Im Jahr 2024 habe ich mein Abitur mit einem Durchschnitt von 2,0 abgeschlossen. Da ich schon immer Medizin studieren wollte, war das natürlich ein großer Rückschlag, und ich musste mich mit dem Gedanken anfreunden, in Deutschland oder im Ausland privat zu studieren. Dann kam jedoch der TMS ins Spiel, den ich im Frühjahr 2025 mit einem Prozentrang von 99% sowie einem Standardwert von 122 absolviert habe. Hey, ich bin Johannes, 20 Jahre alt und heute ist mir klar: Der Abischnitt definiert nicht Deine Chancen auf Deinen Traum vom Medizinstudium. Der TMS kann alles verändern – und wie genau das bei mir war, erfährst du hier.
Vorbereitung
Nach meinem Abitur habe ich direkt im Sommer ein Vollzeit-FSJ im medizinischen Bereich begonnen. Deshalb musste ich sehr strukturiert an das Lernen für den TMS herangehen und mir meine Zeit gut einteilen. Zuallererst verschaffte ich mir einen allgemeinen Überblick zum TMS:
- Wann wird der TMS geschrieben?
- Wie ist er aufgebaut?
- Wie lange dauert der Test?
- Wie kann man sich gezielt darauf vorbereiten?
Bei dieser Recherche bin ich auf die MedGurus gestoßen und habe mir dort zahlreiche Erfahrungsberichte durchgelesen. Außerdem habe ich mir angeschaut, welche TMS Vorbereitungsmaterialien angeboten werden.
Damit habe ich gelernt
Im Komplettpaket ist zudem das TMS E-Learning enthalten. Dadurch konnte ich immer unterwegs, z.B. in der Bahn oder im Café, Aufgaben lösen. Diese Flexibilität war richtig hilfreich, da ich parallel mein FSJ absolvierte.
Nachdem ich mir einen Überblick über die Lernmaterialien gemacht hatte, begann ich, mir gezielt Strategien für jeden Testteil anzueignen.
Für die TMS-Untertests gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Jeder löst die Aufgaben nach seinem eigenen Schema, und es gibt nicht die eine perfekte Strategie. Wichtig ist nicht, die Methode zu übernehmen, die die meisten verwenden, sondern diejenige zu finden, mit der man selbst am besten klarkommt. Ich habe einige Untertests anders bearbeitet als vermutlich 90% der Teilnehmenden und dennoch am Ende überall ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielt.
Das Wichtigste bei der Vorbereitung ist jedoch, sich bewusst zu machen, wo die eigenen Stärken, aber vor allem auch, wo die Schwächen liegen. Gerade bei den kleineren Untertests (Schlauchfiguren, Muster zuordnen sowie Figuren und Fakten) ist es entscheidend, diese gut zu beherrschen. Sie sind sehr gut trainierbar, und ein schlechtes Abschneiden kann einen großen Einfluss auf Dein Gesamtergebnis haben.
Die längeren Untertests (Diagramme und Tabellen, Quanti, Textverständnis etc.) sind aufwendiger und schwerer zu lernen. Aber wie man so schön sagt: Übung macht den Meister. Das bedeutet, alles so oft wie möglich zu wiederholen. Am Anfang hat man das Gefühl, überhaupt nicht voranzukommen. Doch sobald sich das Gehirn an die Abläufe gewöhnt hat, wird es zunehmend leichter.
Die Vorbereitung auf den TMS – genauso wie der Testtag selbst – ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Viele vergessen, dass der TMS nicht nur ein Fähigkeitstest, sondern auch ein Belastungs- und Konzentrationstest ist. Zu Hause schneidet man bei den Untertests oft besser ab, da kein Leistungsdruck herrscht. Im echten Test kann dieser Druck jedoch dazu führen, dass man nicht mehr klar denken kann, wenn man nicht vollkommen im Fokus ist. Deshalb empfehle ich, während der Vorbereitung so viele Simulationen wie möglich durchzuführen. Anfangs ist das sehr kräftezehrend, doch nach jeder absolvierten Simulation gewöhnen sich Gehirn und Körper immer mehr an die Belastung – und es wird deutlich einfacher.
