Du möchtest wissen, welche Aufgaben Dich im neuen TMSnat erwarten? Dann bist Du hier genau richtig. Mit unseren TMSnat Beispielaufgaben samt Lösungen kannst Du die verschiedenen Aufgabengruppen kennenlernen und direkt ausprobieren, wie gut Du bereits mit ihnen zurecht kommst und wo Deine individuellen Stärken und Potenziale liegen.
Der TMSnat wird erstmals 2027 durchgeführt und unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten vom bisherigen TMS. Neben den bekannten kognitiven Aufgabenformaten aus dem TMS erwarten Dich erstmals auch naturwissenschaftliche Wissensfragen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik sowie der Untertest Arithmetisches Problemlösen, welche aus dem HAM-Nat übernommen wurden.
In diesem Artikel findest Du Beispielaufgaben zu allen Untertests des TMSnat. Löse die Aufgaben zunächst selbst und öffne erst danach die jeweilige Lösung. So bekommst Du einen realistischen ersten Eindruck davon, welche Anforderungen Dich im TMSnat erwarten und wie gut Du bereits damit umgehen kannst.
Wie unterscheidet sich der TMSnat vom TMS?
Der TMSnat unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten vom bisherigen TMS. Welche Aufgabengruppen übernommen wurden, welche neu hinzukommen und was sich sonst verändert, zeigen wir Dir in unserem Artikel zu den Unterschieden zwischen TMS und TMSnat.
Wie ist der TMSnat aufgebaut?
Der TMSnat ist in einen Vormittags- und einen Nachmittagsteil gegliedert. Die einzelnen Aufgabengruppen werden in einer festgelegten Reihenfolge bearbeitet. Insgesamt besteht der TMSnat aus acht Aufgabengruppen mit insgesamt 176 ausgewiesenen Aufgaben.
Wenn Du wissen möchtest, wie genau der TMSnat aufgebaut ist, wie viel Zeit Dir jeweils zur Verfügung steht und wie der gesamte Testtag abläuft, findest Du alle Details in unserem ausführlichen Artikel.
Du willst mehr über den TMSnat erfahren?
Alle wichtigen Informationen zu Aufbau, Ablauf, Terminen, Anmeldung und Vorbereitung findest Du in unserem umfassenden Überblick zum TMSnat 2027.
Naturwissenschaftliche Kenntnisse
Die Aufgabengruppe Naturwissenschaftliche Kenntnisse ist die größte Veränderung im TMSnat. Bei dieser Aufgabengruppe reicht es nämlich nicht aus, Informationen aus einem Aufgabentext zu interpretieren, sondern Du benötigst naturwissenschaftliches Vorwissen auf Abiturniveau für die Beantwortung der Fragen.
Geprüft werden Inhalte aus:
- Biologie
- Chemie
- Physik
- Mathematik
Insgesamt erwarten Dich 40 Aufgaben, die in 60 Minuten zu bearbeiten sind. Damit stehen Dir durchschnittlich etwa 90 Sekunden pro Aufgabe zur Verfügung.
Naturwissenschaftliche Kenntnisse im TMSnat
Welche Inhalte Du in Biologie, Chemie, Physik und Mathematik für den TMSnat beherrschen solltest und wie Du Dich darauf vorbereiten kannst, erfährst Du in unserem Artikel zu den Naturwissenschaftlichen Kenntnissen im TMSnat.
Beispielaufgabe Biologie
In welcher Phase des Zellzyklus findet die Replikation statt?
(A) G1-Phase
(B) G0-Phase
(C) G2-Phase
(D) S-Phase
(E) Metaphase
In der G1-Phase findet Zellwachstum und Aufbau dafür nötiger Proteine statt. Anschließend kann die Zelle in einem Ruhezustand verbleiben (G0-Phase) oder so lange wachsen, bis sie in die S-Phase übergeht. In dieser Phase findet die Replikation statt. Jedes Chromosom erhält hierdurch sein zweites Chromatid, während die Chromosomenzahl gleichbleibt. In der G2-Phase werden letzte Reparaturen und Synthesearbeiten vervollständigt, bevor die Zelle in die Mitose übergeht. Die Mitose teilt sich auf in Prophase, Metaphase, Anaphase und Telophase.
Beispielaufgabe Chemie
Um welche funktionelle Gruppe handelt es sich bei der Abbildung?
(R und R’ stellen Reste dar.)
