Du möchtest Medizin studieren und fragst Dich, wie die Studienplätze vergeben werden? Für Humanmedizin, Zahnmedizin und Tiermedizin gibt es mehrere Auswahlquoten. Neben Deiner Abiturnote können insbesondere im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) und in der Zusätzlichen Eignungsquote (ZEQ) weitere Kriterien wie Studieneignungstests, Berufsausbildungen oder Dienste berücksichtigt werden.

Ab dem Auswahlverfahren für das Wintersemester 2027/28 kommt mit dem TMSnat ein neuer Studieneignungstest hinzu. Gleichzeitig gelten Übergangsregelungen für bisherige TMS- und HAM-Nat-Ergebnisse. Welche Kriterien für Dich entscheidend sind, hängt deshalb sowohl von der Quote als auch von der jeweiligen Hochschule ab.

Stand: Oktober 2026. Auswahlkriterien und Fristen können sich zwischen den Vergabeverfahren ändern. Für verbindliche Angaben sind deshalb immer die aktuellen Informationen von Hochschulstart und die Auswahlsatzungen der Hochschulen maßgeblich.

Das Auswahlverfahren für medizinische Studiengänge

Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie sind bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge. Die Bewerbung läuft zentral über hochschulstart.de.

Nach der Vergabe von Studienplätzen in sogenannten Vorabquoten werden die verbleibenden Studienplätze über drei Hauptquoten vergeben:

  • 30 % Abiturbestenquote
  • 10 % Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ)
  • 60 % Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)

Mit Deiner Bewerbung nimmst Du automatisch an allen drei Hauptquoten teil. Dabei gelten in jeder Quote andere Kriterien und Ranglisten.

Auswahlverfahren Medizin mit Abiturbestenquote, AdH und ZEQ

Die drei Hauptquoten beim Auswahlverfahren Medizin

Abiturbestenquote: 30 % der Studienplätze

In der Abiturbestenquote werden 30 % der über die Hauptquoten zu vergebenden Studienplätze vergeben. Entscheidend ist hier Deine Hochschulzugangsberechtigung.

Anders als im AdH und in der ZEQ kannst Du in dieser Quote durch einen Studieneignungstest, eine Berufsausbildung oder einen Dienst keine zusätzlichen Punkte sammeln.

Die tatsächlichen Auswahlgrenzen stehen immer erst nach Abschluss eines Vergabeverfahrens fest. Eine bestimmte Abiturnote garantiert deshalb nicht automatisch einen Studienplatz.

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH): 60 % der Studienplätze

Mit 60 % ist das Auswahlverfahren der Hochschulen die größte der drei Hauptquoten. Die Hochschulen können hier verschiedene Kriterien kombinieren und unterschiedlich gewichten.

Für Humanmedizin müssen mindestens zwei schulnotenunabhängige Eignungskriterien berücksichtigt werden. Für Zahnmedizin und Tiermedizin ist mindestens ein solches Kriterium vorgeschrieben. Außerdem muss bei Humanmedizin, Zahnmedizin und Tiermedizin ein fachspezifischer Studieneignungstest als Auswahlkriterium berücksichtigt werden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Bewerber:innen zwingend an einem solchen Test teilnehmen müssen. Die Teilnahme ist freiwillig. Wie stark ein Testergebnis Deine Rangposition beeinflusst, hängt vom konkreten Auswahlmodell der jeweiligen Hochschule ab.

Im AdH werden die verschiedenen Kriterien in ein Punktesystem mit maximal 100 Punkten überführt. Welche Leistungen wie viele Punkte bringen, unterscheidet sich zwischen den Hochschulen.

Mögliche Auswahlkriterien sind beispielsweise:

  • die Hochschulzugangsberechtigung bzw. Abiturleistung,
  • ein fachspezifischer Studieneignungstest,
  • eine anerkannte Berufsausbildung,
  • einschlägige Berufstätigkeit,
  • anerkannte Dienste,
  • bestimmte Preise oder Wettbewerbsleistungen,
  • hochschuleigene Auswahlverfahren oder Interviews.

Welche Kriterien aktuell an welcher Universität berücksichtigt werden, erklären wir ausführlicher in unserem Artikel zu den Auswahlkriterien im AdH und in der ZEQ.

Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ): 10 % der Studienplätze

Über die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) werden 10 % der Studienplätze vergeben.

Für Humanmedizin, Zahnmedizin und Tiermedizin werden in dieser Quote keine Schulnoten berücksichtigt. Stattdessen zählen schulnotenunabhängige Kriterien. Auch hier arbeiten die Hochschulen mit einem Punktesystem mit insgesamt 100 möglichen Punkten.

Zu den möglichen Kriterien gehören unter anderem Studieneignungstests, anerkannte Berufsausbildungen und Berufstätigkeiten, Dienste, Wettbewerbsleistungen oder weitere hochschuleigene Auswahlkriterien. Welche Kriterien verwendet werden und wie stark sie gewichtet sind, entscheidet die jeweilige Hochschule innerhalb der gesetzlichen Vorgaben.

Deshalb kann dieselbe Bewerbung je nach Hochschule zu sehr unterschiedlichen Rangpositionen führen.

Welche Rolle spielen TMS und TMSnat im Auswahlverfahren?

Studieneignungstests sind insbesondere im AdH und in der ZEQ ein wichtiges schulnotenunabhängiges Auswahlkriterium. Bis zum Sommersemester 2027 gelten zunächst weiterhin die bisherigen Auswahlregelungen mit TMS bzw. HAM-Nat an den jeweiligen Hochschulen.

Der neue TMSnat wird erstmals im Mai 2027 durchgeführt. Sein Ergebnis kann ab dem Auswahlverfahren für das Wintersemester 2027/28 bei teilnehmenden Hochschulen über Hochschulstart eingereicht werden.

Der TMSnat ist freiwillig und kann beliebig oft wiederholt werden. Welche Rolle das Testergebnis im AdH und in der ZEQ spielt und wie stark es gewichtet wird, entscheidet die jeweilige Hochschule.

TMSnat ab 2027: Welche Hochschule gewichtet den Test wie stark?

Die TMSnat-Gewichtung ist nicht bundesweit einheitlich. Einige Hochschulen haben bereits konkrete Punktwerte und Übergangsregeln veröffentlicht, bei anderen stehen endgültige Regelungen noch aus.

In unserer aktuellen Übersicht findest Du die teilnehmenden Hochschulen sowie bereits offiziell veröffentlichte Gewichtungen für AdH und ZEQ.

TMSnat Hochschulen & Gewichtung 2027

Alle grundlegenden Informationen zum neuen Test, seinen Aufgabengruppen, Terminen und zur Vorbereitung findest Du außerdem auf unserer TMSnat Übersichtsseite.

Was passiert mit alten TMS- und HAM-Nat-Ergebnissen?

Mit Einführung des TMSnat verlieren bisherige TMS- oder HAM-Nat-Ergebnisse nicht automatisch ihre Bedeutung.

Nach den offiziellen TMSnat-Informationen können Hochschulen während einer Übergangsphase neben einem neuen TMSnat-Ergebnis auch ältere TMS- beziehungsweise HAM-Nat-Ergebnisse berücksichtigen. Wenn Du mehrere Testergebnisse besitzt, können während dieser Übergangsphase grundsätzlich auch mehrere Ergebnisse bei Hochschulstart eingereicht werden.

Entscheidend: Die Universitäten legen Art und Dauer ihrer Übergangsregelung selbst in ihren Auswahlsatzungen fest. Es gibt deshalb keine einheitliche Regelung für alle Hochschulen.

Nach aktuellem offiziellen Stand wird erwartet, dass ab dem Wintersemester 2028/29 überwiegend der TMSnat berücksichtigt wird. Für Deine konkrete Bewerbung solltest Du dennoch immer die aktuelle Regelung Deiner Wunschhochschule prüfen.

Vorabquoten: Landarztquote, Härtefall & weitere Sonderquoten

Noch bevor die Studienplätze über Abiturbestenquote, ZEQ und AdH verteilt werden, werden Studienplätze über sogenannte Vorabquoten vergeben. Insgesamt können hierfür bis zu 20 % der verfügbaren Studienplätze vorgesehen sein.

