Der Konzentrationstest ist die letzte Aufgabengruppe im EMS: 8 Minuten, ein Blatt mit 40 Zeilen à 40 Symbolen, insgesamt 1.600 Zeichen. Deine Aufgabe ist es, bestimmte Zielsymbole durchzustreichen und alle anderen stehen zu lassen. Etwa 400 der 1.600 Zeichen sind Zielzeichen, also rund zehn pro Zeile.
Dieser Untertest ist in mehrfacher Hinsicht ein Sonderfall. Er ist die einzige Aufgabengruppe, die nicht nach dem Multiple-Choice-Prinzip funktioniert. Er wird anders ausgewertet als alle anderen. Und beim Üben gilt hier ausnahmsweise: mehr ist nicht besser.
Für die EMS-Vorbereitung heißt das: Diese Aufgabengruppe braucht von Dir weniger Übungszeit als jede andere – aber ein paar Regeln, die Du kennen musst. Die wichtigsten davon sammeln wir bei MedGurus hier.
Wie „konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten“ im EMS funktioniert
Du bekommst ein Blatt mit Symbolen – das können grafische Zeichen sein, aber auch Ziffern oder Buchstaben. Die Testleitung erklärt vorher, welche davon durchgestrichen werden müssen und welche nicht.
Dann arbeitest Du von oben links zeilenweise durch: eine Zeile fertig, unaufgefordert sofort vorne in der nächsten weiter, so lange, bis das Zeichen zum Aufhören kommt. Dass Du bis zum Ende des Blatts kommst, ist nicht vorgesehen – die Menge der Zeichen ist für die Zeit sehr reichlich bemessen.
| Kriterium | Angabe |
|---|---|
| Bearbeitungszeit | 8 Minuten |
| Umfang | 40 Zeilen à 40 Symbole = 1.600 Zeichen |
| Zielzeichen | ca. 400, also rund 10 pro Zeile |
| Position im Test | Testheft Teil B, letzte Aufgabengruppe |
| Punkteskala | 0 bis 18 (transformiert) |
| Format | kein Multiple Choice |
Die Angaben stammen aus der offiziellen Broschüre „Beispielaufgaben zum EMS“ des Zentrums für Testentwicklung und Diagnostik (ZTD) an der Universität Fribourg, das den EMS im Auftrag von swissuniversities entwickelt.
Die Regel bei „konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten“, an der am meisten Punkte hängen
Zeilenweise arbeiten. Von links nach rechts. Keine Zeile überspringen.
Das klingt banal und ist der teuerste Fehler in diesem Untertest. Der Grund liegt in der Auswertung: Das Lesegerät tastet den Bogen Zeile für Zeile ab, vom ersten bis zum letzten Zeichen – und zwar bis zu Deiner letzten Markierung. Alles, was vor dieser letzten Markierung liegt und nicht bearbeitet ist, zählt als Fehler.
Wer also spaltenweise arbeitet und am Ende eine Markierung in der vorletzten Zeile setzt, bekommt jedes übersprungene Zielzeichen in allen Zeilen davor als Fehler angerechnet. Dasselbe passiert, wenn Du eine Zeile von hinten nach vorne bearbeitest: Am Ende der Zeit hast Du die letzten zwei Zeichen der Zeile markiert, alles davor gilt als übersehen.
Wie ausgewertet wird
Für jedes richtig und sauber – also maschinenlesbar – durchgestrichene Zielzeichen bekommst Du eine Zähleinheit. Für jedes fälschlich durchgestrichene und jedes fälschlich nicht durchgestrichene Zeichen bis zur letzten Markierung wird eine abgezogen. Die Fehler werden von den Richtigen subtrahiert.
Der so entstandene Wert wird anschließend auf eine Skala von 0 bis 18 übertragen – anders als bei den übrigen Aufgabengruppen, wo Du einen Punkt pro Aufgabe holst. Die Umrechnung erfolgt über die Verteilung aller Teilnehmenden: Die schwächsten 1,5 Prozent erhalten den Wert 0, die besten 1,5 Prozent den Wert 18, der Bereich dazwischen wird in 17 gleich große Intervalle geteilt.
