Studienkredit, Bildungskredit und Bildungsfonds sind die drei gängigen Modelle, wenn BAföG und Stipendium nicht reichen – mit klaren Unterschieden bei Zinsen, Laufzeit und Rückzahlung. Ein Überblick, damit Du die Optionen sauber vergleichen kannst.

KfW-Studienkredit: unabhängig vom Elterneinkommen

Der KfW-Studienkredit (Programm 174) ist unabhängig vom Einkommen Deiner Eltern – Du bekommst zwischen 100 und 650 Euro monatlich ausgezahlt, die Höhe kannst Du meist bis zum 15. eines Monats anpassen. Die Förderdauer liegt im Erst- oder Zweitstudium bei bis zu 14 Semestern. Der Zinssatz ist variabel und orientiert sich am 6-Monats-EURIBOR plus einem festen Aufschlag, angepasst jeweils zum 1. April und 1. Oktober. Zum 1. April 2026 lag der effektive Jahreszins für neue Verträge bei 6,53 Prozent. Weil sich der Zinssatz regelmäßig ändert, lohnt sich vor Vertragsschluss ein Blick auf die aktuellen Konditionen direkt bei der KfW.

Bildungskredit: kurz, gezielt, einkommensunabhängig

Der staatliche Bildungskredit über das Bundesverwaltungsamt (BVA) ist anders gedacht als der KfW-Studienkredit: Du bekommst monatlich 100, 200 oder 300 Euro für maximal 24 Monate, insgesamt also höchstens 7.200 Euro – alternativ als Einmalzahlung von 3.600 Euro. Einkommen und Vermögen von Dir oder Deinen Eltern spielen keine Rolle. Voraussetzung ist unter anderem, dass Du zwischen 18 und 36 Jahre alt bist und Dich in einer fortgeschrittenen Ausbildungsphase befindest – im Bachelor also in der Regel erst nach den ersten beiden Semestern. Die Rückzahlung beginnt vier Jahre nach der ersten Auszahlung. Gedacht ist der Bildungskredit vor allem für kurze, klar abgegrenzte Förderphasen, zum Beispiel die Examensphase, nicht für die komplette Studienfinanzierung.

Bildungsfonds: Rückzahlung abhängig vom späteren Einkommen

Bildungsfonds funktionieren nach einem anderen Prinzip: Statt eines klassischen Kredits mit festem Zins zahlst Du nach dem Studium einen bestimmten Anteil Deines Einkommens über einen vereinbarten Zeitraum zurück – ähnlich wie bei den Generationenvertrag-Modellen, die einige Privatunis selbst anbieten. Die genauen Konditionen unterscheiden sich stark je nach Anbieter, deshalb lohnt sich hier ein genauer Vergleich der Vertragsbedingungen, bevor Du Dich entscheidest.

Was passt wann?

Eine pauschale Empfehlung können und wollen wir Dir nicht geben – das hängt von Deiner individuellen Situation ab, etwa davon, ob Deine Eltern BAföG-relevant verdienen, wie lange Du noch studierst und wie sicher Du Dir bei Deinem späteren Einkommen bist. Grundsätzlich gilt: Der Bildungskredit eignet sich für kurze, klar abgegrenzte Engpässe, der KfW-Studienkredit für eine längere Förderphase unabhängig vom Elterneinkommen, ein Bildungsfonds für alle, die eine einkommensabhängige statt einer fixen Rückzahlung bevorzugen.

Besonderheiten bei der Finanzierung einer Privatuni

Wer an einer Privatuni studiert, kombiniert Studienkredite häufig mit Modellen, die die Uni selbst anbietet – zum Beispiel dem umgekehrten Generationenvertrag der Universität Witten/Herdecke oder der klinikgebundenen Studienförderung der Medizinischen Hochschule Brandenburg. Alle Modelle findest Du in unserem Privatuni-Artikel.

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FAQs

Der KfW-Studienkredit ist auf eine längere Förderdauer (bis zu 14 Semester) ausgelegt, der Bildungskredit auf maximal 24 Monate für kurze, gezielte Engpässe.

Ja, sowohl der KfW-Studienkredit als auch der Bildungskredit sind unabhängig vom Elterneinkommen.

Meist einkommensabhängig: Du zahlst nach dem Studium einen vereinbarten Anteil Deines Einkommens über einen bestimmten Zeitraum zurück, statt eines festen Zinses.

Ja, viele Studierende an Privatunis kombinieren einen Studienkredit mit uni-eigenen Finanzierungsmodellen.

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