Zu den Bewerbergruppen der Vorabquoten zählen unter anderem:

  • Härtefälle,
  • Zweitstudienbewerber:innen,
  • bestimmte internationale Bewerber:innen sowie
  • Bewerber:innen in besonderen Bedarfsquoten wie beispielsweise der Landarztquote.

Zusätzlich existieren inzwischen je nach Bundesland unter anderem Landkinderarzt-, Landzahnarzt-, Landtierarzt- und ÖGD-Quoten. Bewerbung, Auswahlkriterien und Fristen richten sich hier nach der jeweiligen Einrichtung beziehungsweise dem Bundesland.

Für Vorabquoten nennt die offizielle TMSnat-Seite eine eigene Übergangsregelung: Im Jahr 2027 wird dort zunächst noch der bisherige TMS berücksichtigt. Ab 2028 soll voraussichtlich auf den TMSnat umgestellt werden.

So bewirbst Du Dich über Hochschulstart

Die Bewerbung für Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie erfolgt im Zentralen Vergabeverfahren von Hochschulstart und ist in das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) integriert.

  1. Bei Hochschulstart registrieren: Zunächst legst Du ein Benutzerkonto im DoSV-Bewerbungsportal an.
  2. Studiengang und Hochschulen auswählen: Für einen bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengang wirst Du zur Antragstellung über AntOn weitergeleitet.
  3. Bewerbung absenden: Den Antrag stellst Du online. Die für Deine Bewerbung benötigten Unterlagen müssen entsprechend den Vorgaben von Hochschulstart zusätzlich fristgerecht eingereicht werden.
  4. Studienwünsche priorisieren: Wenn Du mehrere Bewerbungen oder Studienorte angegeben hast, bringst Du diese in Deine persönliche Wunschreihenfolge.
  5. Bewerbungsstatus verfolgen: Während des Verfahrens kannst Du im Benutzerkonto sehen, wie sich Deine Bewerbungen entwickeln und ob Zulassungsangebote vorliegen.

Du kannst Dich gleichzeitig für mehrere der bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge bewerben. Innerhalb von Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie kannst Du außerdem mehrere Studienorte angeben und diese über die sogenannte Binnenpriorisierung in eine persönliche Reihenfolge bringen.

Bewerbungsfristen unbedingt bei Hochschulstart prüfen

Die Bewerbungs- und Nachreichfristen sind gesetzliche Ausschlussfristen. Wird eine relevante Frist verpasst, kann die Bewerbung im jeweiligen Vergabeverfahren nicht berücksichtigt werden.

Für ein Wintersemester gelten bei Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie unterschiedliche Fristen für Alt- und Neu-Abiturient:innen. Für ein Sommersemester gibt es diese Unterscheidung nicht.

Da sich die konkreten Kalenderdaten auf das jeweilige Vergabeverfahren beziehen, solltest Du immer die aktuelle Terminübersicht von Hochschulstart verwenden.

Für den TMSnat gilt zusätzlich: Die offizielle TMSnat-Seite empfiehlt, die Hochschulstart-Bewerbung bereits vor Bereitstellung des Testergebnisses einzureichen. Das Testergebnis kann anschließend innerhalb der dafür vorgesehenen Frist im Antragssystem ergänzt werden; ein zusätzlicher postalischer Nachweis des TMSnat-Ergebnisses ist dabei nicht erforderlich.

Priorisierung Deiner Wunsch-Unis

Mit der Priorisierung legst Du fest, welche Studiengänge und Studienorte Du persönlich bevorzugst.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Zulassungschance und Wunschreihenfolge: Deine Priorisierung verbessert oder verschlechtert Deine Rangposition nicht. Die Hochschulen erfahren Deine Prioritäten nicht.

Die Reihenfolge ist trotzdem wichtig. Wenn während der Koordinierungsphase mehrere Zulassungsangebote möglich sind, verwendet Hochschulstart Deine Priorisierung, um das für Dich höchstmögliche Angebot zu erhalten. Niedriger priorisierte Angebote können dabei zugunsten eines höher priorisierten Angebots ausscheiden.

Bei Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie kannst Du zusätzlich die verschiedenen Studienorte innerhalb eines Studiengangs über die Binnenpriorisierung sortieren.