(A) Ester
(B) Säureamid
(C) Carbonylgruppe
(D) Carboxylgruppe
(E) Säureanhydrid
Eine Carbonylgruppe kann endständig sein oder nicht, die entsprechenden Stoffgruppen wären Aldehyde (ein Rest wird durch ein H ersetzt) bzw. Ketone (R und R’ sind beides Kohlenstoffatome).
Beispielaufgabe Physik
In einer Parallelschaltung sollen die zwei Widerstände R1 = 5 Ω und R2 = 12 Ω durch einen Ersatzwiderstand R ersetzt werden.
Wie groß muss dieser sein, wenn eine Quellenspannung von 230 V angelegt ist?
(A) R = 3,5 Ω
(B) R = 7,5 Ω
(C) R = 5,5 Ω
(D) R = 12,5 Ω
(E) R = 9,5 Ω
Für den Ersatzwiderstand in einer Parallelschaltung gilt:

Beispielaufgabe Mathe
Ein Patient mit einer tiefen Beinvenenthrombose soll mit Heparin i.v. zur Auflösung eines Blutgerinnsels behandelt werden. Dazu werden 25000 internationale Einheiten (IE) Heparin auf eine 50 ml Perfusorspritze aufgezogen.
Bei einer Infusionsgeschwindigkeit von 2,5 ml/h erhält der Patient wie viele Einheiten Heparin pro Stunde?
(A) 12500 IE pro Stunde
(B) 1000 IE pro Stunde
(C) 1250 IE pro Stunde
(D) 500 IE pro Stunde
(E) 25000 IE pro Stunde
25000 IE werden auf eine 50 ml Perfusorspritze aufgezogen, d. h.:

Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis
Anders als bei den Naturwissenschaftlichen Kenntnissen steht im Untertest Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis nicht das Abrufen von gelerntem Fachwissen im Mittelpunkt. Entscheidend ist, dass Du die gegebenen Informationen genau verstehst, miteinander verknüpfst und logisch auf die Fragestellung anwendest.
Für die 20 Aufgaben stehen Dir im TMSnat 50 Minuten zur Verfügung.
Schmerzreize, welche chemischer, thermischer oder mechanischer Natur sein können, werden mittels sogenannter Nozizeptoren wahrgenommen. Diese stellen freie sensorische Nervenendigungen dar, welche drohende oder bereits erfolgte Gewebeschädigungen registrieren und entsprechend in elektronische Signale in Form von Aktionspotentialen umwandeln und an das Gehirn weiterleiten. Als schmerzleitende Nervenfasertypen kommen einerseits Aδ-Fasern zum Einsatz, welche aufgrund ihres Durchmessers von 1-6 µm und ihrer Myelinisierung durch eine Leitgeschwindigkeit von 5-30 m/s charakterisiert sind. Andererseits gibt es die nicht-myelinisierten C-Fasern (Durchmesser 0,2–1,5 µm), welche eine Leitgeschwindigkeit von 0,5–2 m/s besitzen. Manche Nozizeptoren reagieren ausschließlich auf mechanische Reize (Aδ-Fasern), wie etwa Nadelstiche. Sogenannte polymodale Nozizeptoren reagieren auf mechanische, thermische und chemische Reize (beide Fasertypen). Eine Sonderrolle nehmen die stummen Nozizeptoren ein, welche in gesundem Gewebe nicht erregbar sind, sondern deren Reizschwelle zunächst durch sogenannte Entzündungsmediatoren (z.B. Bradykinin, Histamin, Zytokine oder K+-Ionen) auf ein sensitiveres Niveau herabgesenkt werden muss (C-Fasern). Meist untergliedert sich die Schmerzwahrnehmung in einen ersten Schmerz, der von den schnell leitenden Fasern vermittelt wird und mit der Ausführung von Schutzreflexen einhergehen kann, sowie einen verzögert auftretenden, dumpferen Schmerz, der meist länger anhält.
Welche der nachfolgenden Aussagen lässt bzw. lassen sich ableiten?
I. C-Fasern sind primär für das Auslösen der Schutzreflexe verantwortlich.
II. Die Ausschüttung von Zytokinen durch Immunzellen kann eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit des entzündeten Gewebes zur Folge haben.
III. Stößt man sich den kleinen Zeh an der Bettkante, so kann es bis zu 4 Sekunden dauern, bis ein dumpfer Schmerz auftritt.
