Die gängige Empfehlung für die EMS-Vorbereitung liegt bei etwa fünf Wochen intensiver Arbeit. Weniger als fünf Wochen wird knapp, mehr als zwei bis drei Monate bringt in der Regel nichts mehr. Wenn Du den EMS im Abiturjahr schreibst, solltest Du rund zwei Monate vorher anfangen und dafür kürzer, aber häufiger üben.

Die EMS-Vorbereitungszeit ist damit kürzer, als viele erwarten. Der Grund für diese ungewöhnliche Obergrenze: „Der EMS ist kein Faktentest. Bei einer Prüfung über Lernstoff hilft mehr Zeit fast immer, weil sich Wissen festigt.“ Der EMS prüft Fähigkeiten und den Umgang mit Aufgabenformaten – und dabei stößt zusätzliche Zeit irgendwann an eine Grenze, hinter der sie eher schadet. Wann Deine Vorbereitung startet, hängt am Testtag: Die EMS-Termine und Anmeldefristen findest Du im eigenen Artikel.

Warum eine zu lange EMS-Vorbereitungszeit kontraproduktiv ist

Vier Dinge passieren, wenn Du zu früh anfängst:

Das Übungsmaterial geht aus. Es gibt eine begrenzte Menge an offiziellen Originalversionen und Übungsaufgaben. Wer sie im März verbraucht, hat im Juni nichts Neues mehr, an dem sich Fortschritt zeigen ließe.

Der Druck wächst. Ein halbes Jahr auf einen einzigen Testtag hinzuarbeiten macht diesen Tag größer, als er ist. Fünf Wochen sind überschaubar.

Die Motivation flacht ab. Die Kurve bei den Aufgabengruppen mit Formatlernen steigt in den ersten Wochen deutlich und danach langsamer. Wer die frühe Phase im Frühling verbraucht, trainiert im Sommer im flachen Teil der Kurve.

Die Flexibilität leidet. Gerade beim Konzentrationstest fixiert sich eine zu lange geübte Regel so stark, dass die Umstellung auf die tatsächliche Jahresregel schwerer fällt. Das ZTD warnt hier ausdrücklich vor zu häufigem Üben.

Wenn Du trotzdem früher anfangen willst, ist die sinnvollste Beschäftigung nicht mehr Testtraining, sondern inhaltliches Lesen: Anatomie- und Physiologiegrundlagen helfen beim medizinisch-naturwissenschaftlichen Grundverständnis und beim Textverständnis, weil Du die Sprache dieser Texte gewohnter liest.

Wie viel Übung welche Aufgabengruppe in der EMS-Vorbereitungszeit braucht

Nicht alle neun Aufgabengruppen verhalten sich gleich. Was in welcher Aufgabengruppe verlangt wird, steht im Überblick Wie ist der EMS aufgebaut? – für die Planung Deiner Wochen hat sich bei MedGurus diese Aufteilung bewährt:

Aufgabengruppe Einheiten pro Woche Hinweis
Muster zuordnen 3 zeigt früh deutliche Verbesserung
Objekte im Raum 3 zeigt früh deutliche Verbesserung
Figuren lernen max. 2 mehr führt zu Verwechslungen
Fakten lernen max. 2 mehr führt zu Verwechslungen
Med.-nat. Grundverständnis 2 längere Einheiten, dafür seltener
Quantitative und formale Probleme 2 längere Einheiten, dafür seltener
Textverständnis 2 längere Einheiten, dafür seltener
Diagramme und Tabellen 2 längere Einheiten, dafür seltener
Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten wenige Durchgänge insgesamt nicht überüben, siehe oben

Bei den beiden Lerntests gilt eine Besonderheit: Zu häufiges Üben in kurzen Abständen führt dazu, dass sich die Inhalte verschiedener Durchgänge überlagern und Du Figuren oder Fälle verwechselst. Zwei Einheiten pro Woche mit Abstand sind besser als vier.

