In Österreich gibt es vier staatliche Hochschulen, an denen man Humanmedizin oder Zahnmedizin studieren kann. Einziges Aufnahmekriterium ist der MedAT – Medizinaufnahmetest Österreich. Jede Universität erstellt nach dem MedAT ihre eigene Statistik, nach der die Studienplätze dann vergeben werden. Deshalb stehen die Chancen auf ein Medizinstudienplatz in jeder Stadt etwas anders. Im ungünstigsten Fall kann es passieren, dass man als EU-Bürger zwar in Graz mit seinem MedAT Testergebnis einen Studienplatz angeboten bekommen hätte, in Innsbruck aber nicht. Das passiert, wenn es bspw. in Innsbruck viel mehr Bewerber:innen in der eigenen Quote gab, als in Graz.

Abgesehen von der MedUni Graz und in Innsbruck kannst Du auch an der MedUni in Wien und in Linz Medizin studieren.

In welcher Stadt solltest Du Dich bewerben?

Zuerst einmal in der Stadt, in der man sich vorstellen kann mindestens 6 Jahre seines Lebens zu verbringen. Diesen Satz bitte zweimal lesen, da er so wichtig ist!

Falls man eine Aversion gegen stinkende U-Bahnen, unhöfliche Menschen und einen überteuerten Wohnungsmarkt hat, stellt sich die Stadt Wien nicht als beste Wahl heraus. Natürlich gibt es auch genügend Gründe, die für Wien sprechen. Lies mehr dazu unter „5 Gründe, warum man in Wien studieren sollte„.

Anmeldezahlen für 2023 – Deine Chancen auf ein Medizinstudienplatz standen noch nie besser!

Die genauen Chancen für die Studienplätze kann man sich ausrechnen, wenn die Verteilung aller Teilnehmer:innen in AT, EU und Non-EU bekannt ist. Leider wurde diese Information in den letzten Jahren nicht mehr veröffentlicht. Um Dir dennoch ein Bild über die Ausgangslage vor dem MedAT 2023 zu geben, haben wir eine Übersicht erstellt, die die Verteilung der diesjährigen Studienplätze bei der diesjährigen Zahl der Anmeldungen von 15.400 darstellt.

Tipp: Noch ist der Test nicht geschrieben und es ist sehr wahrscheinlich, dass sich durch das Nicht-Erscheinen einiger Teilnehmer:innen die Verteilung der Plätze noch einmal verändert!

Zuerst einmal solltest Du wissen, wie viele Studienplätze jede Stadt zur Verfügung stellt. Schaue Dir dazu die folgende Tabelle an. Seit 2022 gibt es insgesamt 110 Studienplätze mehr!

StudienortHumanmedizinZahnmedizin
gesamte PlätzeATEU Nicht-EUKeine Quote
Wien6805101363480
Innsbruck370278741840
Graz 346260691724
Linz3102336215-

Jetzt können wir uns ausrechnen, wie hoch die Chancen auf einen Studienplatz in den verschiedenen Städten stehen, aber diese Zahlen beziehen sich auf das Human- und Zahnmedizinstudium zusammen und die Quotenregelung wurde hier noch nicht beachtet. Trotzdem helfen diese Zahlen sehr, um sich zu orientieren.

Tab. 1: Chancen auf einen Studienplatz nach Quote 2022 – Alle Kontingente 

Anmeldungen in %* Bewerber*Innen**
Wien 7.881 9,6 10
Innsbruck 3.350 12,2 8
Graz 2.650 14,0 7
Linz 1.907 16,2 6
Gesamt 15.788 11,7 9

Wenn Dich aber die Aufteilung für die beiden Studiengänge einzeln interessiert, dann schau Dir die Tendenzen für den MedAT 2023 und 2024 an.

Anmeldestatistik MedAT und Chancen auf ein Medizinstudienplatz

Da mittlerweile leider nicht mehr die genauen Zahlen der Anmeldungen in den einzelnen Kontingenten veröffentlich werden, kann man sich nur grob die Chancen ausrechnen. Also ohne, dass man die Quotenregelung bei der Berechnung berücksichtigt.

Früher wurden die Zahlen von den Medizinuniversitäten aber noch herausgegeben und Du konntest Dir für jede Quote genau ausrechnen, mit wie vielen Leuten Du um einen Platz konkurrieren musst. Wir haben Dir nachfolgend diese Berechnung auf Grundlage der Anmeldezahlen von 2018 aufgelistet. Obwohl die Teilnehmerzahlen natürlich jedes Jahr variieren, bleibt der Anteil der Leute in den verschiedenen Kontingenten ungefähr gleich. Das heißt, dass sich jedes Jahr circa der gleiche Anteil an AT-, EU-, und Non-EU-Bürgern für den MedAT anmelden. Deshalb solltest Du trotzdem ein Blick auf die Statistik von 2018 werfen. (Hinweis: 2018 gab es noch 110 Plätze weniger für ein Medizinstudium – wir haben die Chancen mit der damaligen Anzahl an Studienplätzen berechnet)

Insgesamt haben sich 2018 für alle Teststandorte 15.880 Bewerber:innen für den MedAT angemeldet, bei gerade mal 1.680 Studienplätzen. Das sind also fast 10 Bewerber:innen pro Studienplatz.