IV. Eine Verätzung mit Natronlauge erzeugt einen ersten, schnellen, jedoch keinen zweiten, dumpfen Schmerz.
(A) Die Aussagen I und IV lassen sich ableiten.
(B) Die Aussagen I und II lassen sich ableiten.
(C) Die Aussagen II, III und IV lassen sich ableiten.
(D) Die Aussagen II und III lassen sich ableiten.
(E) Alle Aussagen lassen sich ableiten.
Zu I: Nicht ableitbar. Aδ-Fasern leiten wesentlich schneller als C-Fasern und sind daher primär für den schnellen Schmerz und das Auslösen der Schutzreflexe verantwortlich.
Zu II: Ableitbar. Zytokine setzen die Reizschwelle der stummen Nozizeptoren im Gewebe herab, sodass eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit daraus resultiert.
Zu III: Ableitbar. Die langsam leitenden C-Fasern sind durch eine Leitgeschwindigkeit von etwa 0,5-2 m/s charakterisiert. Geht man von der unteren Grenze und einer Körpergröße von annähernd 2 m aus, so kann es bis zu 4 s dauern, bis ein dumpfer Schmerz wahrgenommen wird.
Zu IV: Nicht ableitbar. Chemische Reize werden sowohl durch schnell leitende als auch langsam leitende Fasertypen wahrgenommen, welche entsprechend einen ersten, schnellen und einen zweiten, dumpfen Schmerz vermitteln.
Die Lösung ist also Antwort (D).
Mehr zu Medizinisch-naturwissenschaftlichem Grundverständnis
Du möchtest genauer wissen, wie MedNat im TMSnat aufgebaut ist, welche Fähigkeiten dabei geprüft werden und warum Du dafür kein medizinisches Vorwissen benötigst? In unserem ausführlichen Artikel erklären wir Dir Aufbau, Bearbeitungsstrategie und typische Aufgaben anhand konkreter Beispiele.
Quantitative und formale Probleme
Bei dieser Aufgabengruppe musst Du mathematische Zusammenhänge erkennen und mehrstufige Rechenprobleme lösen. Dabei geht es weniger um komplizierte Mathematik als darum, aus einem meist längeren Aufgabentext die relevanten Informationen herauszufiltern und den richtigen Lösungsweg möglichst schnell zu erkennen.
Im TMSnat erwarten Dich 20 Aufgaben in 50 Minuten.
Mitarbeiter:innen eines Altenheims dürfen sich alle 90 Minuten eine neue Maske nehmen. Der Frühdienst ist mit 4, der Spätdienst mit 2 und der Nachtdienst mit einem Mitarbeiter besetzt. Jeder Dienst dauert (inklusive Übergaben) 9 Stunden, wobei gebrauchte Masken beim Schichtende nicht ausgetauscht werden.
Wie viele Masken werden pro Tag verbraucht?
(A) 48 Stück
(B) 24 Stück
(C) 42 Stück
(D) 56 Stück
(E) 62 Stück
Um zu errechnen, wie viele Stunden die Mitarbeiter insgesamt im Haus sind:
(4 + 2 + 1) ∙ 9 = 63 Stunden pro Tag
Da die Mitarbeiter alle 90 Minuten (= 1,5 Stunden) eine neue Maske bekommen:
63 ÷ ( 3 ÷ 2 ) = 126 ÷ 3 = 42
Der Arbeitgeber muss pro Tag 42 Masken kaufen.
Also ist Antwort (C) die gesuchte Lösung.
Mehr zu Quantitative und formale Probleme
Du möchtest genauer wissen, wie Quanti im TMSnat aufgebaut ist, welche Mathematik Du dafür brauchst und mit welcher Strategie Du komplexe Problemstellungen effizient lösen kannst? In unserem ausführlichen Artikel findest Du alle wichtigen Informationen sowie Beispielaufgaben mit Lösungen.
Fakten lernen
Beim Untertest Fakten lernen wird Deine Merkfähigkeit geprüft. Der Aufgabentyp besteht aus zwei voneinander getrennten Phasen.
Zunächst erhältst Du Informationen, die Du Dir innerhalb von sechs Minuten möglichst zuverlässig einprägen musst. Anschließend bearbeitest Du den Untertest Textverständnis. Erst danach folgt die Reproduktionsphase, in der Du Fragen zu den zuvor gelernten Informationen beantworten musst.
Die besondere Herausforderung besteht also nicht nur darin, Dir viele Informationen in kurzer Zeit zu merken – Du musst sie auch nach einer längeren Unterbrechung zuverlässig wieder abrufen können.