Testtag
Fast drei Monate hatte ich mich intensiv vorbereitet, und nach zahlreichen erfolgreich absolvierten Testsimulationen fühlte ich mich zwei Wochen vor dem Test sehr sicher. Dennoch konnte ich in der Nacht vor dem Test erst spät einschlafen, da der Druck groß war, ein sehr gutes Ergebnis erzielen zu müssen – obwohl ich wusste, dass ich gut vorbereitet war.
Auf diese Nervosität war ich eingestellt. Ich stand auf, absolvierte meine Morgenroutine und hatte meine Verpflegung sowie alle Testutensilien bereits am Vorabend vorbereitet, um am Testtag möglichst stressfrei zu sein.
Um Punkt 8:00 Uhr ging es los. Da mein Prüfungsort etwa eine Stunde von meinem Wohnort entfernt war, machte ich mich frühzeitig auf den Weg. Die Fahrt verlief reibungslos, und erst kurz vor dem Ziel sah ich zahlreiche andere Autos auf den Parkplatz einbiegen.
Ich parkte, stieg mit meiner Tasche aus und stand plötzlich vor einem riesigen Testgelände. Da ich den Eingang nicht direkt fand, folgte ich einfach der Menschenmenge.
Im Gebäude angekommen, meldete ich mich an meinem Sektor an und erhielt meine Teststreifen. Anschließend gab ich meine nicht erlaubten Gegenstände (Handy, Uhr etc.) an der Garderobe ab und begab mich nur mit meinen Stiften und meiner Verpflegung in den Testraum. Die Halle war enorm groß, und es dauerte einen Moment, bis ich meinen Platz gefunden hatte – ganz am Ende.
Mittlerweile war es 9:45 Uhr, also noch 15 Minuten bis zum offiziellen Beginn. Die Nervosität stieg, mein Herzschlag beschleunigte sich, und in meinem Kopf spielten sich verschiedene Worst-Case-Szenarien ab.
Mein Tipp vorm Testbeginn
Um 10:00 Uhr begann der Testleiter mit der Einleitung und erklärte noch einmal alle Regeln. Ich hörte kaum zu und wartete nur darauf, dass die Testhefte verteilt wurden. Um 10:10 Uhr war es endlich so weit: Jeder erhielt sein Aufgabenheft, den Antwortbogen, und der Startschuss fiel. Der erste Untertest war Muster zuordnen. Alles lief wie in den Simulationen, und nach etwa 15 Minuten war ich fertig. Die restliche Zeit nutzte ich, um kurz durchzuatmen und mich mental auf den nächsten Untertest vorzubereiten. Tipp: Mir hat bei der Vorbereitung zu Muster zuordnen der Kreuzblick sehr geholfen.
Als Nächstes folgte MedNat. Dieser Untertest liegt mir besonders gut, und ich blieb im Flow. Genau in dem Moment, in dem ich das letzte Kreuz setzte, ertönte das Signal zum Weiterblättern. Tipp: Ich kann Dir bei der Vorbereitung auf diesen Untertest sehr empfehlen, einheitliche Bleistiftskizzen anzufertigen oder mit Markersystemen zu arbeiten.
Dann kamen die Schlauchfiguren. Normalerweise ein Untertest, in dem ich sehr stark bin. Die ersten Aufgaben liefen gut, doch die Bilder wurden zunehmend schwieriger, und meine Konzentration ließ leicht nach. Ich schaffte zwar alle Aufgaben, war mir bei einigen jedoch unsicher und musste raten. Tipp: Befolge immer das Lösungsschema & streiche falsche Antworten durch.
Der letzte Untertest vor der Mittagspause war Quanti. Für viele der „Horror-Untertest“. Ich hatte mich jedoch intensiv vorbereitet und war hochmotiviert, um meine Unsicherheiten aus den Schlauchfiguren auszugleichen. Auch hier lief alles sehr gut, und ich war wieder deutlich vor der Zeit fertig. Tipp: Beherrsche auf jeden Fall das Große Einmal Eins sowie allgemeine Mathegrundlagen wie Potenzgesetze oder das Arbeiten mit Umstellen oder Überschlag. Auch das Quanti-Bootcamp kann Dir sehr helfen, diesen Untertest zu meistern.
Pause
Nach Ablauf der Zeit wurden zunächst die Antwortbögen und anschließend die Aufgabenhefte eingesammelt. Danach ging es in die Mittagspause. Ich verließ den Testraum, um frische Luft und Sonnenlicht zu tanken.
