Es gibt unzählige Lernmethoden, die Dich an dein Ziel bringen können wie Texte markieren, Texte wiederholend lesen etc. Allerdings wollen wir Dir hier nur evidenzbasierte (also in Studien getestete) und erprobte Lernstrategien vorstellen.
Lernmethoden im Medizinstudium
Spaced Repetition
Bei Spaced Repetition geht es darum, die sogenannte ,,Vergessens-Kurve‘‘ zu überlisten. Es ist logisch, dass Dein Gehirn nicht alle Informationen in das Langzeitgedächtnis übernehmen kann. Daher werden Inhalte, die nicht regelmäßig wiederholt werden nach wenigen Stunden bzw. Tagen automatisch vergessen. Um diese Kurve zu überlisten, solltest Du gelernte Inhalte in regelmäßigen Abständen wiederholen. Die generelle Empfehlung ist eine Wiederholung nach einer Stunde, einem Tag, drei Tagen und dann sieben Tagen. Sollten Dir Inhalte nicht einfallen, verkürzt Du die Abstände und fängst wieder von vorn an.

Schaubild zur Lernmethode „Spaced Repetition“.
Active Recall
Der Active Recall besagt, Inhalte nicht passiv zu wiederholen, sondern wie der Name bereits andeutet, aktiv zu wiederholen und abzurufen. Daher empfiehlt es sich diese Methode mit Spaced Repetition zu kombinieren. Am besten klappst Du zum Beispiel nach dem Lernen direkt das Buch zu und wiederholst, was Du Dir gerade gemerkt hast. Natürlich kannst Du Dir dabei auch Karteikarten erstellen.
Feynman Methode
Bei der Feynman Methode geht es darum, dass Du Dir oder einer anderen Person ein Thema so leicht verständlich erklärst, als wäre diese Person gerade mal 5 Jahre alt. Das Prinzip hinter dieser Methode ist einfach: Zum einen sollst Du damit sicherstellen, dass Du ein Thema wirklich verstehst und nicht nur auswendig lernst. Zum anderen kannst Du mit dieser Methode sicher sein, dass Du ein Thema wirklich verstanden hast, wenn Du es so einfach wie nur möglich erklären kannst.
Practice Exams
Studien haben ergeben, dass ein Probedurchlauf einer Klausur Dein Ergebnis um bis zu 15% verbessern kann. Du kannst dafür mit Altfragen aus früheren Staatsexamina lernen. Das hat auch den Vorteil, dass Du einige Fragen bereits kennenlernst. Falls sie nochmal so oder in ähnlicher Form abgeprüft werden, kommen sie dir bereits bekannt vor. Oft gibt es auch Altfragensammlungen als digitale Karteikartensammlungen.
Lerntipps für das Medizinstudium
Folgende Tipps sind nicht direkt evidenzbasiert gesichert, aber helfen erfahrungsgemäß vielen Studierenden, um sich leichter zum Lernen zu motivieren. Auch uns haben sie geholfen.
Pomodoro-Technik
Bei der Pomodoro Technik nutzt Du vorgesehene Zeitfenster, am häufigsten 25 Minuten, in denen Du Dir vornimmst, Dich nicht ablenken zu lassen. Danach gibt es eine 5 Minuten Pause. Nach vier 25-Minuten-Einheiten wird dann eine längere Pause von 15 bis 20 Minuten eingelegt. Der Gedanke dahinter ist, dass Du zwar kürzer am Stück lernst, aber dabei konzentrierter bist und Dich nicht so leicht und lang von beispielsweise Deinem Handy ablenken lässt. Es gibt viele Apps und Internetseiten, mit denen Du einen Pomodoro-Timer einstellen und auch die Fokus- und Pausenzeit individuell wählen kannst. Manche dieser Apps haben auch Belohnungssysteme oder sperren Dein Handy, sodass Du keine Apps nutzen kannst, bis die Zeit vorbei ist. Wir empfehlen z.B Forest, da Du hier Münzen sammeln und diese dann einlösen kannst, damit echte Bäume gepflanzt werden.