Präge Dir nun die folgenden Informationen in 6 Minuten ein:
| Michel: Garcia: Roux: | ca. 54 Jahre ca. 54 Jahre ca. 54 Jahre | Lederschneider, kommunikativ – Darmkrebs Änderungsschneider, freundlich – Insomnie Maßschneiderin, verschlossen – Wechseljahre |
| Hayshi: Shimizu: Yamazaki: | ca. 32 Jahre ca. 32 Jahre ca. 32 Jahre | Hebamme, verklemmt – Zyklusstörung Gynäkologin, freizügig – Regelschmerzen Krankenschwester, vulgär – Eierstockentzündung |
| Colombo: Ricci: Marino: | ca. 37 Jahre ca. 37 Jahre ca. 37 Jahre | Handwerkerin, kompliziert –Gebärmutterentzündung Zimmerer, alternativ – Hodenkrebs Malerin, aufgeschlossen – Brustentzündung |
| Turk: Mazim: Oasim: | ca. 44 Jahre ca. 44 Jahre ca. 44 Jahre | Postbote, zornig – Erektionsstörung Lieferantin, zynisch – Mammakarzinom Kurierfahrer, vergesslich – Alkoholabhängig |
| Celik: Sahin: Yildiz: | ca. 26 Jahre ca. 26 Jahre ca. 26 Jahre | Bühnenbildner, kompliziert – Mundgeruch Maskenbildnerin, verantwortungsbewusst – Endometriose Kostümbildnerin, eitel – Schnarchen |
Jetzt wird es ernst: Wie viele der Informationen kannst Du noch erinnern? Klappe dazu die Einprägephase Fakten lernen ein und beantworte die folgenden 20 Fragen binnen 7 Minuten.
Unter der Reproduktionsphase findest Du zusätzlich den Lösungsschlüssel, den Du ausklappen kannst.
- Die komplizierte Patientin ist von Beruf …
(A) Maskenbildnerin
(B) Kostümbildnerin
(C) Hebamme
(D) Krankenschwester
(E) Handwerkerin - Die Diagnose für den Bühnenbildner lautet …
(A) Mundgeruch
(B) Schnarchen
(C) Hodenkrebs
(D) Erektionsstörung
(E) Alkoholabhängig - Das Alter der Malerin beträgt …
(A) 26 Jahre
(B) 32 Jahre
(C) 37 Jahre
(D) 44 Jahre
(E) 54 Jahre - Frau Marino ist von Beruf …
(A) Krankenschwester
(B) Handwerkerin
(C) Malerin
(D) Lieferantin
(E) Maßschneiderin - Der an Insomnie leidende Patient ist von Beruf …
(A) Zimmerer
(B) Postbote
(C) Kurierfahrer
(D) Lederschneider
(E) Änderungsschneider - Die Diagnose für Herrn Turk lautet …
(A) Mundgeruch
(B) Schnarchen
(C) Hodenkrebs
(D) Erektionsstörung
(E) Darmkrebs - Die ca. 44-jährige Patientin hat eine …
(A) Mammakarzinom
(B) Zyklusstörung
(C) Regelschmerzen
(D) Eierstockentzündung
(E) Endometriose - Herr Oasim ist …
(A) 26 Jahre
(B) 32 Jahre
(C) 37 Jahre
(D) 44 Jahre
(E) 54 Jahre - Der Patient mit Darmkrebs heißt …
(A) Colombo
(B) Roux
(C) Marino
(D) Michel
(E) Garcia - Die Patientin mit den Regelschmerzen ist …
(A) verantwortungsbewusst
(B) eitel
(C) verklemmt
(D) freizügig
(E) vulgär - Die an Eierstockentzündung erkrankte Patientin ist von Beruf …
(A) Kostümbildnerin
(B) Hebamme
(C) Gynäkologin
(D) Krankenschwester
(E) Malerin - Die Maskenbildnerin heißt …
(A) Celik
(B) Sahin
(C) Hayshi
(D) Shimizu
(E) Mazim - Der Bühnenbildner ist …
(A) kompliziert
(B) verantwortungsbewusst
(C) verklemmt
(D) alternativ
(E) aufgeschlossen - Der vergessliche Patient heißt …
(A) Ricci
(B) Turk
(C) Mazim
(D) Oasim
(E) Michel - Der an Hodenkrebs erkrankte Patient ist …
(A) kompliziert
(B) alternativ
(C) aufgeschlossen
(D) zornig
(E) vergesslich - Das Alter der verschlossenen Patientin beträgt …
(A) 26 Jahre