Daraus folgt eine Abwägung, die das ZTD ausdrücklich benennt: Es lohnt sich, möglichst viele Zeichen zu bearbeiten und dabei ein paar Fehler zu machen, statt eine deutlich kleinere Zahl völlig fehlerfrei. Die zusätzlich richtig markierten Zeichen bringen erfahrungsgemäß mehr Punkte, als die Fehler kosten.
Und deshalb: nicht korrigieren. In der Zeit, die Du zum Ausradieren brauchst, setzt Du eine Reihe neuer richtiger Markierungen.
Wie Du markierst
Ein kräftiger Strich pro Zeichen. Nicht malen, nicht mehrfach nachziehen – aber auch nicht so dünn, dass das Lesegerät ihn nicht erkennt. Eine Markierung, die zu schwach ist, gilt als nicht gesetzt.
Genauso wichtig: nicht über das Zeichen hinausstreichen. Reicht Dein Strich ins Nachbarzeichen, wird auch dieses als markiert gewertet – und damit als Fehler. Da es in diesem Untertest ausdrücklich auch um Sorgfalt geht, ist diese Bewertung so gewollt.
Zum Schreibgerät: Verwende einen schwarzen oder blauen Filzschreiber statt eines Bleistifts. Rote oder violette Stifte sind nicht erlaubt, weil der Scanner sie nicht erkennt.
Vor dem Startzeichen, während die Testleitung die Hinweise vorliest, solltest Du zwei Stifte bereitlegen. Anspitzen oder einen heruntergefallenen Stift aufheben kostet Dich Zeit, die Du hier nicht hast. Nimm eine bequeme Schreibposition ein und achte darauf, dass Du mit Hand oder Körper keinen Schatten auf das Blatt wirfst. Notizen auf dem sichtbaren Teil des Antwortbogens darfst Du während der Instruktion machen.
Warum Du den Untertest „konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten“ nicht überüben solltest
Die Zeichen und Regeln sind im Originaltest jedes Jahr anders und werden vorher nicht bekannt gegeben. Damit lässt sich der konkrete Inhalt gar nicht trainieren.
Das ZTD geht weiter und warnt vor zu häufigem Üben: Die Anforderung fixiert sich dann zu stark, und es fällt schwerer, sich am Testtag auf die tatsächliche Regel umzustellen. Ein paar Durchgänge mit dem offiziellen Übungstest reichen aus, um ein Gefühl für Tempo, Markierungsart und die zeilenweise Arbeitsweise zu bekommen. Mehr bringt nichts – und kann sogar schaden.
Was Du stattdessen trainieren kannst, ist die Umstellungsfähigkeit – und darauf legen wir bei MedGurus in der EMS-Vorbereitung für diesen Untertest den Fokus: Bau Dir zu den jeweiligen Zielzeichen eine kurze visuelle Eselsbrücke, so wie Du sie am Testtag in wenigen Sekunden brauchen wirst. Im offiziellen Übungstest könnte das etwa lauten: „Raumschiffe mit zwei Fenstern und runde Schweizerfahnen durchstreichen.“ Dieses Umformulieren in eine merkbare Regel ist die eigentliche Fertigkeit.
Eine nützliche Selbstkontrolle während des Tests: Wenn Du merkst, dass Du pro Zeile deutlich mehr oder deutlich weniger als zehn Zeichen markierst, hast Du die Instruktion wahrscheinlich falsch verstanden. Dann lohnt ein kurzer Blick zurück auf die Regel.
FAQs
Den Testtag einmal komplett erleben
Diesen Untertest musst Du nicht viel üben – wohl aber einmal an der Stelle erleben, an der er kommt: nach mehreren Stunden Test, als letzte Aufgabengruppe. Im EMS-E-Learning findest Du vollständige Simulationen in der Abfolge des Testtags.
Lieber in Schweizer Franken zahlen?
Zurück zu allen Artikeln