Background Ambiente
Für manche Studierende kann es hilfreich sein, nicht in der kompletten Stille zu lernen, da in einer Klausur auch Hintergrundgeräusche wie Blättern, Stifte klicken, Husten und andere Geräusche zu hören sind. Du kannst viele ASMRs auf Youtube (z.B Bibliotheksgeräusche) finden, um Klausur-Umgebungen oder Geräusche eines Cafés zu simulieren.
Lerngruppen bilden
Allein Motivation zu finden ist oft schwer, wenn die Menge des Prüfungsstoff einen zu erdrücken scheint. Für viele Studierende ist es daher eine große Hilfe Gleichgesinnte zu finden und eine Lerngruppe zu bilden. Du solltest darauf achten, dass Deine Lerngruppe tatsächlich produktiv gemeinsam lernt. Gerade im Medizinstudium kann es bei vielen mündlichen und praktischen Prüfungen auch von Vorteil sein, sich gegenseitig abzufragen und praktische Übungen gemeinsam zu üben.
Bibliotheken nutzen
Suche Dir eine schöne Bibliothek in Deiner Unistadt, um dort zu lernen. Die ganze Atmosphäre ist darauf ausgelegt ein gutes Lernambiente zu schaffen und Du kannst mit einer gewissen Anonymität unter Gleichgesinnten lernen. Die meisten Bibliotheken haben zudem meist lange Zeit geöffnet, sodass Du auch eine Spätschicht einlegen kannst. Außerdem bietet die Bibliothek den Vorteil, dass Du direkt die Bücher, die Du gebrauchen könntest, vor Ort hast.
Youtube Streams
Solltest Du von zu Hause aus Lernen und trotzdem das Gefühl von Gemeinschaft haben wollen, gibt es zahlreiche Study-Youtuber (z.B @celinestudy), die Livestreams veranstalten und dabei lernen. So hast Du das Gefühl einen Lernbuddy zu haben und kannst trotzdem von zu Hause aus in Ruhe lernen.
Hilfreiche Apps für das Medizinstudium
Karteikarten-Apps
Es gibt viele verschiedene Karteikarten-Apps, die Du nutzen kannst. Welche App dabei für Dich am besten geeignet ist, hängt meist auch von Deiner Uni ab, da sie bereits fertige Karteikarten-Sets zu Studieninhalten oder Prüfungen bereitstellen kann. Karteikarten-Apps sind auch deshalb super, da sie Spaced Repetition und Active Recall als Lernmethode nutzen. Außerdem kannst Du von immer und überall mit den Karteikarten auf deinem Smartphone oder Tablet lernen und damit etwa Zeit in der Bahn sinnvoll nutzen. Die meisten Studierenden nutzen Quizlet oder Anki.
Bücher App
Eine App, die Deine Bücher verwaltet, ist auf jedem Mobilgerät zu finden. Du kannst dort alle PDFs und Bücher, die Du gekauft hast oder von deiner Universität zur Verfügung gestellt bekommen hast, zentral verwalten. Auch super, wenn Du nochmal in der Bahn auf dem Weg zur Uni kurz etwas nachlesen willst!
Notizen App
Solltest Du ein Tablet besitzen, gibt es verschiedene Apps, in denen Du Deine Vorlesungsunterlagen und Notizen speichern und organisieren kannst. Das hat den Vorteil, dass Du Notizen direkt in die Vorlesungsunterlagen schreiben und später direkt daraus lernen kannst. Viele Studierende nutzen hierfür Notability oder Goodnotes.
Atlanten/Anatomie Apps
Da die Kenntnisse der Anatomie im Medizinstudium immer wieder von Bedeutung sind, lohnen sich Apps, bei denen Du in 3D die Anatomie nochmal nachschauen kannst.
Fazit
Wir hoffen wir konnten Dir mit dem Artikel zu Lernen im Medizinstudium einen guten Überblick über die bekanntesten und hilfreichsten Lernmethoden, Lerntipps und Lern-Apps geben. Probiere am besten verschiedenes aus, dann wirst Du schnell merken welche Methoden, Tipps oder Apps am besten zu Dir und Deinem Lernen passen.
Das Medizinstudium im Überblick
Du fragst Dich, welche Phasen Dich im Medizinstudium generell erwarten und wann welche App hilfreich sein könnte? Dann lies mal in unserem Artikel nach.
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