(B) 32 Jahre
(C) 37 Jahre
(D) 44 Jahre
(E) 54 Jahre - Die zynische Patientin ist von Beruf …
(A) Hebamme
(B) Handwerkerin
(C) Malerin
(D) Lieferantin
(E) Maßschneiderin - Die Krankenschwester heißt …
(A) Yildiz
(B) Hayshi
(C) Shimizu
(D) Yamazaki
(E) Ricci - Die Diagnose für den Postboten lautet …
(A) Hodenkrebs
(B) Erektionsstörung
(C) Alkoholabhängig
(D) Insomnie
(E) Darmkrebs - Die Kostümbildnerin ist …
(A) kompliziert
(B) verantwortungsbewusst
(C) eitel
(D) verklemmt
(E) vulgär
| Lösungsschlüssel der Fakten | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1.) E | 2.) A | 3.) C | 4.) C | 5.) E | 6.) D | 7.) A | 8.) D | 9.) D | 10.) D |
| 11.) D | 12.) B | 13.) A | 14.) D | 15.) B | 16.) E | 17.) D | 18.) D | 19.) B | 20.) C |
Mehr zu Fakten lernen
Du möchtest genauer wissen, wie die Einpräge- und Reproduktionsphase im TMSnat abläuft und mit welchen Merktechniken Du Dir die Personenbeschreibungen möglichst zuverlässig einprägen kannst? In unserem ausführlichen Artikel findest Du den genauen Aufbau, unsere Bearbeitungsstrategie und eine vollständige Beispielaufgabe.
Textverständnis
Beim Textverständnis erhältst Du wissenschaftlich formulierte Texte zu medizinischen oder naturwissenschaftlichen Themen. Anschließend musst Du Fragen beantworten und Aussagen aus den Informationen des Textes ableiten. Die Herausforderung liegt vor allem darin, komplexe Informationen schnell zu strukturieren, wichtige Zusammenhänge zu erkennen und Dich nicht von plausibel klingenden, aber nicht aus dem Text ableitbaren Antwortmöglichkeiten täuschen zu lassen.
Für die Bearbeitung von 20 Aufgaben stehen Dir insgesamt 50 Minuten zur Verfügung.
Die Blutstillung ist ein komplexer Vorgang, bei dem eine Blutung durch die Bildung eines Gerinnsels (Thrombus) gestoppt wird. Dieser Prozess wird „Hämostase“ genannt und kann in eine primäre und sekundäre Hämostase unterteilt werden.
Durch einen Schaden der inneren Gefäßwand wird in einem Blutgefäß zunächst die primäre Hämostase ausgelöst. Bei dieser binden Thrombozyten durch den von-Willebrand-Faktor an Matrixproteine, die durch den Gefäßwandschaden freigelegt wurden (Thrombozytenadhäsion). Dabei bindet der von-Willebrand-Faktor sowohl an die Matrixproteine als auch an den von-Willebrand-Rezeptor auf der Thrombozytenmembran. Diese Bindung bewirkt eine Formveränderung der Thrombozyten (Thrombozytenaktivierung). Die aktivierten Thrombozyten können nun durch Freisetzung von ADP und Thromboxan A2 weitere Thrombozyten aktivieren. Außerdem kommt es zu einer Vasokonstriktion (Verengung der Blutgefäße) durch Freisetzung von Thromboxan A2 und Serotonin. Die Aktivierung der Thrombozyten bewirkt die Anlagerung von Fibrinogen, wodurch die aktivierten Thrombozyten untereinander instabil vernetzt werden (Thrombozytenaggregation). Dadurch entsteht der sogenannte weiße Thrombus. Von den Endothelzellen in den unverletzten Nachbarregionen des Endothelschadens wird Prostacyclin gebildet und ausgeschüttet. Dies wirkt gegensätzlich zu Thromboxan A2 und verhindert eine Ausbreitung der Blutgerinnung über das tatsächlich geschädigte Gebiet hinweg.