Aber bereits das Erscheinen zum Testtag stellt für die Ersten eine große Hürde dar. So erscheinen jedes Jahr tausende Bewerber:innen gar nicht erst zum Test. Letztes Jahr waren es ganze 3.328 Personen – und schon sind es „nur“ noch 7,5 Bewerber:innen pro Studienplatz.

Auch spielen Nachfrage und Angebot eine Rolle. Die meisten Teilnehmenden beim MedAT schreiben in Wien den Test, aber die MedUni Wien hat auch die meisten Studienplätze im Angebot. Während in Linz zum Beispiel „lediglich“ 1269 Teilnehmer um 180 Plätze konkurriert haben. Man sollte also immer das Verhältnis von Bewerberzahlen und Studienplätzen bedenken, wenn man an die Chancen auf ein Medizinstudienplatz denkt.

Tab. 2: Teilnehmer:innen MedAT Human- und Zahnmedizin 2018

Humanmedizin AT EU Non-EU Zahnmedizin
Graz 2.287 1.563 834 44 154
Innsbruck 2.704 1.137 1.675 85 193
Wien 5.503 3.883 1.878 184 442
Linz 1.269 803 442 31
Gesamt 11.763 789

Tab. 3: Chancen auf einen Medizinstudienplatz nach Quote 2018

AT EU Non-EU
Graz 16,10 % 8,00 % 38,60 %
Innsbruck 23,70 % 4,30 % 21,20 %
Wien 12,70 % 7,00 % 17,90 %
Linz 16,80 % 8,10 % 39,10 %

Tab. 4: Bewerber:innen pro Studienplatz nach Quote 2018

AT EU Non-EU
Graz 6,2 12,5 2,6
Innsbruck 4,2 23,3 4,7
Wien 7,9 14,3 5,6
Linz 6 12,3 2,5
Mädchen sieht sich die Quoten für den MedAT an, um ihre Chancen auf einen Medizinstudienplatz zu bewerten.

Lass Dich von den Anmeldezahlen nicht verunsichern, denn am Ende kommt es auf mehr als nur auf die Zahlen an!

Geringe Chancen auf ein Medizinstudienplatz in Innsbruck?

Zu guter Letzt ist die Quote, der man angehört zu berücksichtigen. „Bewirb Dich als Deutscher auf keinen Fall in Innsbruck – da gehen alle hin“. Diesen Satz hat schon jeder MedAT-Interessent einmal gehört, aber stimmt das wirklich?

Wenn man auf die Zahlen der letzten Jahre blickt, dann könnte man wirklich darauf schließen, dass man es in der EU-Quote in Innsbruck am schwierigsten hat. Jedoch gab es Jahre, in denen man in Wien eine höhere Punktzahl für einen Studienplatz gebraucht hat, als in Innsbruck.

Sind die Chancen auf ein Medizinstudienplatz in Innsbruck wirklich so gering? Die hohen EU-Bewerberzahlen in Innsbruck kann man zum Beispiel mit der geografischen Nähe zu Deutschland begründen. Viele Testanwärter*innen wollen den MedAT erstmal kennenlernen und schreiben den Aufnahmetest beim ersten Mal ohne entsprechende MedAT Vorbereitung mit. Es bietet sich als Deutscher an, hierfür nicht in das weit entfernte Graz oder Wien zu fahren, sondern in das einen Katzensprung von Deutschland entfernte Innsbruck.

Mit ein bisschen Motivation und einer positiven Einstellung schaffst auch Du es ganz bestimmt!

Mit ein bisschen Motivation und einer positiven Einstellung schaffst auch Du es ganz bestimmt!

Hab keine Angst vor dem Medizinertest!

Selbstverständlich kann man die Bewerberzahlen als grobe Orientierung bei der Entscheidungsfällung nutzen, aber der ausschlaggebende Faktor sollte es nicht sein! Das Medizinstudium in Deiner Lieblingsstadt an Deiner Wunsch-Uni sollte die Motivation für den MedAT sein! Und mit einer soliden Testvorbereitung kann man getrost die Punkteunterschiede in den jeweiligen Städten ignorieren, also nur Mut! Und by the way: Wir bieten Dir ein extrem umfangreiches Angebot für Deine Vorbereitung auf den Medizinaufnahmetest Österreich an!

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