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Wie Du wahrscheinlich schon weißt, ändert sich das Auswahlverfahren der Hochschulen für die Studiengänge Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie ab 2020. Wenn Dir die Details der Änderungen des Auswahlverfahrens und die neuen Bewerbungskriterien völlig unklar sind, dann solltest Du diesen Artikel sehr aufmerksam lesen.

Neuigkeiten, Änderungen – puh, das hört sich vor allem nach einem an: mehr Arbeit beim Bewerbungsverfahren. Ob dies der Fall ist und was sich denn genau verändert, versucht der kommende Artikel zu klären.

Der Masterplan 2020 wird ab 1. Januar 2020 gültig!

Vor ziemlich genau einem Jahr, am 6. Dezember 2018, gab es einen Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) im Rahmen von generellen Änderungen des  Masterplans 2020. Dabei wurden verschiedenste Änderungen im Medizinstudium beschlossen, von Veränderungen im Praktischen Jahr bis eben zur Bewerbung in den oben genannten Studienfächern. Die Änderungen sind ab dem 1. Januar 2020 gültig und betreffen damit erstmals alle Bewerbungen für das Sommersemester 2020.

Allerdings werden die Änderungen nicht auf einen Schlag eingeführt werden, das ist wohl technisch nicht möglich, sondern es wird eine Übergangszeit von zwei Jahren (2020/21) geben, in der das neue Bewerbungsverfahren anlaufen wird und dann ab 2022 vollständig in Kraft treten soll. Das Problem ist, dass es sehr schwer ist gültige Informationen und aussagekräftige Statements zu finden um konkret zu erfahren mit was für konkreten Änderungen Du rechnen musst. Die Infos die allerdings zur Verfügung stehen werden nachfolgend zusammengefasst.

Die Änderungen des Auswahlverfahrens Medizin

  • Der Prozentsatz der verschiedenen Quoten im Auswahlverfahren Medizin wird sich verändern. Demnach wird die Abiturbestenquote auf 30% aufgestockt, das Auswahlverfahren bleibt mit 60% gleich und die Wartezeitquote mit ursprünglichen 20% wird abgeschafft. An ihre Stelle wird eine sogenannte „Talentquote“ treten, die abiturnotenunabhängig ist. Später noch einmal genauer zu den verschiedenen Quoten.
ProzentsatzQuote
30%Abiturbesten
60%Auswahlverfahren der Hochschulen
10%Talentquote
  • Die Ortspräferenz wird wegfallen. Bis jetzt war es so, dass man sich nur für eine bestimmte Anzahl an Unis bewerben konnte, und diesen eine gewichtete Reihenfolge geben musste. Hat man einen Studienplatz an der erstgenannten Uni erhalten, war man für die Verfahren der anderen Unis raus. Viele Universitäten hatten als Kriterium, dass man nur einen Studienplatz bei ihnen erhalten konnte, wenn man sie auf Platz eins oder zwei der Liste gesetzt hatte. Nun ist das nicht mehr erforderlich. Du kannst Dich also bei mehr Unis bewerben als früher und hast auch bei später gelisteten Unis die Chance einen Platz zu erhalten. Jedoch spielt die Priorisierung noch in dem Ausmaß eine Rolle, dass Unis diese wieder in die Auswahl als Filterkriterium mit einbeziehen können.
  • Die Bewerbung wird in das allgemeine Studiumbewerbungsportal „DoSV“ (Dialogorientiertes Serviceverfahren) integriert. Wiederbewerber*innen müssen ihr altes „AntON-Konto“ mit dem neuen Portal verknüpfen.
  • Es wird möglich sein, sich gleichzeitig für Human- Tier- & Zahnmedizin sowie  Pharmazie zu bewerben, das war davor nicht der Fall.

Die verschiedenen Quoten des Auswahlverfahrens im Detail

1. Abiturbestenquote

Diese wird um 10% aufgestockt und 30% betragen. Es könnte also sein, dass der Abiturschnitt mit dem man in dieser Quote noch einen Platz erhält etwas sinken wird.