Mein Tipp während der Pause
15 Minuten vor Wiederbeginn begab ich mich zurück zu meinem Platz – voller neuer Energie und Motivation.
Der nächste Testteil war die Einprägephase von Figuren und Fakten, ein Untertest, den ich sehr gut beherrschte. Zunächst kamen die Figuren dran. Auf den ersten Blick wirkten sie sehr ähnlich, doch mithilfe von Assoziationen konnte ich mir die meisten gut merken. Tipp: Ich empfehle Dir bei der Vorbereitung, ganz viel zu wiederholen & evtl. den Eckentrick anzuwenden.
Danach folgte der Faktenteil, der mir schon im Training leichter gefallen war und auch im Test problemlos lief. Tipp: Die LOCI-Methode anwenden & vorher viele feste Assoziationen lernen, die verhäuft drankommen. Anschließend folgte der Untertest Textverständnis. Die vier Texte waren gut machbar, und ich war etwa zehn Minuten vor Ende fertig. Tipp: Mache bei Textverständnis große Skizzen und teile Kreisläufe in Absätze auf.
Die gewonnene Pause nach Textverständnis nutzte ich, um mich mental auf die Reproduktionsphase von Figuren und Fakten vorzubereiten. Zuerst wurden die Figuren abgefragt: 16 von 20 konnte ich sicher beantworten, bei den restlichen vier musste ich raten. Bei den Fakten konnte ich 18 sicher lösen, zwei musste ich ebenfalls raten.
Nun standen die letzten 60 Minuten des Tests an: Diagramme und Tabellen. Nach Textverständnis sowie Figuren und Fakten war ich bereits sehr erschöpft. Ich bekam leichte Kopfschmerzen und musste mich stark konzentrieren. Dennoch zog ich durch und schaffte mit der letzten Sekunde auch noch die letzte Aufgabe dieses Untertests. Tipp: Arbeite bei Diagramme & Tabellen – wie bei Muster zuordnen – nach dem Ausschlussprinzip. Streiche Fehler direkt durch.
Testergebnis
Endlich war der Test vorbei. Nachdem alles eingesammelt worden war, ging ich zur Garderobe, holte meine Sachen und machte mich auf den Heimweg. Nun hieß es: warten.
Nach etwa zwei Monaten kam schließlich die Nachricht, dass die Ergebnisse veröffentlicht worden waren. Voller Aufregung öffnete ich mein Ergebnis, das über die nächsten Jahre meines Lebens entscheiden würde. Ich scrollte direkt zur letzten Seite und konnte es kaum glauben:
99 Prozent. Das bedeutete nicht nur, dass ich mir nahezu jede Universität aussuchen konnte – es zeigte mir auch, dass sich die ganze harte Arbeit auch gelohnt hat. Ich war unendlich glücklich darüber.
Fazit
Trotz eines 2,0er-Abiturs konnte ich – dank dem TMS – meine Chancen auf meinen Traum vom Medizinstudium komplett verändern. Der TMS ist kein Test, den man „einfach so“ besteht – er verlangt Disziplin, Selbstreflexion und mentale Stärke. Entscheidend war für mich, meine eigenen Strategien zu finden, gezielt an meinen Schwächen zu arbeiten und die Vorbereitung als Marathon zu sehen. Mein Ergebnis von 99% hat mir nicht nur die Tür zum Medizinstudium geöffnet, sondern mir auch gezeigt, dass sich harte Arbeit und Vertrauen in den eigenen Weg auszahlen.
Für Deine TMS Vorbereitung wünsche ich Dir ganz viel Erfolg & Durchhalten. Du rockst das!
Dein Johannes
FAQs
Er wird ergänzend zur Abiturnote im Auswahlverfahren vieler medizinischer Fakultäten berücksichtigt.
Frühjahrs-TMS: Samstag, 09. Mai 2026 & Sonntag, 10. Mai 2026 Herbst-TMS: Samstag, 7. November 2026 & Sonntag, 8. November 2026.
Der Test ist in einen Vormittags- und einen Nachmittagsteil gegliedert.
Zusätzlich können spezielle Online-Kurse zur Verbesserung des Verständnisses beitragen und ein zusätzliches Training bieten.
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