Die sekundäre Hämostase beschreibt die kaskadenartige Aktivierung der Gerinnungsfaktoren. Bei den Gerinnungsfaktoren handelt es sich um Serinproteasen, also Enzyme, die Serin im aktiven Zentrum enthalten und damit Proteine spalten können. Sie werden selbst durch eine gezielte Abspaltung bestimmter Anteile aktiviert und können so ihre Enzymaktivität entfalten. Da jede dieser Proteasen mehrere Proteine spaltet, werden mit jedem Schritt mehr Faktoren aktiviert, weshalb man von einer Gerinnungskaskade spricht.
Diese lässt sich nach dem klassischen Modell in einen intrinsischen und einen extrinsischen Weg unterteilen. Der extrinsische Weg wird durch den Endothelschaden ausgelöst, indem der Gewebefaktor (Faktor III) freigelegt wird. Dieser aktiviert Faktor VII und bildet mit ihm den sogenannten extrinsischen Tenasekomplex, der zusammen mit Calcium Faktor X aktiviert. Mit diesem Schritt mündet der extrinsische Weg in die gemeinsame Endstrecke der beiden Gerinnungswege. Sowohl der aktivierte Faktor VII als auch der aktivierte Faktor X unterstützen die Aktivierung von Faktor VII im Sinne einer positiven Rückkopplung.
Der intrinsische Weg beginnt mit der Aktivierung von Faktor XII durch dessen Bindung an negativ geladene Oberflächen der aktivierten Thrombozyten sowie durch Kallikrein, das ebenfalls zu den Serinproteasen gezählt wird. Der aktivierte Faktor XII aktiviert gemeinsam mit Thrombin den Faktor XI, welcher anschließend Faktor IX aktiviert. Faktor IX kann nun mit dem durch Thrombin aktivierten Faktor VIII den intrinsischen Tenasekomplex bilden, welcher ebenfalls Faktor X aktiviert. Durch Thrombin wird Faktor V aktiviert, welcher mit dem aktivierten Faktor X nun den Prothrombinase-Komplex bildet. Dieser wandelt Prothrombin in Thrombin (Faktor II) um. Thrombin bildet nun Fibrin (Faktor I) aus Fibrinogen, indem er bestimmte Teile des Proteins abspaltet, wodurch Bindungsstellen frei werden und eine instabile Bindung mit anderen Fibrinmolekülen möglich wird. Außerdem aktiviert Thrombin Faktor XIII. Die zunächst instabile Verbindung der Fibrinmoleküle wird durch den aktivierten Faktor XIII stabilisiert und quervernetzt. Somit wird der zuerst entstandene weiße Thrombus durch einen stabileren roten Thrombus aus Fibrin und Blutzellen ersetzt, der die Wunde dauerhaft verschließt.
Damit es nicht zu einer übermäßigen oder fehlgerichteten Blutgerinnung kommt, gibt es Mechanismen, die der Gerinnung entgegenwirken. Antithrombin III kann bestimmte Serinproteasen hemmen. Es bindet an Thrombin sowie an die aktivierten Faktoren X, IX, XI und XII und hemmt diese irreversibel, die Hemmung kann also nicht rückgängig gemacht werden. Die Wirkung von Antithrombin III wird dabei von Heparin unterstützt, indem es an Antithrombin III bindet und dessen Wirksamkeit deutlich erhöht. Daher wird Heparin klinisch als Gerinnungshemmer verwendet. Ein Teil des durch die Gerinnungskaskade entstandenen Thrombins kann mit dem Glykoprotein Thrombomodulin einen Komplex an den Endothelzellen bilden. Protein C wird durch diesen Thrombin/Thrombomodulin-Komplex zu aktiviertem Protein C (APC) gespalten. Gemeinsam mit Protein S, das die Wirkung des APC verstärkt, kann APC die aktivierten Faktoren V und VIII hemmen und somit die Gerinnung beeinträchtigen. Die APC-Resistenz (auch Faktor-V-Leiden genannt) ist eine Mutation im Faktor V-Gen, das dazu führt, dass der aktivierte Faktor V nicht mehr durch APC gehemmt werden kann. Betroffene haben dadurch ein erhöhtes Risiko, eine Thrombose (teilweiser oder vollständiger Verschluss eines Blutgefäßes durch einen Thrombus) zu entwickeln.
Welche der folgenden Aussagen lässt sich aus dem Text ableiten?
(A) Prostacyclin unterstützt die Verengung der Blutgefäße.
(B) Durch die Bindung an den von-Willebrand-Faktor können sich Fibrinmoleküle an Thrombozyten anlagern.
(C) Die Oberfläche von aktivierten Thrombozyten besitzt negative Ladungen.
