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Die Geschichte des MedAT – back to the future

Den MedAT, so wie wir ihn kennen, gibt es noch nicht so lange. Wann wurde der Test das erste Mal eingeführt? Und was hat sich seit dem alles verändert? Hier erfährst du alles zur MedAT Geschichte.

Jedes Jahr zieht es ca. 15 000 Bewerber*innen im Juli nach Wien, Innsbruck, Graz und Linz – Der MedAT steht an. Und während diese Prüfung viele Schicksale entscheidet, weiß Otto Normalbewerber doch recht wenig von der Geschichte hinter dem MedAT. Doch nicht nur die ideale MedAT Vorbereitung bringt Dich ans Ziel. Begeben wir uns also auf eine kleine Zeitreise.

Gemeinsam lernten die Studenten unter freiem Himmel und erfreuten sich ihres Lebens!

Gemeinsam lernten die Studenten unter freiem Himmel und erfreuten sich ihres Lebens!

Lagerfeuerromantik und campen vor der Med-Uni

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) gab in einem Urteil im Jahre 2005 bekannt, dass Österreich mit seiner damaligen Zulassungspolitik gegen das europäische Gemeinschaftsrecht verstoße.
Das Gemeinschaftsrecht besagt:

„dass die InhaberInnen (…) von in anderen Mitgliedstaaten erworbenen Sekundarschulabschlüssen unter den gleichen Voraussetzungen wie die InhaberInnen (…) von in Österreich erworbenen Sekundarschulabschlüssen Zugang zum Hochschul- und Universitätsstudium in Österreich haben“.

Bis dato hatte Österreich verlangt, dass Studienplatzbewerber*innen aus dem Ausland einen Medizin-Studienplatz in ihrem Heimatland vorweisen können oder eine österreichische Matura erworben haben. Im Wintersemester 2005 wurde notgedrungen das System „first come first serve“ eingeführt. Nachdem die ganze Nacht Studienanwärter*innen regelrecht vor der Studienabteilung in Wien kampierten, um an ihren Medizin-Studienplatz zu gelangen, wurde klar, dass man im nächsten Jahr eine andere Lösung finden musste. Das stellte einen großen Wendepunkt in der Geschichte des MedAT dar.

Qual der Wahl: Numerus Clausus oder doch ein Aufnahmetest?

Die österreichischen Universitäten entschieden sich für das Schweizer Modell: den EMS. Aufgrund der Misere von 2005 hatten die Alpen-Nachbarn (vorübergehend) ihre Hilfe angeboten. Ein weiteres Problem stellte die Angst vor der „Deutschenschwemme“, aka den „NC-Flüchtlingen“ aus Deutschland, dar. Diese führte dazu, dass die Quotenregelung wie wir sie heute kennen festgelegt wurde. 75% der Studienplätze in Medizin gehen an Österreicher*innen, 20% an EU-Bürger*innen und 5% an non-EU-Bürger*innen.

So wurde von 2006-2012 der EMS in Österreich und der Schweiz am selben Tag abgehalten und in der Schweiz ausgewertet, bis die Schweizer den Österreichern kündigten. Nach 6 Jahren Schonungsfrist mussten die Österreicher ihren Bewerberandrang selbst bewältigen. So wurde 2013 der MedAT ins Leben gerufen und wird jedes Jahr in der ersten Juli-Woche abgehalten.

Lernen, Lernen, Lernen. Der Aufnahmetest schreibt sich nicht von selbst.

Lernen, Lernen, Lernen. Der Aufnahmetest schreibt sich nicht von selbst.

Der MedAT ist dynamisch konstruiert

Kein Meister fällt vom Himmel! Denn gänzlich ausgereift ist der Test bis heute nicht. Der MedAT wurde dynamisch konstruiert. D.h. er wird fast jedes Jahr an neue Erkenntnisse angepasst bzw. der ein oder andere Fehltritt korrigiert. Gerne erinnern wir uns an den Untertest Argumentieren aus dem Jahr 2014, der im Folgejahr wieder abgeschafft wurde. Ein Test mit fragwürdiger Undurchsichtigkeit. Auch die Bearbeitungszeiten der Untertests wurden wiederholt angepasst. Dadurch ändert sich die Geschichte des MedAT bis heute noch.

Jedes Jahr hagelt es Kritik, vor allem wegen des sogenannten Gender-Gaps. Obwohl sich Jahr um Jahr mehr Frauen als Männer bewerben, werden trotzdem mehr Männer als Frauen zum Studium zugelassen. Vor allem bei 2-dimensionalem Denken, wie man es im Untertest „Figuren zusammensetzen“ anwendet, werden Frauen systematisch benachteiligt. So entschied man sich im Jahre 2015 neue Untertests einzuführen, in denen tendenziell Frauen besser abschneiden: die sozialen Kompetenzen. Hier besteht die Aufgabe darin, Gedanken nach ihrer moralischen Wertigkeit anzuordnen. Doch bereits im Folgejahr wurde das Lösungsmodell hierzu von Bewerber*innen aufgedeckt, sodass man den Testabschnitt um einen weiteren Untertest erweitern musste.

Es geht nicht nur um Dein Wissen, sondern auch um Deine Soft-Skills.

Es geht nicht nur um Dein Wissen, sondern auch um Deine Soft-Skills | MedAT Geschichte.

Es wurde emotional in den sozialen Kompetenzen!

Denn seit 2017 müssen Bewerber*innen auch ihre emphatische Seite beweisen. Beim Untertest „Emotionen erkennen“ werden Situationen geschildert in welche sich die Testteilnehmer*innen hineinversetzen und entscheiden sollen, welche Emotionen gerade empfunden werden. Auf Nachfrage beim Vizerektorat für Lehre an der Medizinischen Universität Wien, ob sich die Gender-Gap seit Einführung der sozialen-emotionalen Kompetenzen geschmälert hat, hieß es:

„Teilnehmer, die in anderen Testteilen sehr gut abschneiden, schneiden auch sehr gut in den neuen sozialen Kompetenzen ab. Es gab keine größere Umverteilung“.

De facto heißt das also, dass Männer immer noch besser als Frauen im MedAT abschneiden.

Es bleibt also spannend, wie sich der Test auch in den kommenden Jahren entwickeln wird. Bleib up-to-date über den Aufbau und die Änderungen im MedAT! Aktuelle Infos zum Aufbau findest Du in folgendem Artikel.

Aktueller Aufbau MedAT

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