfaden, am besten natürlich den von MedGurus!!) investieren möchtest.

Verena lernt für den MedAT mit den MedGurus Büchern

Verena übt mit den MedGurus Büchern für den MedAT

„Ich wohne jetzt in der Bib“ – wie lerne ich am besten?

Dann geht es an die Literaturrecherche: über VMC Graz kannst Du Dich anmelden und auf die offiziellen Stichwortlisten zugreifen. Diese Auflistungen werden von Jahr zu Jahr meist nur marginal geändert, da sich die Stichwortauswahl bewährt hat und eine gute Grundlage für das Medizinstudium bildet. Wichtig ist, dass Du Dich nicht von inoffiziellen Quellen verunsichern lässt. Unsere MedAT Erfahrungen sagen: Was im VMC und auf medizinstudieren.at an Infos zu finden ist, das gilt!

Natürlich gibt es bereits gute Zusammenfassungen für die einzelnen BMS-Teile: hier gilt es die Spreu vom Weizen zu trennen und erstmal die ganzen Unsinnsprodukte (Lernniveau zu lasch, zu tiefgehend, unvollständig, etc…) aus der Auswahl zu eliminieren. Ich habe damals mit eigenen Zusammenfassungen aus Büchern, die ich mir in der Mediziner-Bib in München vor Ort ausgeliehen habe, gelernt. Nachdem ich meine MedAT Erfahrungen gesammelt habe, kann ich sagen, dass solche Zusammenfassungen Gold wert sind. Deshalb sind auch unsere MedAT Bücher so toll, von waschechten Profis zusammengestellt und immer aktuell. Egal ob Biologie, Physik oder Mathe, jeder von uns musste durch den MedAT und wir wissen, wovon wir sprechen.

Der BMS bildet zusammen mit Textverständnis den Prüfungsteil, der am Vormittag absolviert wird. Danach folgt eine einstündige Mittagspause. Diese Pause solltest Du unbedingt mit Gehen oder Stehen sowie einem leichten Pausensnack verbringen, damit Dein Kreislauf in Schwung kommt. Der Testteil Textverständnis ist übrigens je nach persönlicher Vorliebe, viel zu lesen, einfacher zu handhaben. Meine MedAT Erfahrung ist da recht gut. Da ich stets viel gelesen habe, hatte ich ein hohes Lesetempo und konnte von Anfang an relativ gut filtern. Auch das kann effizient trainiert werden.

Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten – Training ist Key!

Zu den anderen Testteilen gibt es zu sagen – und das wirst Du wahrscheinlich schon gehört haben – Übung macht den Meister. Das bedeutet: Viel Arbeit, viel Ausdauer und viel Motivation. Natürlich lohnt es sich und natürlich investiert man in seine Zukunft, aber in diesem ersten Monat sieht der Berg so steil und der Weg so matschig aus, dass man sich eigentlich gerne wieder auf die nächste Rastbank setzen möchte. Keine Angst, hier stand jeder von uns!

Hier kommt der Herr Motivation ins Spiel: Aller Anfang ist schwer oder zumindest nicht super easy, aber man wird bei KFF (kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten) schnell mit Fortschritten belohnt. Wenn Du ein visueller Typ bist, empfehle ich Dir, Dir tatsächlich eine Art Lernkurve an die Wand zu tackern, die Deine Erfolge bildlich darstellt. Empfehlenswert ist hier, dass man die fünf Aufgabengruppen des Teils KFF tagtäglich alternierend trainiert, indem man an einem Tag beispielsweise Wortflüssigkeit, Zahlenfolgen und Merkfähigkeit (Allergieausweise) trainiert und sich am nächsten Tag Figuren zusammensetzen und Implikationen erkennen sowie zusätzlich die Aufgaben zur Überprüfung sozial-emotionaler Kompetenzen (Emotionen erkennen und soziales Entscheiden) vornimmt.