(D) Thrombozyten können durch Freisetzung von ADP eine Vasokonstriktion auslösen.
(E) In Thrombozyten befinden sich von-Willebrand-Rezeptoren.
Zu A: Nicht ableitbar. Thromboxan A2 unterstützt die Verengung der Blutgefäße. Prostacyclin bewirkt eine Weitung der Blutgefäße.
Zu B: Nicht ableitbar. Durch Bindung an den von-Willebrand-Faktor können sich Thrombozyten an Matrixproteine im Bereich des Gefäß
wandschadens anlagern und diesen verschließen.
Zu C: Ableitbar. Die Bindung des von-Willebrand-Faktors an die Thrombozyten bewirkt ihre Aktivierung. Dabei kommt es zu einer Formveränderung der Thrombozyten und diese aktivierten Thrombozyten weisen negativ geladene Oberflächen auf, an denen Faktor XII binden kann.
Zu D: Nicht ableitbar. Durch die Freisetzung von ADP können Thrombozyten andere Thrombozyten aktivieren. Eine Vasokonstriktion erreichen sie allerdings durch Thromboxan A2 und Serotonin.
Zu E: Nicht ableitbar. Der von-Willebrand-Rezeptor befindet sich nicht in den Thrombozyten, sondern auf der Thrombozytenmembran.
Antwort (C) ist also die gesuchte Antwort.
Mehr zu Textverständnis
Du möchtest genauer wissen, wie Textverständnis im TMSnat aufgebaut ist, worauf Du beim Lesen und Strukturieren längerer Texte achten solltest und mit welcher Strategie Du die Aufgaben unter Zeitdruck sicher bearbeiten kannst? In unserem ausführlichen Artikel findest Du alle wichtigen Informationen sowie Beispielaufgaben mit Lösungen.
Diagramme und Tabellen
Beim Untertest Diagramme und Tabellen musst Du Informationen aus grafischen Darstellungen, Tabellen oder Kombinationen daraus analysieren und korrekt interpretieren.
Gefragt sein können beispielsweise:
- absolute und relative Veränderungen
- Prozentangaben
- Vergleiche verschiedener Gruppen
- zeitliche Entwicklungen
- Zusammenhänge zwischen mehreren Größen
Im TMSnat stehen Dir für 20 Aufgaben 50 Minuten zur Verfügung.
Zur Überprüfung des Hörvermögens werden einem Probanden Töne unterschiedlicher Frequenzen mit steigendem Schalldruckpegel (in Dezibel (dB)) dargeboten. Der kleinste Schalldruckpegel, bei dem der Proband einen Ton wahrnimmt, wird in das Audiogramm eingetragen. Die Differenz zu 0 dB wird als Hörverlust bezeichnet. Mit dem Alter steigt der benötigte Schalldruckpegel für die erste Hörempfindung für die hohen Frequenzen (ab 5000 Hz). Zudem kann man das Hörempfinden in Knochenleitung und Luftleitung einteilen. Das dargestellte Audiogramm zeigt Messergebnisse eines Probanden beispielhaft zwischen den Frequenzen von 125 Hz bis 12 kHz. Die y-Achse gibt den Hörverlust in dB an.
Welche der folgenden Aussagen lässt sich ableiten?
(A) Dem Audiogramm nach zu urteilen, handelt es sich um einen älteren Probanden.
(B) Es zeigt sich nur auf dem rechten Ohr ein Hörverlust.
(C) Frequenzen unter 125 Hz werden nicht wahrgenommen.
(D) Niedrige Frequenzen werden immer lauter wahrgenommen als hohe Frequenzen.
(E) Der Proband benötigt je Ohr bei der Knochenleitung einen kleineren Schalldruckpegel für die Wahrnehmung eines Tons zwischen 250 Hz bis 6 kHz als bei der Luftleitung.
Zu A: Nicht ableitbar. Im Text wird die Information gegeben, dass die Empfindlichkeit für hohe Frequenzen mit dem Alter sinkt. Der Proband weist jedoch nur auf einem Ohr ein reduziertes Hörvermögen auf, was bei 500 Hz beginnt und nicht bei 5000 Hz, wie im Text angegeben.
Zu B: Nicht ableitbar. Auch das linke Ohr weist bei der Luftleitung einen sichtbaren Hörverlust auf (Abweichung von 0 dB).