So kann eine Lerneinheit in Deiner EMS-Vorbereitungszeit aussehen

Der Ablauf ist bei allen Aufgabengruppen derselbe, und die Reihenfolge ist wichtiger als die Dauer:

  1. Am Anfang ohne Zeitdruck. In den ersten Einheiten geht es nur darum, die Bearbeitungsstrategie zu verstehen und zu festigen. Wer sofort mit der Uhr anfängt, trainiert Hektik statt Methode.
  2. Dann die Zeit schrittweise anziehen, bis Du bei der offiziellen Bearbeitungszeit angekommen bist.
  3. Danach vollständige Simulationen unter Testbedingungen, bei den langen Aufgabengruppen auch mal zwei hintereinander.
  4. Immer mit Fehleranalyse abschließen. Nicht abhaken, sondern nachschauen: Warum habe ich diese Aufgabe nicht gelöst? Warum habe ich hier so lange gebraucht? Ohne diesen Schritt wiederholst Du dieselben Fehler in der nächsten Einheit.

Ein Punkt, der oft irritiert: Bei mehreren Aufgabengruppen ist es nicht das Ziel, alle Aufgaben zu schaffen. Muster zuordnen und Diagramme und Tabellen sind absichtlich so bemessen, dass die meisten Teilnehmenden nicht durchkommen. Wer sich das nicht klarmacht, jagt beim Üben ein Ziel, das nicht existiert.

EMS und Abitur im selben Jahr

Das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme – und es funktioniert. Zwischen Abitur und Testtag liegen oft nur wenige Wochen.

Fang in diesem Fall etwa zwei Monate vor dem EMS an, also parallel zur Abiturvorbereitung, und arbeite mit kurzen, häufigen Einheiten statt langen Blöcken. Zwanzig Minuten Muster zuordnen am Abend sind realistisch, drei Stunden Simulation neben Abiturprüfungen nicht.

Eine Entscheidungshilfe, wenn die Zeit knapp wird: Für die Zuteilung eines Studienplatzes zählen Dein EMS-Prozentrang und Dein Wohnort – die Abiturnote spielt dabei keine Rolle. Wenn Deine bisherigen Noten solide sind, ist es also vertretbar, den Schwerpunkt auf den EMS zu legen. Das ist keine Empfehlung, das Abitur zu vernachlässigen, sondern eine Priorisierungsfrage in den letzten Wochen.

FAQs

Die EMS-Vorbereitungszeit sollte etwa fünf Wochen intensiv umfassen. Manche kommen mit drei bis vier Wochen zurecht, länger als zwei bis drei Monate ist selten sinnvoll.

Ja, man kann zu viel für den EMS üben. Beim Konzentrationstest rät das ZTD ausdrücklich von häufigem Üben ab, bei den beiden Lerntests führen zu kurze Abstände zu Verwechslungen. Und irgendwann ist einfach das Material aufgebraucht.

Im Abiturjahr solltest Du rund zwei Monate vor dem Testtag anfangen, mit kurzen und häufigen Einheiten statt langen Blöcken.

Nein, nicht jede Aufgabengruppe braucht gleich viel Übung. Muster zuordnen und Objekte im Raum profitieren von drei Einheiten pro Woche, die Lerntests von maximal zwei, der Konzentrationstest von wenigen Durchgängen insgesamt.

Nein, die Abiturnote zählt für die Zulassung nicht. Verwendet werden EMS-Prozentrang und Wohnort.

Bei mehr als drei Monaten Vorlauf lies Dich in Anatomie- und Physiologiegrundlagen ein, statt Testaufgaben zu verbrauchen. Das hilft beim Grundverständnis und beim Textverständnis, ohne Übungsmaterial zu verheizen.

Übung macht den Meister

Eine Gruppe von Mädchen lernt für den TMS.

Wie viel Übung Deine schwächste Aufgabengruppe braucht, lässt sich nicht pauschal sagen – dafür brauchst Du Vergleichswerte. Das EMS-E-Learning von MedGurus liefert für jede der neun Aufgabengruppen Übungsmaterial, Video-Tutorials und Simulationen mit Auswertung.

Zum EMS E-Learning

Lieber in Schweizer Franken zahlen?

in CHF kaufen


Zurück zu allen Artikeln