Wie entstehen die Ranglisten?

Nach Prüfung der Bewerbungen werden für die verschiedenen Hochschulen und Quoten Ranglisten erstellt. Deine Position hängt davon ab, wie Deine Qualifikation nach den Kriterien der jeweiligen Quote im Vergleich zu den anderen Bewerber:innen bewertet wird.

Deshalb kannst Du für dieselbe Hochschule beispielsweise in der Abiturbestenquote, im AdH und in der ZEQ unterschiedliche Rangpositionen besitzen.

Während der Koordinierungsphase werden die Ranglisten nach und nach freigeschaltet. Bewerbungen im zulassungsfähigen Bereich können ein Zulassungsangebot erhalten. Durch das Ausscheiden anderer Bewerber:innen können sich im Verlauf des Verfahrens weitere Zulassungsmöglichkeiten ergeben.

Wenn Du ein Zulassungsangebot aktiv annimmst, wird daraus eine Zulassung und Deine übrigen Bewerbungen scheiden aus dem Verfahren aus. Nimmst Du kein Angebot aktiv an, greifen die Koordinierungsregeln von Hochschulstart.

Welche Unis haben die niedrigsten Zulassungsgrenzen?

Eine Universität mit einer dauerhaft „niedrigen Zulassungsgrenze“ gibt es nicht. Die Auswahlgrenzen entstehen in jedem Semester neu aus dem Verhältnis von verfügbaren Studienplätzen und den Qualifikationen der Bewerber:innen.

Deshalb stehen die tatsächlichen Grenzwerte immer erst nach dem Vergabeverfahren fest. Ergebnisse vergangener Semester können Dir eine Orientierung geben, sind aber keine zuverlässige Vorhersage für das nächste Semester.

Die offiziellen Auswahlgrenzen für Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie veröffentlicht Hochschulstart nach jedem Verfahren im Download-Bereich.

Welche Uni passt zu Deinen Voraussetzungen?

Welche Hochschule für Dich interessant ist, hängt nicht nur von vergangenen Zulassungsgrenzen ab. Entscheidend ist auch, wie Deine persönlichen Voraussetzungen in AdH und ZEQ berücksichtigt werden.

Mit unserem UniRanking kannst Du Deine Voraussetzungen mit den hinterlegten Auswahlkriterien vergleichen und Dir die Ergebnisse übersichtlich nach Quoten anzeigen lassen.

Wichtig: Das UniRanking ist eine Orientierungshilfe und keine Garantie oder offizielle Prognose für eine Zulassung. Die tatsächlichen Auswahlgrenzen entstehen immer erst im jeweiligen Vergabeverfahren.

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Wo findest Du die aktuellen Auswahlkriterien?

Die genaue Gewichtung der Auswahlkriterien kann sich zwischen Hochschulen, Studiengängen und Semestern unterscheiden. Für die jeweils aktuellen Regelungen solltest Du deshalb die offiziellen Übersichten und Auswahlsatzungen prüfen.

Fazit: Nicht nur die Abiturnote entscheidet über Deinen Medizinstudienplatz

Beim Auswahlverfahren für das Medizinstudium gibt es nicht den einen Zulassungsweg. Neben der Abiturbestenquote werden insgesamt 70 % der Studienplätze in den Hauptquoten AdH und ZEQ vergeben. Dort können neben der Hochschulzugangsberechtigung beziehungsweise unabhängig davon weitere Eignungskriterien entscheidend sein.

Besonders wichtig ist deshalb, die Auswahlregeln Deiner Wunschhochschulen zu vergleichen. Ein Studieneignungstest, eine Berufsausbildung oder ein anerkannter Dienst können je nach Hochschule sehr unterschiedlich gewichtet werden.

Mit dem TMSnat verändert sich das Auswahlverfahren ab dem Wintersemester 2027/28 erneut. Für Bewerber:innen mit älteren TMS- oder HAM-Nat-Ergebnissen gelten dabei je nach Hochschule unterschiedliche Übergangsregelungen.

Informiere Dich deshalb nicht nur über allgemeine Zulassungsgrenzen, sondern prüfe immer, welches Auswahlmodell zu Deinen persönlichen Voraussetzungen passt.

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