Zu C: Nicht ableitbar. Diese Aussage lässt sich nicht aus den gegebenen Informationen ableiten. Außerdem gibt der Text den Hinweis, dass bei diesem Audiogramm das Hörvermögen beispielhaft zwischen den Frequenzen von 125 Hz bis 12 kHz gemessen wurde.
Zu D: Nicht ableitbar. Achtung! Verallgemeinerung wie „immer, nur, nie, …“ treffen nur im seltensten Fall zu. Auch hier kann man aus den Informationen diese Aussage nicht erschließen.
Zu E: Ableitbar. Für die gegebene Spanne liegt die Kurve der Knochenleitung jeweils über der Kurve der Luftleitung.
Die richtige Antwort wäre also Antwort E gewesen.
Mehr zu Diagramme und Tabellen
Du möchtest genauer wissen, welche Diagramm- und Tabellentypen Dich erwarten können, worauf Du bei Achsen, Einheiten und Bezugsgrößen achten solltest und wie Du Daten unter Zeitdruck sicher interpretierst? In unserem ausführlichen Artikel findest Du die wichtigsten Strategien sowie Beispielaufgaben mit Lösungen.
Arithmetisches Problemlösen
Arithmetisches Problemlösen ist eine der Aufgabengruppen des TMSnat, die aus dem HAM-Nat übernommen wurde. Hier musst Du mathematische Probleme schnell im Kopf oder mithilfe von Nebenrechnungen lösen.
Mit 16 Aufgaben innerhalb von 25 Minuten bleiben Dir durchschnittlich nur etwas mehr als 90 Sekunden pro Aufgabe. Neben sicheren mathematischen Grundlagen spielt deshalb auch Deine Bearbeitungsgeschwindigkeit eine wichtige Rolle.
Eine Infusion mit einem Gesamtvolumen von 2 000 ml soll innerhalb von 12 Stunden einlaufen. Das verwendete Infusionsbesteck hat einen Tropfenfaktor von 20 Tropfen pro Milliliter. Nach einer Kontrolle nach 5 Stunden sind erst 950 ml eingelaufen.
Auf welche Tropfenrate (Tropfen/min) muss umgestellt werden, damit die restliche Menge in der verbleibenden Zeit einläuft?
(A) 76 Tropfen / Minute
(B) 50 Tropfen / Minute
(C) 63,3 Tropfen / Minute
(D) 35 Tropfen / Minute
(E) 55,6 Tropfen / Minute
Die noch zu infundierende Restmenge beträgt 2 000 ml − 950 ml = 1 050 ml. Die verbleibende Zeit beträgt 12 h − 5 h = 7 h, umgerechnet 7 · 60 min = 420 min. Die neue Laufrate ergibt sich aus 1 050 ml / 420 min = 2,5 ml/min. Multipliziert mit dem Tropfenfaktor ergibt sich die Tropfenrate: 2,5 ml/min · 20 Tropfen/ml = 50 Tropfen/min.
Mehr zum Arithmetischen Problemlösen
Du möchtest genauer wissen, wie die Aufgabengruppe aufgebaut ist, welche Mathematik Du dafür brauchst und mit welcher Strategie Du die Aufgaben unter Zeitdruck effizient bearbeiten kannst? In unserem ausführlichen Artikel findest Du alle wichtigen Informationen sowie Beispielaufgaben mit Lösungen.
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Mit unseren kostenlosen TMSnat Angeboten kannst Du nicht nur weitere Aufgaben kennenlernen, sondern auch Deinen aktuellen Stand einschätzen und Deine naturwissenschaftlichen Wissenslücken prüfen.
FAQ
Fazit
Der TMSnat ist eine echte Herausforderung, da er neben den kognitiven Aufgabengruppen zusätzlich Naturwissenschaftliches Vorwissen auf Abiturniveau abprüft.
Mit unseren TMSnat Beispielaufgaben kannst Du zunächst den Test kennenlernen und herausfinden, welche Aufgaben Dir bereits leichtfallen und wo noch Trainingsbedarf besteht. Anschließend solltest Du gezielt an Deinen Schwächen arbeiten, Deine Lösungsstrategien verbessern und zunehmend unter realistischen Zeitbedingungen trainieren.
Je früher Du die unterschiedlichen Aufgabenformate kennenlernst, desto strukturierter kannst Du Deine weitere TMSnat Vorbereitung planen. So kannst Du Deine Vorbereitung optimal an Deine Bedürfnisse anpassen und Deine Chancen auf einen Medizinstudienplatz verbessern.
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