Meine MedAT Erfahrungen: Tipps zum Fine-Tuning

Wichtig ist nur vor allem bei Merkfähigkeit, dass Du früh beginnst Dir ein System zurechtzulegen, falls Du kein Hyper-Gedächtnis-Naturtalent bist. Bei diesem Untertest ist es vor allem lohnenswert, nur jeden zweiten Tag zu trainieren. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Du Daten von aufeinanderfolgenden Tagen durcheinander bringst. Das wäre sehr schade – ergo ein verlorener Übungstag. KFF und SEK fordern viel Durchhaltevermögen und Disziplin, aber das kannst Du dann sowieso sehr gut fürs Medizinstudium gebrauchen! Zum richtigen Üben und Festigen von Strategie und Fertigkeiten kann ich Dir unser Übungspaket, das MedAT Kompendium empfehlen. Es deckt alle Bereiche des MedAT ab und stellt Dir ausführlich Lösungsstrategien bereit.

Endspurt – jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen

Während meiner letzten Vorbereitung auf den Test habe ich akribisch darauf geachtet, dass ich mich bei meinen Lerneinheiten an die Aufgabenreihung wie im MedAT vorgegeben halte: vormittags habe ich immer für BMS gelernt und Textverständnis geübt, der Nachmittag war stets für KFF und SEK reserviert. So hatte ich die Hoffnung, dass sich mein armes Hirn an die Themen zu den jeweiligen Tageszeiten gewöhnt und ich mir so potenziell einen ausschlaggebenden Vorteil  verschaffe. Hat ja dann auch geklappt! Im letzten Monat habe ich dann vor allem Altfragen (unsere BMS Skripten integrieren übrigens auch immer die Altfragen der letzten Jahre!) gekreuzt und mit meinem Lernpartner jeden Tag einen kleinen Test simuliert, inklusive Einhaltung der Zeiten und gemeinsamer Auswertung und Verbesserung.

Es ist enorm wichtig, dass Du ein Zeitgefühl für die jeweiligen Aufgabenstellungen bekommst und lernst, Deine Leistung und Schnelligkeit einschätzen zu können. Ich habe mich vor allem bei Merkfähigkeit gern verzettelt und das wäre im MedAT fatal. Solltest Du in den letzten Wochen vor dem MedAT oder sogar im MedAT selbst kurzfristig den Fokus oder die Motivation verlieren, dann mach Dir klar, dass es hier wirklich um jeden einzelnen Punkt geht! Es reicht nicht, dass Du „ganz gut“ bist, sondern Du musst zu den besten 10 % der Teilnehmer gehören, um einen Medizinstudienplatz zu ergattern! Und über Dein IN or OUT entscheidet leider manchmal ein kleiner Punkt.

Freundinnen beim Lernen für den MedAT

Freundinnen üben mit dem MedAT Kompendium für den MedAT | MedGurus

Nicht die Motivation verlieren!

Solltest Du ein Motivationstief haben und da alleine nicht rauskommen, dann kannst Du immer Freunde und Familie einbeziehen. Ein klarer Blick von außen und ein paar aufmunternde Worte wirken schnell Wunder und verhelfen Dir wieder zu einem realistischeren Blick. Mein Lernpartner und ich haben uns regelmäßig im zwei-Wochen-Takt aus kleineren und größeren Krisen rausgezogen, insofern kann ich Dir nur empfehlen Dir auch einen Lernpartner zu suchen! Im besten Fall habt Ihr verschiedene Lieblingsthemen und ergänzt Euch somit. Wenn Du ein digitaler Native bist, dann könnte das E-Learning genau das Richtige für Dich sein. Hier stehen Dir unsere Gurus mit Rat und Tat zur Seite und Du kannst Deine Erfolge messen. Über die Plattform kannst Du Dich auch mit anderen vergleichen und siehst somit, wie gut Du schon bist. Das kann richtig motivierend sein.

Nach fast 3,5 Monaten intensiven Lernens und Übens war es dann so weit:

Schlaflos in den Medizinaufnahmetest: meine MedAT Erfahrungen

Leider gehöre ich nicht zu den gesegneten Individuen, die abends ihren Kopf leicht ausschalten und sofort einschlafen können. Nein nein nein, da werden erst noch 17 Diskussionen geführt, mindestens eine oder zwei Leistungen des Tages werden übertrieben negativ reflektiert und dann macht man sich natürlich noch um Millionen andere Dinge Sorgen. Warum denn auch nicht.

