Der EMS ist der Eignungstest für das Medizinstudium in der Schweiz. Er wird eingesetzt, wenn es mehr Anmeldungen als Studienplätze gibt – was seit seiner Einführung 1998 jedes Jahr der Fall war – und gilt für Humanmedizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin und Chiropraktik. Der Eignungstest für das Medizinstudium hat neun Aufgabengruppen; die letzte inhaltliche Änderung war 2025: Die Aufgabengruppe „Objekte im Raum“ ersetzt die früheren „Schlauchfiguren“.

Dieser Artikel ist der Überblick: was der Test ist, wer ihn entwickelt und was sich über die Jahre verändert hat. Termine und Fristen findest Du im Artikel zu den EMS-Terminen, den detaillierten Testaufbau im Artikel zum EMS-Aufbau.

Was ist der EMS – der Eignungstest für das Medizinstudium in der Schweiz?

Der EMS ist ein Studierfähigkeitstest. Er prüft keine Fachinhalte aus dem Gymnasium, sondern kognitive Fähigkeiten: visuelle Wahrnehmung, räumliches Vorstellungsvermögen, Merkfähigkeit, Textverständnis, quantitatives Problemlösen und Konzentration. Fachwissen aus Biologie oder Chemie brauchst Du dafür nicht – wo Fachbegriffe vorkommen, werden sie in der Aufgabe erklärt.

Ob der Test in einem Jahr überhaupt zum Einsatz kommt, entscheidet sich formal erst im März, wenn feststeht, ob die Anmeldungen die Zahl der Studienplätze übersteigen. Praktisch war das bisher immer so.

Wer entwickelt den Test? Konstruiert wird der EMS vom Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik (ZTD) an der Universität Fribourg. Das ZTD arbeitet seit Jahren mit den Entwicklern des deutschen Studierfähigkeitstests zusammen, weshalb sich die Aufgabenformate ähneln – die Aufgabenzahlen und Bearbeitungszeiten unterscheiden sich aber, weshalb Du für die EMS-Vorbereitung mit EMS-Werten trainieren solltest.

Wer am EMS teilnehmen darf

Am EMS dürfen Schweizer Staatsbürger:innen teilnehmen sowie Personen, die diesem Status gleichgestellt sind. Dazu gehören:

  • Personen mit Wohnsitz in der Schweiz seit mindestens fünf Jahren, sofern die Eltern über bestimmte Aufenthaltsbewilligungen verfügen
  • von der Schweiz anerkannte Flüchtlinge
  • Kinder von Personen mit Diplomatenstatus

Die genauen Bedingungen stehen in den Empfehlungen von swissuniversities. Wenn Deine Situation nicht eindeutig ist, kläre das vor der Anmeldung – nicht danach.

Was sich beim EMS über die Jahre geändert hat

Jahr Änderung
1998 erste Anwendung des Tests in der Schweiz
bis 2003 Struktur entspricht dem deutschen Studierfähigkeitstest
ab 2004 Konzentrationstest wird eingeführt, dessen Regel vorher nicht bekannt ist
2005 Aufgabengruppe „Planen und Organisieren“ kommt hinzu
ab 2016 Rückkehr zur ursprünglichen Struktur, „Planen und Organisieren“ entfällt
2020 pandemiebedingt verkürzte Fassung mit nur 6 statt 9 Aufgabengruppen, 3 Std. 41 Min.
2021 erneut verkürzte Fassung
2022 wieder alle 9 Aufgabengruppen, aber 18 statt 20 Aufgaben pro Gruppe; keine Mittagspause; Gesamtdauer 3 Std. 55 Min.
2025 „Objekte im Raum“ ersetzt die „Schlauchfiguren“, Aufgabenzahl und Zeit bleiben gleich

Zwei dieser Änderungen sind für Dich praktisch relevant:

Die Verkürzung 2022 bedeutet, dass die maximale Punktzahl heute 162 beträgt. Erfahrungswerte zu EMS-Punkten aus den Jahren davor – besonders aus 2020 und 2021 mit der verkürzten Fassung – lassen sich nicht auf den heutigen Test umrechnen. Wenn Du in Foren Zahlen liest, prüf immer das Jahr.

Die Umstellung 2025 heißt, dass Übungsmaterial zu „Schlauchfiguren“ für Dich keinen Nutzen mehr hat. Achte bei älteren Unterlagen darauf, ob sie „Objekte im Raum“ enthalten. Das EMS-E-Learning von MedGurus deckt die aktuelle Struktur mit allen neun Aufgabengruppen ab.

Wo Du in der Schweiz Medizin studieren kannst

Medizinische Studiengänge gibt es an den Universitäten Basel, Bern, Fribourg, Genf, Lausanne, Neuchâtel und Zürich, an der Università della Svizzera italiana sowie an der ETH Zürich. Die Unterrichtssprache richtet sich nach der Kantonssprache.

Nicht überall wird der EMS verlangt: An den Universitäten Genf, Lausanne und Neuchâtel gibt es keinen Eignungstest als Zugangsbeschränkung. Dort werden zunächst alle zum ersten Studienjahr zugelassen und die Selektion erfolgt danach über die Studienleistungen.

Der Test selbst findet gleichzeitig an allen Standorten in drei Sprachen statt: auf Deutsch in Basel, Bern, Chur, Luzern, St. Gallen und Zürich, auf Französisch in Fribourg, auf Italienisch in Lugano.

FAQs

Der EMS gilt für Humanmedizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin und Chiropraktik.

Beim EMS 2025 hat die Aufgabengruppe „Objekte im Raum“ die „Schlauchfiguren“ ersetzt. Aufgabenzahl und Bearbeitungszeit sind gleich geblieben, die Anforderung ist komplexer.

Der EMS hat neun Aufgabengruppen, seit der Rückkehr zur vollen Struktur im Jahr 2022. Insgesamt sind 162 Punkte erreichbar.

Nein, Fachwissen aus dem Gymnasium brauchst Du nicht. Der EMS prüft kognitive Fähigkeiten, kein Schulwissen. Fachbegriffe werden in den Aufgaben erklärt.

Nicht-Schweizer:innen dürfen nur unter bestimmten Bedingungen am EMS teilnehmen – etwa bei Wohnsitz in der Schweiz seit mindestens fünf Jahren mit entsprechenden Bewilligungen der Eltern, als anerkannter Flüchtling oder als Kind einer Person mit Diplomatenstatus. Prüf Deinen Fall vorab bei swissuniversities.

Ob der Eignungstest für das Medizinstudium eingesetzt wird, entscheidet sich formal im März, wenn klar ist, ob die Anmeldungen die Studienplätze übersteigen. Seit 1998 war das jedes Jahr der Fall.

Den aktuellen Test kennenlernen

Eine Gruppe von Mädchen lernt für den TMS.

Weil sich die Struktur mehrfach geändert hat, lohnt sich der Blick auf die heutige Fassung statt auf ältere Unterlagen. Im EMS E-Learning von MedGurus findest Du alle neun Aufgabengruppen in der aktuellen Form, mit Video-Tutorials und Simulationen unter Zeitbedingungen.

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