2. Auswahlverfahren

Mit 60% stellen die Studienplätze in dieser Quote, wie auch schon zuvor, die größte Gruppe dar. Da Du auf unserer Website bist und Dich wahrscheinlich über den TMS oder den HAM-Nat informierst, wird es wohl Dein Ziel sein über diese Quote ein Studienplatz zu ergattern. Hier wird es einige Neuerungen geben.

Neben der Abiturnote müssen die Universitäten noch zwei weitere davon unabhängige Kriterien in die Auswahl mit einbeziehen. Welche Kriterien das sind ist landes- und universitätenspezifisch. Du musst Dich also ganz genau informieren welche Uni auf was Wert legt.

Die zwei von der Abinote unabhängigen Kriterien können zum Beispiel sein:

  • Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein FSJ.
  • Dein TMS-Testergebnis. Es ist davon auszugehen, dass jede Uni den TMS als eines der zwei Kriterien einführen wird. Die Bedeutung des Testergebnisses wird also noch mehr Gewicht bekommen.

Momentan ist anzunehmen, dass die verschiedenen Kriterien jeweils verschiedene Punkte erhalten und am Ende die Bewerber mit den höchsten Punktzahlen für die spezifische Uni den Studienplatz erhalten. Die maximale Punktzahl werden 100 Punkte sein. D.h. Dein TMS-Ergebnis wird in einen Punktewert umgerechnet, Deine Abinote und z.B. Deine Berufsausbildung.  Rechnen sollte man bei der Bewerbung also am Besten nochmal geübt haben.

Einige Unis, die zuvor besondere Auswahlverfahren hatten, wie z.B. Münster, Mainz und Berlin werden ab 2020 vom ursprünglichen Konzept abweichen und „nur noch“ den TMS und andere Kriterien mit in die Entscheidung einbeziehen. Der HAM-Nat soll in Magdeburg und Hamburg aber noch weiter geschrieben werden.

3. Talentquote

Mit 10% stellt sie die kleinste Gruppe dar. Um ein Trostpflaster für Bewerber zu schaffen, die über die Wartezeitquote einen Studienplatz erhalten wollten, wird die Anzahl der Wartesemester noch weitere zwei Jahre mit einer gewissen Punktezahl vergütet, ab 2022 wird sie aber ganz abgeschafft. In dieser Quote kannst Du wieder 100 Punkte erreichen, die Du in verschiedenen Kategorien zusammensammeln kann. Die meisten Punkte werden hier wahrscheinlich auch über das TMS-Ergebnis vergeben.

Fazit: Dein TMS Ergebnis spielt eine entscheidende Rolle im Auswahlverfahren!

Wie Du vielleicht festgestellt hast, ist ein gutes TMS-Ergebnis mit dem neuen System in der Auswahl- und der Talentquote erforderlich, um eine gute Gesamtpunktzahl zu erreichen. Deswegen gehen wir von den MedGurus davon aus, dass die Zahl der Leute, die den TMS jedes Jahr schreiben werden weiter ansteigen wird.

Insgesamt ist es aber sehr schwer gültige Vorhersagen für die nächsten Jahre zu treffen. Alle Aussagen bezüglich der Punkte, die man in einer bestimmten Uni erreichen muss, sind spekulativ. Die Erfahrungen der Vergangenheit bieten nur vage Anhaltspunkte. Nach einer gewissen Zeit werden sich dann anhand der vorangegangenen Jahre gewisse Prognosen ergeben, aber das ist jetzt noch nicht der Fall.

Sobald es mehr Informationen über das neue Bewerbungsverfahren gibt, werden wir Dich natürlich darüber informieren. Also, atme tief durch, denn alle anderen Bewerber*innen sitzen im selben Boot und wissen noch nicht genau was auf sie zukommen wird. Auch wir von den MedGurus sind gespannt, wohin die Reise gehen wird.

Quellen

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