Genau so erging es mir am Abend vor dem MedAT. Ich habe zusammen mit einem Freund Hotelzimmer in Wien gegenüber der Messehalle gebucht (früh buchen, die Preise steigen in Richtung Testtag unverschämt an) und wir sind bereits nachmittags angereist. Vor Ort waren wir noch ein wenig spazieren und haben das Thema MedAT vermieden. Trotz ausreichender Bewegung und Ablenkung konnte ich nicht so gut schlafen und bin mit vielleicht fünf Stunden Schlaf in den Test gegangen. Ich kann Dir nur den Rat geben, dass Du Dir ein Einschlafritual angewöhnst, das Dich dann vielleicht sogar ein Leben lang verlässlich vor solchen Situationen schützt. Ich arbeite immer noch an besagtem System!

Der Test

Insgesamt ist mir der BMS-Teil ziemlich leicht gefallen und ich war recht schnell durch. Für die Pause empfehle ich Dir leichte Kost und zuckerhaltige Getränke o.Ä., je nachdem, was Dich bei Laune hält. Ich hatte eine Fruchtsaftschorle, ein Käsebrot und Schokoriegel sowie eine Banane dabei. Der Nachmittag startete dann hervorragend, KFF lief sehr gut, nur bei Merkfähigkeit stolperte ich ein wenig durch den Test. SEK war auch ok, nur kam mir dieser Teil des Tests nach wie vor sehr seltsam und willkürlich vor, trotzdem ich mich für eine recht sozial verträgliche und empathisch nicht ganz verlorene Person halte.

Das war also der letzte Testteil. Somit war der MedAT auch schon wieder rum, aber ein Gefühl der Erleichterung wollte sich nicht einstellen. Erst als ich dann einen Monat später das Studienplatzangebot der MUW erhielt, bin ich ausgerastet vor Freude!

Summa summarum

Die Vorbereitung auf den MedAT ist eine Achterbahn der Gefühle! Lernmaterial, Strategie, Leistung, Motivation und Durchhaltevermögen entscheiden maßgeblich über Deine MedAT-Laufbahn! Teile Dir Deine Kräfte ein und erstelle Dir einen realistischen Lernplan, denn es schadet Deinem Fortschritt immens, wenn Du Dich zu lange oder zu krass quälen musst. Timing ist wichtig, hol Dir am besten Tipps von Leuten, die Dir ähnlich sind und die bereits auf vergleichbare Prüfungen oder sogar auch auf den MedAT erfolgreich gelernt haben.

Ich habe damals gezielt nach einem Lernpartner gesucht, der auch nicht das erste Mal teilnimmt,  sondern der weiß, worum es geht. Unsere geballten MedAT Erfahrungen haben uns geholfen nicht den Fokus zu verlieren. Denn der Feinschliff ist fundamental wichtig. Falls Du Dir insgesamt noch nicht sicher bist, ob Medizin wirklich das Richtige ist, dann absolviere Praktika! So viele wie möglich! Und wenn Du dann fest entschlossen bist Medizin zu studieren, dann würden wir MedGurus uns sehr freuen, wenn Du bei uns im Kurs vorbeischaust oder Dich durch unser Lernmaterial leiten lässt!

Für mich war die MedAT-Vorbereitung eine besondere und intensive Erfahrung. Aber ich bin echt happy im Studium und bin nun gespannt, was in den künftigen Semestern auf mich zu kommt. Bis dahin wünschen wir Dir viel Erfolg bei der Wegsuche, der Vorbereitung oder was auch immer jetzt erst einmal auf dem Plan steht!

Bis bald!

Du hast noch weitere Fragen zur Vorbereitung oder zum MedAT allgmein? Dann schau auf unserer Community-Seite vorbei oder hinterlasse uns einen Kommentar zu diesem Artikel! Wir freuen uns auf Dich!

Los geht´s!

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